Der Fö­de­ra­lis­mus (Art. 79)

Bersenbrucker Kreisblatt - - HINTERGRUN­D -

Oh ja, der Fö­de­ra­lis­mus kann ner­ven. Wenn die Stra­ßen­sei­te über das gel­ten­de Schul­sys­tem be­stim­men kann, ver­steht das kein Mensch. Und doch ist die­sem Or­ga­ni­sa­ti­ons­prin­zip des Staa­tes die so­ge­nann­te „Ewig­keits­klau­sel“ge­wid­met. Es kann nie­mals ver­än­dert wer­den, so­lan­ge das Grund­ge­setz gilt. Hin­ter­grund: Müs­sen die Län­der un­ter­ein­an­der Ei­nig­keit fin­den, wird kei­nes zu stark. Ge­mein­sam wie­der­um bil­den die Län­der ein Ge­gen­ge­wicht zur Bun­des­re­gie­rung. Die Auf­tei­lung ver­hin­dert er­folg­reich, dass po­li­ti­sches Han­deln zu zen­tral und al­so bür­ger­fern ge­schieht und auch dass das ge­sam­te Land von ei­ner Stel­le aus „gleich­ge­schal­tet“wer­den kann. Ne­ben­bei führt das Prin­zip da­zu, dass sich bei uns auch ge­ne­rell nicht al­les auf die Haupt­stadt zen­triert, son­dern die Län­der und ih­re Haupt­städ­te po­li­ti­sche und ge­sell­schaft­li­che Zen­tren blei­ben. So kann die Ber­li­ner Bla­se auch kul­tu­rell im Zaum ge­hal­ten wer­den. Aus mei­ner Sicht ein we­sent­li­cher Grund, die Vor­tei­le des Fö­de­ra­lis­mus weit hö­her zu be­wer­ten als sei­ne Nach­tei­le.

ist Stv. Chef­re­dak­teur der NOZ und lei­tet die ge­mein­sa­me Man­tel­re­dak­ti­on von NOZ Me­di­en und Me­di­en­hol­ding Nord für Po­li­tik, Wirt­schaft und Kul­tur.

Burk­hard Ewert

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