Trau­ri­ge „Wet­ten, dass ..?“-Par­odie

Staf­fel­fi­na­le von „Ger­ma­ny’s Next Top­mo­del“/ Hei­di Klum als Stan­des­be­am­tin

Bersenbrucker Kreisblatt - - WELTSPIEGE­L - Von Da­ni­el Be­ne­dict Hei­di Klum und GNTM-Ge­win­ne­rin Si­mo­ne. Tho­mas und GNTMKan­di­da­tin The­re­sia.

BER­LIN Um die 14. Staf­fel der ProSie­ben-Show „Ger­ma­nys Next Top­mo­del“(GNTM) am Don­ners­tag­abend zu fei­ern – und die sechs wei­te­ren, die sie ge­ra­de an­ge­kün­digt hat –, hat­te sich Hei­di Klum schick ge­macht. Ihr Kleid be­stand aus nicht viel mehr als De­kol­le­té und ei­ner sehr gro­ßen Schlei­fe. Frü­her hät­te ein Tho­mas Gott­schalk sie als Ge­schenk be­grüßt und an­ge­droht, sie aus­zu­pa­cken.

Nun aber hat selbst der Grand­sei­gneur der Zo­te den Abend so mü­de aus­ge­ses­sen wie einst sei­ne ei­ge­nen Wett­gäs­te. So trau­rig wie Gott­schalk war dann auch das gan­ze GNTM-Fi­na­le. Ge­won­nen hat es am En­de Si­mo­ne. Über­ra­schen konn­te das kei­nen, der vor­her das GNTMIn­flu­en­cer-Ran­king an­ge­se­hen hat­te: Mit 330 000 Ins­ta­gram-Fans hat die 21-Jäh­ri­ge aus Sta­de et­wa die dop­pel­te Reich­wei­te der Zweit­plat­zier­ten Sa­ya­na.

Die Fern­seh­show un­ter­bot al­les, wo­für „Wet­ten, dass ..?“je aus­ge­lacht wur­de. Schon weil man In­ter­views beim ZDF gar nicht mit Hin­weis auf den Te­le­promp­ter ab­bre­chen kann. (Klum: „Oh, wir müs­sen in die Wer­bung – steht da!“) Und auch wenn Gott­schalks Star­gäs­te gleich nach dem Auf­tritt zum Flie­ger muss­ten – im­mer­hin wa­ren sie vor­her kurz in der Show. ProSie­ben brach­te es fer­tig, Tay­lor Swift noch am Fi­nal­tag als Über­ra­schungs­gast an­zu­kün­di­gen – um Tau­sen­den zah­len­den Gäs­ten im Düs­sel­dor­fer ISS Do­me dann ei­nen vor­ab auf­ge­zeich­ne­ten Song vor­zu­set­zen.

Kein Wun­der, dass Gott­schalk die Le­bens­freu­de ver­ließ. Gleich am An­fang ver­sieb­te er sei­nen Auf­tritt und fum­mel­te Ehe­rin­ge her­vor, Freu­de: die erst viel spä­ter dran wa­ren. Nach ei­ner Braut­mo­den­schau trau­te Hei­di Klum per­sön­lich die be­reits aus­ge­schie­de­ne Kan­di­da­tin The­re­sia und ih­ren Ver­lob­ten Tho­mas. Dass ei­ne Hoch­zeit statt­fin­den soll­te, war vor­her be­kannt; auch das Braut­paar hat­te die „Bild“längst zu­tref­fend er­ra­ten. Trotz­dem spiel­te der Bräu­ti­gam dann un­ver­dros­sen den Über­rum­pel­ten, der vom ei­ge­nen PRSt­unt nichts, aber auch gar nichts ge­ahnt ha­ben will. Wie spon­tan und ro­man­tisch er­scheint auf ein­mal der HeiHei­rat: rats­an­trag, den Bo­ris Be­cker vor zehn Jah­ren bei „Wet­ten, dass ..?“for­mu­lier­te.

Um Fa­ke-Vor­wür­fe im Keim zu er­sti­cken – Hei­di Klum ist doch gar kei­ne Stan­des­be­am­tin! –, in­for­mier­te ProSie­ben per Ein­blen­dung: Be­din­gung für das Lai­en­thea­ter war, dass Tho­mas und The­re­sia hin­ter­her noch rich­tig hei­ra­ten. Es war nicht das ers­te Mal, dass die Be­teue­rung, hier sei al­les un­ver­fälscht, den Arg­wohn nur mehr­te. Schon beim „State­ment-Walk“schwor Klum, dass die Fi­na­lis­tin­nen ih­re Bot­schaf­ten an die Welt ganz al­lein for­mu­liert hat­ten. Der Hin­weis war nö­tig. Denn zu­fäl­li­ger­wei­se de­men­tier­ten Si­mo­ne, Sa­ya­na und Cäci­lia ex­akt die Vor­wür­fe, die seit Jah­ren ge­gen die Mo­del­show er­ho­ben wer­den: Selbst­be­wusst und ge­stärkt sei­en sie aus dem Cas­ting her­vor­ge­gan­gen, sag­ten sie und mach­ten GNTM zum Epi­zen­trum des Fe­mi­nis­mus: „Die Zu­kunft ist weib­lich“, stand auf dem Kleid der ei­nen. Auf dem nächs­ten: „Gott ist ei­ne Frau.“Und wenn es nach ProSie­ben geht, heißt sie Hei­di.

Qua­li­fi­ziert die­ser Abend ei­nen Men­schen zum Top­mo­del? Schwer zu sa­gen. Auf die Her­aus­for­de­run­gen des Fa­ke-TV sind die Kan­di­da­tin­nen je­den­falls vor­be­rei­tet. Den Be­weis hat­te RTL schon am Nach­mit­tag er­bracht. Neue Ba­che­lo­ret­te wird Ger­da Le­wis. Die war letz­tes Jahr bei GNTM.

Fo­tos: dpa

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