Das Volks­fest un­ter­mau­ert gu­ten Ruf

Bietigheimer Zeitung - - Stuttgart - Von Frank Ro­th­fuss

Fast vier Mil­lio­nen Be­su­cher auf dem Wa­sen – Po­si­ti­ve Bi­lanz

STUTT­GART. Die Gäs­te aus Man­ches­ter hat­ten sich stan­des­ge­mäß ge­klei­det. Le­der­ho­sen und blau­weiß ka­rier­te Hem­den tru­gen sie für ih­ren Be­such im Hof­bräu­Zelt. Bis in den Nor­den En­g­lands hat sich al­so her­um­ge­spro­chen, wie man in Stutt­gart fei­ert. Die Schot­ten wa­ren da ei­gen­sin­ni­ger, sie lie­ßen nicht vom Kilt. Einst wa­ren das Exo­ten, mitt­ler­wei­le kom­men im­mer mehr Be­su­cher des Volks­fests aus dem Aus­land. Hof­bräuWirt Hans­Pe­ter Grandl hat so­gar ver­ein­zelt Neu­see­län­der und Aus­tra­li­er ge­sich­tet, weit häu­fi­ger be­grüßt er mitt­ler­wei­le be­sag­te En­g­län­der und Skan­di­na­vi­er. Beim Kol­le­gen Wer­ner Kl­auss im Din­kel­acker­Zelt mag man es oran­ge­far­ben, „wir ha­ben die­ses Jahr drei grö­ße­re Grup­pen aus den Nie­der­lan­den bei uns im Zelt ge­habt“.

Die Ver­an­stal­tungs­ge­sell­schaft in.Stutt­gart be­stä­tigt die­sen Trend. Fran­zo­sen, Ita­lie­ner, Schwei­zer kom­men im­mer häu­fi­ger – und im­mer wie­der. „Stutt­gart hat sich die­ses Jahr ein­mal mehr welt­of­fen und fröh­lich ge­zeigt“, sagt Andre­as Kroll, Chef von in.Stutt­gart. Für ihn steht die­ses Volks­fest in ei­ner Rei­he mit der Leichtathletik­WM 1993 und der Fuß­ball­WM 2006. Denn es war ja nicht nur der Rum­mel auf dem Wa­sen. Es gab ja auch noch das His­to­ri­sche Volks­fest auf dem Schloss­platz und ne­ben dem Volks­fest auf dem Wa­sen das 100. Land­wirt­schaft­li­che Haupt­fest. Ins­ge­samt be­such­ten fast fünf Mil­lio­nen Men­schen die­se drei Fes­te. Drö­seln wir auf: Aufs His­to­ri­sche Volks­fest ka­men mehr als 600 000 Men­schen, aufs Land­wirt­schaft­li­che Haupt­fest 210 000 Men­schen, und aufs Volks­fest wer­den zum gu­ten Schluss am Sonn­tag vier Mil­lio­nen Men­schen ge­kom­men sein, ei­ne hal­be Mil­li­on Men­schen mehr als er­war­tet.

Die Grün­de da­für? Na­tür­lich das Wet­ter, da wa­ren sich al­le Be­tei­lig­ten ei­nig. Aber man ha­be auch, so Kl­auss, den Rü­cken­wind durch das Ju­bi­lä­um ge­nutzt. Das Volks­fest sei da­durch in al­ler Mun­de ge­we­sen, „und das zeigt, mehr Werbung zahlt sich aus“. Auch Schau­stel­ler­ver­tre­ter Mark Ro­sch­mann fand, das Volks­fest ha­be von dem His­to­ri­schen Volks­fest in der In­nen­stadt pro­fi­tiert. Das ha­be die Men­schen neu­gie­rig auf das Ori­gi­nal ge­macht. So hat­ten nicht ein­mal die Schau­stel­ler et­was zu jam­mern. „Es war ein über­ra­gen­des Volks­fest“, sagt Ro­sch­mann, „wer jetzt noch me­ckert, muss et­was falsch ge­macht ha­ben.“Und auch Wer­ner Kl­auss, Spre­cher der Fest­wir­te, sag­te: „Nach zwei Jah­ren der Sta­gna­ti­on ha­ben wir ein leich­tes Plus ver­zeich­net.“

Bei so viel ei­tel Son­nen­schein woll­te auch Jörg Schie­be, Lei­ter des zu­stän­di­gen Po­li­zei­re­viers Bad Cann­statt und da­mit auch der Wa­sen­wa­che, die Lau­ne nicht trü­ben. „Es war ein tol­les Dop­pel­ju­bi­lä­um mit sehr vie­len fröh­li­chen, fried­li­chen und gut ge­laun­ten Men­schen.“Ins­ge­samt ver­zeich­ne­te man bis­her 669 An­zei­gen, im Vor­jahr wa­ren es 717. Die Zahl der Kör­per­ver­let­zun­gen sank von 185 auf 165, die Zahl der ge­fähr­li­chen Kör­per­ver­let­zun­gen von 44 auf 39. Woran das liegt? Ein­mal dar­an, dass we­ni­ger Ko­mas­äu­fer un­ter­wegs sind, wie das DRK be­stä­tig­te. Dann sind mehr Po­li­zei und mehr Ord­ner auf dem Platz, die schnel­ler vor Ort ist – und zwar be­vor aus ei­nem Streit ei­ne Rau­fe­rei wird. Da­bei hilft, dass die Po­li­zei mit 17 statt elf Ka­me­ras den Platz be­ob­ach­tet.

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