Bau­ge­biet ei­ne Run­de wei­ter

Bietigheimer Zeitung - - Besigheim Und Umgebung -

Mun­dels­heim Im Be­bau­ungs­plan­ver­fah­ren Seel­ho­fen IV fass­te der Ge­mein­de­rat jetzt den Ent­wurfs­be­schluss. Von Ro­land Wil­le­ke

Das war ei­ne lan­ge De­bat­te, bis der Mun­dels­hei­mer Ge­mein­de­rat am Don­ners­tag nach mehr als zwei St­un­den den vor­ge­leg­ten Ent­wür­fen für das neue Bau­ge­biet Seel­ho­fen IV zu­stimm­te. Es schließt sich an das be­ste­hen­de Bau­ge­biet Seel­ho­fen III an und er­füllt da­mit die Be­din­gun­gen des neu ins Bau­ge­setz­buch ein­ge­füg­ten Pa­ra­gra­phen 13b.

Die­ser sieht für ei­nen be­grenz­ten Zei­t­raum vor, dass Au­ßen­be­reichs­flä­chen in das be­schleu­nig­te Ver­fah­ren zur Aus­wei­sung von Bau­land ein­be­zo­gen wer­den kön­nen, so­fern sie we­ni­ger als 10 Hekt­ar um­fas­sen und sich di­rekt an „im Zu­sam­men­hang er­stell­te Orts­tei­le“an­schlie­ßen. Ent­spre­chen­de Sat­zungs­be­schlüs­se müs­sen bis zum Jah­res­en­de 2021 ge­fasst sein.

In Mun­dels­heim sieht man das als Chan­ce, re­la­tiv un­pro­ble­ma­tisch ein neu­es Bau­ge­biet ent­wi­ckeln zu kön­nen, nach­dem in den letz­ten 15 Jah­ren kein neu­es Bau­land mehr aus­ge­wie­sen wur­de. Nicht al­le se­hen in­des das Heil der Ge­mein­de in der Aus­wei­sung ei­nes Bau­ge­biets Seel­ho­fen IV.

Die jetzt vor­ge­leg­ten Plä­ne der LBBW Im­mo­bi­li­en Kom­mu­nal­ent­wick­lung Gm­bH (KE) se­hen auf ei­ner Flä­che von 2,4 Hekt­ar rund 40 Bau­plät­ze vor. Das Ge­län­de wird im Wes­ten und Sü­den vom Hart­weg be­grenzt, im Os­ten und Nor­den schlie­ßen sich land­wirt­schaft­lich ge­nutz­te Flä­chen an.

Rei­hen­häu­ser nicht er­laubt

Die rund 40 neu­en Bau­plät­ze sol­len durch ei­ne Ring­stra­ße mit ei­ner Durch­fahrts­brei­te von 5,50 Me­tern er­schlos­sen wer­den. Die auf der Au­ßen­sei­te des Rings lie­gen­den Grund­stü­cke sind für Ein­zel­häu­ser und das ei­ne oder an­de­re Dop­pel­haus vor­ge­se­hen, die im In­nern des Rings lie­gen­den Plät­ze sol­len Dop­pel­häu­ser auf­neh­men. Ge­plant ist ei­ne Be­bau­ung mit zwei Voll­ge­schos­sen. Die Ge­bäu­de - wahl­wei­se mit Sat­tel-, Pult oder Flach­dä­chern - sol­len ma­xi­mal 12 Me­ter breit und 12 Me­ter lang sein. Dop­pel­häu­ser kön­nen bis 16 Me­ter lang sein. Rei­hen­häu­ser sind nicht er­laubt. Der Bau von Ein­lie­ger­woh­nun­gen soll mög­lich sein, er­läu­ter­te KE-Pro­jekt­lei­te­rin Mar­ga­re­the Stahl vor dem Ge­mein­de­rat.

Er­schlos­sen wird das Ge­biet vom Sü­den her über den Hart­weg. Ei­ne ur­sprüng­lich ge­plan­te so ge­nann­te Not­aus­fahrt im Wes­ten wur­de auf Grund von Ein­wen­dun­gen der An­woh­ner nach Nor­den ver­legt. Statt­des­sen soll es auf Vor­schlag von Ge­mein­de­rä­tin Re­gi­ne Zim­mer­mann im Wes­ten ei­ne Fuß­gän­ger­ver­bin­dung zur be­ste­hen­den Be­bau­ung in Gestalt ei­ner Trep­pe ge­ben. Der an das Wohn­ge­biet im Os­ten an­gren­zen­de Feld­weg soll nach Sü­den ver­län­gert wer­den. Durch bei­de Maß­nah­men könn­ten sich die Grund­stücks­zu­schnit­te und da­mit die Zahl der mög­li­chen Bau­plät­ze noch än­dern, er­klär­te Mar­ga­re­the Stahl.

„Wir re­den von Wohn­be­bau­ung. Das Aus­mos­ten von Grund­stü­cken soll ver­hin­dert wer­den“, un­ter­strich Bür­ger­meis­ter Haist ein we­sent­li­ches Pla­nungs­ziel. Das war auch Ge­mein­de­rat Dirk Brei­sig sehr wich­tig. Mehr­fach er­kun­dig­te er sich, ob man mit der vor­ge­leg­ten Pla­nung auf der si­che­ren Sei­te lie­ge; denn das Wich­tigs­te sei: „Kei­ne Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser.“For­de­run­gen aus dem Ge­mein­de­rat nach ei­nem Ge­mein­schafts­platz – ge­ge­be­nen­falls mit Tisch zum Kaf­fee­trin­ken – oder nach ei­nem Ent­wäs­se­rungs­gra­ben an der West­sei­te an­stel­le der für je­den Bau­platz vor­ge­schrie­be­nen Zis­ter­nen, fan­den kei­ne Mehr­heit oder wur­den aus tech­ni­schen Grün­den ab­ge­lehnt.

Gra­ben am liebs­ten über­deckt

Ge­mein­de­rat Dr. Micha­el Wolf hät­te den von ihm vor­ge­schla­ge­nen Gra­ben am liebs­ten mit ei­ner Aus­sichts­platt­form über­deckt. Das aber hät­te den dort le­ben­den Zau­nei­dech­sen we­nig ge­fal­len; die Tie­re mö­gen kei­nen Schat­ten, wie Bär­bel Schlos­ser be­merk­te. Sie ist In­ha­be­rin der Hei­del­ber­ger Gesellschaft für Land­schafts­öko­lo­gie und Um­welt­pla­nung Bio­plan, die die ar­ten­schutz­recht­li­che Un­ter­su­chung im Ge­biet Seel­ho­fen IV durch­ge­führt hat. Da­bei wur­de er­mit­telt, dass im Sü­den und Wes­ten des Pl­an­ge­biets hoch­ge­rech­net 120 Zau­nei­dech­sen le­ben. Et­wa 40 von ih­nen müs­sen um­zie­hen; die meis­ten Ei­dech­sen kön­nen aber blei­ben, weil das Bau­ge­biet et­was vom Le­bens­raum der Tie­re ab­ge­rückt wur­de. Den Aus­gleich für die im künf­ti­gen Bau­ge­biet fest­ge­stell­ten Bio­to­pe sieht Bär­bel Schlos­ser un­ter an­de­rem in der Mun­dels­hei­mer Christ­baum­kul­tur in der Nä­he der Au­to­bahn.

Der Ge­mein­de­rat bil­lig­te die Plä­ne mit neun Ja-Stim­men bei ei­ner Ent­hal­tung. Der nächs­te Ver­fah­rens­schritt sind ei­ne noch­ma­li­ge Of­fen­le­gung und der sich dar­an an­schlie­ßen­de Sat­zungs­be­schluss. Er wird vor­aus­sicht­lich im Ja­nu­ar ge­fasst wer­den kön­nen. Bis En­de 2019 soll das Are­al er­schlos­sen sein, so dass ab 2020 die ers­ten Häu­ser ge­baut wer­den kön­nen.

Fo­to: Wer­ner Kuhn­le

Ei­ne Luft­auf­nah­men von Mun­dels­heim. Oben rechst ist das Be­ton­werk Rö­ser zu er­ken­nen. Ge­gen­über zieht sich die Be­bau­ung den Hang hin­auf. Die ro­te Mar­kie­rung ist die Flä­che des neu­en Bau­ge­bie­tes Seel­ho­fen IV.

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