Der lan­ge Weg zum Frau­en­wahl­recht

Bietigheimer Zeitung - - Das Samstagsthema - Bz

1850

In den meis­ten deut­schen Staa­ten wird Frauen die Mit­glied­schaft in po­li­ti­schen Ver­ei­nen ver­bo­ten. Sie dür­fen sich nur in „un­po­li­ti­schen Ver­ei­nen“be­tä­ti­gen. Frauen schlie­ßen sich trotz­dem ab der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts in Grup­pen und Ver­ei­nen zu­sam­men, um sich für Frau­en­be­lan­ge und Frau­en­rech­te ein­zu­set­zen.

1891

Die SPD nimmt auf ih­rem Er­fur­ter Par­tei­tag die For­de­rung nach dem Frau­en­stimm­recht in das Par­tei­pro­gramm auf. Cla­ra Zet­kin spricht vor den De­le­gier­ten über die pro­le­ta­ri­sche Frau­en­be­we­gung.

1908

Mit der Auf­he­bung des Preu­ßi­schen Ver­eins­rech­tes am 15. Mai 1908 fällt das Ver­bot der Mit­glied­schaft für Frauen in po­li­ti­schen Par­tei­en.

1911

Am 19. März fin­det der ers­te In­ter­na­tio­na­le Frau­en­tag, or­ga­ni­siert von Cla­ra Zet­kin und Kä­the Duncker, statt. Die­ser Tag wur­de von den so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Frauen als Kampf­tag für das Frau­en­wahl­recht ein­ge­führt.

1918

Im Ok­to­ber 1918 for­der­ten 58 deut­sche Frau­en­or­ga­ni­sa­tio­nen in ei­nem Schrei­ben Reichs­kanz­ler Max von Ba­den da­zu auf, dem Ver­lan­gen der Frauen nach ei­nem Wahl­recht zu ent­spre­chen. In der Haupt­stadt Ber­lin ver­sam­mel­ten sich meh­re­re tau­send Men­schen und for­der­ten das so­for­ti­ge Stimm­recht für die Frauen.

1919

Die Wahl zur ver­fas­sung­ge­ben­den Na­tio­nal­ver­samm­lung vom 19. Ja­nu­ar 1919 war die ers­te, an der Frauen als Wäh­le­rin­nen und Ge­wähl­te teil­nah­men. Über 80 Pro­zent der wahl­be­rech­tig­ten Frauen ga­ben ih­re Stim­me ab. Es kan­di­dier­ten 300 Frauen. Von den ins­ge­samt 423 Ab­ge­ord­ne­ten zo­gen 37 Frauen in die Na­tio­nal­ver­samm­lung ein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.