STICH­WORT WER­BE­VER­BOT FÜR AB­TREI­BUNG

Bietigheimer Zeitung - - Themen Des Tages / Politik - Epd/kna

Die Gie­ße­ner Ärz­tin Kris­ti­na Hä­nel war vom Amts­ge­richt Gie­ßen zu ei­ner Geld­stra­fe von 6000 Eu­ro ver­ur­teilt wor­den, weil sie aus Sicht des Ge­richts ge­gen den Pa­ra­gra­fen 219a Straf­ge­setz­buch ver­sto­ßen hat­te. Die­ser ver­bie­tet Werbung für Ab­trei­bun­gen aus fi­nan­zi­el­lem Ei­gen­in­ter­es­se oder „in grob an­stö­ßi­ger Wei­se“. Hä­nel hat­te auf der Pra­xis-In­ter­net­sei­te dar­über in­for­miert, dass sie Schwan­ger­schafts­ab­brü­che vor­nimmt.

Am Land­ge­richt er­klär­te Rich­ter Jo­han­nes Nink, mit der Be­ra­tungs­re­ge­lung ha­be der Ge­setz­ge­ber ei­nen „fürch­ter­li­chen Kom­pro­miss er­kämpft“, mit zwei Fei­gen­blät­tern: der Be­ra­tungs­stel­le, die ei­ne Schwan­ge­re vor dem Ab­bruch ver­pflich­tend auf­su­chen muss, und dem Pa­ra­gra­fen 219a, der ei­ne öf­fent­li­che Dis­kus­si­on „ab­brem­sen” wol­le. „Das Ge­setz ist von uns an­zu­wen­den.” Hä­nel gab er mit auf den Weg, sie müs­se das Ur­teil tra­gen „wie ei­nen Eh­ren­ti­tel“im Kampf für ein bes­se­res Ge­setz.

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