Die Haupt­stadt (Art. 22)

Bersenbrucker Kreisblatt - - HINTERGRUN­D -

Sehr knapp fiel am 20. Ju­ni 1991 im Bun­des­tag die Ent­schei­dung für Ber­lin: 338 Ab­ge­ord­ne­te vo­tier­ten für den Um­zug von Par­la­ment und Re­gie­rung an die Spree. 320 stimm­ten für Bonn. Heu­te mö­gen die Deut­schen ih­re Haupt­stadt und de­ren Brü­che. Aber: Ber­lin hat Mü­he, sei­ne in­ne­re Ein­heit zu fin­den. Os­si oder Wes­si? Un­aus­ge­spro­chen prägt die­se Fra­ge das Mit­ein­an­der. Durch das Bran­den­bur­ger Tor zu schlen­dern, die­ses Sym­bol für Ein­heit und Frei­heit, ist über­wäl­ti­gend – das Leid der deut­schen Tei­lung darf nicht ver­ges­sen wer­den. Zur Rea­li­tät ge­hört auch: Ber­lin ist im­mer noch nicht al­lei­ni­ger Re­gie­rungs­sitz. Sechs Bun­des­mi­nis­te­ri­en ha­ben ih­ren Haupt­stand­ort in Bonn, die üb­ri­gen un­ter­hal­ten dort ei­ne Fi­lia­le. Kos­ten­punkt: 20 Mil­lio­nen Eu­ro im Jahr.

ist Kor­re­spon­den­tin der NOZ in Ber­lin.

Bea­te Ten­fel­de

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