„An­kum ist per­fekt für ei­ne Bal­lett­schu­le“

Tan­zen macht bei An­na Mei­er of­fen­sicht­lich Spaß, ob­wohl es auch an­stren­gend ist

Bersenbrucker Kreisblatt - - SAMTGEMEIN­DE BERSENBRÜC­K - Von Ja­na Sei­bel lern

AN­KUM Die 28-jäh­ri­ge An­na Mei­er ist lei­den­schaft­li­che Bal­lett­tän­ze­rin. Vor Kur­zem aber ent­schied sie sich, ih­ren Traum wahr zu ma­chen und zu un­ter­rich­ten. In ih­rer Bal­lett­schu­le Mu­se in An­kum un­ter­rich­tet sie die ganz Klei­nen zwi­schen vier und fünf Jah­ren bis hin zu Er­wach­se­nen mit ei­nem Bal­lett-Work­out.

In der Tanz­schu­le un­ter­rich­tet An­na Mei­er ge­ra­de die Pre-Bal­lett- Grup­pe. Ein paar sei­en krank, des­we­gen sind es heu­te nur vier jun­ge Mäd­chen, die in die drit­te bis vier­te Klas­se ge­hen. Auf­wär­men, Deh­nen, Übun­gen an der Stan­ge und ein we­nig Cho­reo­gra­fie ste­hen erst mal auf dem Pro­gramm. An­na Mei­er nimmt ih­re Mä­dels ge­nau un­ter die Lu­pe. „Bauch rein, Fuß stre­cken, Knie nach au­ßen“, hört man sie kor­ri­gie­ren.

Auch wenn man den jun­gen Mäd­chen den Spaß an­sieht, so sieht man auch, wie an­stren­gend das Trai­ning ist. „Der Spaß­fak­tor muss da sein, aber es soll ja auch was da­bei rum­kom­men“, sagt die Tanz­päd­ago­gin. Als das einIm­mer wie­der Kor­rek­tu­ren: ein­halb St­un­den lan­ge Trai­ning vor­bei ist, wir­ken die Mäd­chen über­rascht. „Schon?“, fra­gen die Grund­schü­le­rin­nen und wir­ken fast ein we­nig trau­rig. Die Mäd­chen ha­ben zwei­mal die Wo­che Bal­lett­un­ter­richt, müs­sen sich al­so nicht all­zu lan­ge lang­wei­len. Au­ßer­dem sol­len die Kin­der auch au­ßer­halb der Tanz­schu­le ein we­nig üben.

An­na Mei­er selbst fing mit zwölf Jah­ren an, Bal­lett­un­ter­richt zu neh­men. Schnell stell­te sich her­aus, das Bal­lett für sie nicht nur ein Hob­by ist. Sie ging mit 14 Jah­ren auf spe­zi­el­le In­ter­na­te wie die Pa­luc­ca-Schu­le in Dres­den. Spä­ter mach­te sie ih­re Hoch­schul­rei­fe auf ei­nem Tanz­in­ter­nat in Es­sen-Wer­den.

Nach ih­rer drei­jäh­ri­gen Aus­bil­dung zur Tän­ze­rin und Mei­er mit jun­gen Pre-Bal­lett­schüTanz­päd­ago­gin stu­dier­te sie eben­falls drei Jah­re lang Thea­ter­wis­sen­schaf­ten und Ja­pa­no­lo­gie. Auf die Fra­ge, war­um Ja­pa­no­lo­gie, ant­wor­tet Mei­er lä­chelnd: „Das war ein­fach cool. Ich woll­te eh im­mer noch ei­ne Spra­che ler­nen, und ich dach­te mir, wie­so nicht?“So un­ter­rich­te­te sie auch schon im Rah­men von Pro­jek­ten Deutsch an Schu­len in Ja­pan.

Stren­ge Leh­re­rin

Die Tän­ze­rin be­schreibt ih­re Schul- und Aus­bil­dungs­zeit als hart und an­stren­gend. „Es wird auf al­les ge­ach­tet. Fer­tig­kei­ten, Aus­se­hen, Ge­wicht. Und man kann sa­gen, was man will: Spit­zen­tanz, al­so der Tanz auf den Ze­hen­spit­zen, tut weh. Ich hat­te aber im­mer ein kla­res Ziel vor Au­gen. Man braucht auf je­den Fall ei­nen star­ken Wil­len, um pro­fes­sio­nell Bal­lett zu tan­zen“, sagt An­na Mei­er.

Sie selbst be­schreibt sich auch als stren­ge Leh­re­rin. „Ich bin streng, klar, aber ich ma­che kei­nen Druck. Es kommt auch im­mer auf die Be­reit­schaft und das Po­ten­zi­al der Schü­ler an. Falls sich aber ei­ner mei­ner Schü­ler da­zu ent­schließt, pro­fes­sio­nell zu tan­zen, so möch­te ich ihm die­sen Weg ger­ne er­mög­li­chen.“

Nach ih­rem Stu­di­um ha­be sie ganz schnell ge­hei­ra­tet und sei nach An­kum zu­rück. Sie ha­be sich ge­dacht, ih­re al­te Hei­mat sei der per­fek­te Stand­ort für ei­ne Bal­lett­schu­le. An­na Mei­er selbst muss­te da­mals im­mer ganz nach Os­na­brück für ih­re Bal­lett­stun­den, weil das An­ge­bot auf dem Land schlicht und ein­fach fehl­te. So hat die An­ku­me­rin mit rus­si­schen Wur­zeln ei­ne „Markt­lü­cke“ent­deckt und ih­ren Traum ver­wirk­licht.

Nach der Su­che nach den pas­sen­den Rä­um­lich­kei­ten und dem Re­no­vie­ren war es dann end­lich so weit: En­de April fei­er­te Mei­er dann Er­öff­nung. Be­reits ei­nen Mo­nat vor­her ha­be sie an­ge­fan­gen, Bal­lett ist ihr Le­ben: Mit ih­rer Bal­lett­schu­le Mu­se in An­kum er­füll­te sich An­na Mei­er ei­nen Traum.

Un­ter­richt zu ge­ben, da­mit sie Be­su­chern am Tag der Er­öff­nung et­was dar­bie­ten konn­te. Sie hat be­reits sie­ben fes­te Grup­pen, die sie un­ter­rich­tet. Zwei wei­te­re könn­ten noch da­zu­kom­men.

Es ist aber nicht nur klas­si­sches Bal­lett, wel­ches Mei­er ih­ren Schü­lern ans Herz legt. Auch mo­der­nes Bal­lett oder Cha­rak­ter­tanz, Jazz und Show­tanz bie­tet sie ih­ren Schü­lern an. „Bal­lett ist viel mehr als Tu­tu und Spit­zen­tanz.“

Wei­te­re Ge­schich­ten über Men­schen aus dem Altkreis Ber­sen­brück: noz.de/haut­nah

Fo­to: Ser­gej Mei­er

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