Eng­lisch: Alan Par­sons’ Art and Sci­ence of Sound Re­cor­ding).

Bersenbrucker Kreisblatt - - IM GESPRÄCH -

Ich er­in­ne­re mich dar­an, dass die ver­schie­dens­ten Din­ge mit Fä­den zu­sam­men­ge­hal­ten wur­den, und dar­an, dass wir ver­schie­de­ne Klang­tech­ni­ken da­für aus­pro­biert ha­ben, das ja. Ich er­in­ne­re mich, dass wir ein­mal Mün­zen in ei­ne Pa­pier­tü­te ge­stopft und auf den Bo­den ge­wor­fen ha­ben.

Seit­her gel­ten Sie als ei­ne Art Klang­ma­gi­er. Das ist nach wie vor so. Wenn man auf Youtube nach Ih­rem Na­men sucht, stößt man als­bald auf ei­ne Art Pod­cast oder ein Vi­deo­for­mat. Da sieht man Sie dann zum Bei­spiel mit ei­nem Welt­klas­se­mu­si­ker wie Si­mon Phil­lips – der ja lan­ge für To­to spiel­te – vor ei­nem Drum­set auf dem Fuß­bo­den sit­zen, wäh­rend Phil­lips et­was über die Bas­strom­mel er­zählt…

Das nennt sich „Die Kunst und die Wis­sen­schaft der Tonauf­zeich­nung“( Das ist ei­ne klei­ne Vi­deo­se­rie, die nicht nur Wis­sen ver­mit­teln, son­dern auch un­ter­hal­ten soll und die auch In­ter­views ent­hält. Es gibt in­zwi­schen ein zu­sam­men­fas­sen­des Buch, das all das ent­hält. Die Idee ist, dass das Ma­te­ri­al für Un­ter­richt und Leh­re ge­nutzt wird – al­so zum Bei­spiel für an­ge­hen­de Ton­tech­ni­ker und so.

Sie tre­ten nur noch als Alan Par­sons auf, nicht mehr als Alan Par­sons Pro­ject wie frü­her – hat das mit dem Zer­würf­nis zwi­schen Ih­nen und Ih­rem ehe­ma­li­gen Part­ner Eric Woolf­son zu tun?

Ja, ge­nau – der Na­me Alan Par­sons Pro­ject hat ja im­mer trans­por­tiert, dass es sich da­bei um ein Pro­jekt von zwei Men­schen ge­han­delt hat. Und der Na­me The Alan Par­sons Pro­ject ist au­ßer­dem auch ein recht­lich ge­schütz­tes Mar­ken­zei­chen. Wir hat­ten ei­nen sehr gro­ßen Rechts­streit rund um das letz­te Al­bum, das wir ge­mein­sam ge­macht ha­ben – es heißt „Freu­dia­na“, dar­aus ist dann in Wi­en so­gar ein Büh­nen­mu­si­cal ge­wor­den. Wir wa­ren uns nicht so ganz ei­nig mit al­lem, und da­zu kam noch ein Rechts­streit zwi­schen Eric und dem Pro­du­zen­ten der Show. Das war ei­ne schwie­ri­ge Zeit.

Nun ist Eric Woolf­son schon fast zehn Jah­re tot – hat­ten Sie ei­ne Chan­ce, sich vor­her aus­zu­söh­nen?

Ei­ne Art von Kon­zept­al­bum viel­leicht, wenn auch kein rein­ras­si­ges. Die meis­ten Songs ba­sie­ren auf ei­ner mei­ner größ­ten Lei­den­schaf­ten, näm­lich der Kunst der Ma­gie – was man sich viel­leicht auch den­ken kann, wenn man sich das Co­ver an­schaut.

Von wel­cher Art von Ma­gie spre­chen wir?

Zau­ber­tricks, Kar­tent­ricks… Das

Ich müss­te viel­leicht mal wie­der mit dem Üben an­fan­gen. Aber ich mag das Kon­zept von Ma­gie. Ich ste­he in Ver­bin­dung mit ei­ni­gen wirk­lich gu­ten Kar­tent­rick-Zau­be­rern. Und es kommt je­de Wo­che ein ganz neu­er Trick her­aus, den man ler­nen könn­te.

Es ist ei­ne Men­ge Zeit ver­gan­gen, seit Sie Ihr letz­tes rich­ti­ges Al­bum her­aus­ge­bracht ha­ben. „A Va­lid Path“er­schien vor 15 Jah­ren. Und auf wel­chen Pfa­den sind Sie in der Zwi­schen­zeit un­ter­wegs ge­we­sen?

Ich mag das sehr, es ist groß­ar­tig. Aber in Deutsch­land ha­ben wir tat­säch­lich das bes­te Pu­bli­kum. Vie­le Zu­schau­er sin­gen mit und ge­hen rich­tig mit. Das gibt es na­tür­lich über­all, klar, aber die Deut­schen mö­gen uns schon in ei­ner be­son­de­ren Wei­se.

Sie ha­ben mal ge­sagt, dass Sie so vie­le Jah­re lang mit dem Alan Par­sons Pro­ject nicht live auf­ge­tre­ten sind, weil sich der opu­len­te Klang tech­nisch nicht so oh­ne Wei­te­res auf die Kon­zert­büh­ne über­tra­gen ließ.

Wenn Sie an die 70er-Jah­re-Tech­no­lo­gie den­ken im Ver­gleich zur heu­ti­gen, hat sich ei­ne gan­ze Men­ge ge­tan. Mit heu­ti­gen Key­boards kön­nen Sie ei­ne Men­ge an Klän­gen re­pro­du­zie­ren, die frü­her ein­fach nicht gin­gen. Es war ein­fach nicht so leicht, den Klang der Al­ben zu er­zeu­gen. Aber jetzt kön­nen wir das. Ich be­reue es je­doch in­zwi­schen, dass wir mit den viel­leicht letz­ten bei­den Al­ben des Alan Par­sons Pro­ject da­mals nicht live auf­ge­tre­ten sind. Ich schät­ze, wenn wir das ge­tan hät­ten, wä­ren wir ver­mut­lich sehr groß ge­wor­den – viel­leicht so groß wie Yes, Pink Floyd und an­de­re. Wir hät­ten ver­mut­lich in Sta­di­en ge­spielt.

Das kann ich mir gut vor­stel­len.

So oder so, ich bin zuf­rie­den mit dem, was ich tue.

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