Wein­stein er­zielt Ei­ni­gung mit Op­fern

Ex-Hol­ly­wood-Mo­gul zahlt knapp 40 Mil­lio­nen Eu­ro / Straf­ver­fah­ren da­von un­be­rührt

Bersenbrucker Kreisblatt - - WELTSPIEGE­L -

NEW YORK Der ehe­ma­li­ge Hol­ly­wood-Mo­gul Har­vey Wein­stein hat laut ei­nem Me­dien­be­richt in sei­nen Zi­vil­ver­fah­ren we­gen se­xu­el­ler Über­grif­fe ei­ne vor­läu­fi­ge Ver­ein­ba­rung über ei­ne Mil­lio­nen­ent­schä­di­gung er­zielt. Die au­ßer­ge­richt­li­che Re­ge­lung, die sämt­li­che Op­fer und Gläu­bi­ger be­tref­fe und auch die Ver­fah­ren in Ka­na­da und Groß­bri­tan­ni­en ein­schlie­ße, be­lau­fe sich auf 44 Mil­lio­nen Dol­lar (39,4 Mil­lio­nen Eu­ro), be­rich­te­te ges­tern das „Wall Street Jour­nal“. Die straf­recht­li­che Ver­fol­gung des Ex-Film­pro­du­zen­ten bleibt da­von un­be­rührt.

Die Ver­ein­ba­rung sei noch nicht un­ter­zeich­net wor­den, be­rich­te­te die Zei­tung. Die aus­ge­han­del­te Ent­schä­di­gungs­sum­me von 44 Mil­lio­nen Dol­lar soll dem Be­richt zu­fol­ge von Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men be­reit­ge­stellt wer­den. Bei ei­ni­gen von ih­nen sei die von Har­vey mit­ge­grün­de­te Pro­duk­ti­ons­fir­ma The Wein­stein Com­pa­ny Kun­de ge­we­sen, schrieb die Fi­nanz­zei­tung.

Wein­steins Spre­cher woll­ten sich nicht zu dem Be­richt äu­ßern. Auch die maß­geb­lich an den Ver­fah­ren be­tei­lig­te Staats­an­walt­schaft in New York gab auf An­fra­ge kei­nen Kom­men­tar da­zu ab. Die Ei­ni­gung wür­de in je­dem Fall nur die Zi­vil­ver­fah­ren ge­gen Wein­stein be­tref­fen. Har­vey Wein­stein

Nicht be­trof­fen sei ein Straf­ver­fah­ren, das in New York ge­gen Wein­stein ge­führt wird, be­rich­te­te die Zei­tung. Er muss dort we­gen ei­ner mut­maß­li­chen Ver­ge­wal­ti­gung im Jahr 2013 so­wie we­gen er­zwun­ge­nen Oral­ver­kehrs mit zwei ver­schie­de­nen Frau­en im Jahr 2006 vor Ge­richt. Wein­stein hat al­le Vor­wür­fe zu­rück­ge­wie­sen. Der Straf­pro­zess ge­gen den 67-Jäh­ri­gen soll im Sep­tem­ber be­gin­nen und vor­aus­sicht­lich fünf Wo­chen dau­ern. Bei ei­ner Ver­ur­tei­lung droht Wein­stein ei­ne le­bens­lan­ge Haft­stra­fe.

Die ers­ten Miss­brauchs­vor­wür­fe ge­gen Wein­stein wa­ren im Ok­to­ber 2017 öf­fent­lich ge­wor­den. Seit­dem war­fen ihm mehr als 80 Frau­en vor, sie se­xu­ell be­läs­tigt oder ver­ge­wal­tigt zu ha­ben. Un­ter ih­nen sind Film­stars wie An­ge­li­na Jo­lie, Gwy­neth Paltrow, Sal­ma Hay­ek, Ro­se McGo­wan und Ash­ley Judd. Vie­le der Vor­wür­fe sind al­ler­dings ver­jährt. Kurz nach Be­kannt­wer­den der ers­ten Vor­wür­fe trenn­te sich Wein­steins Frau, die Mo­de­de­si­gne­rin Ge­or­gi­na Ch­ap­man, von ihm.

Der Fall Wein­stein hat­te ei­ne welt­wei­te Kam­pa­gne ge­gen se­xu­el­le Be­läs­ti­gung aus­ge­löst. Un­ter dem Schlag­wort #MeToo mach­ten zahl­rei­che Miss­brauchsop­fer ih­re Er­fah­run­gen öf­fent­lich. Un­ter den Be­schul­dig­ten sind vie­le Pro­mi­nen­te.

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