Ver­wal­tungs­ju­rist will den Chef­ses­sel

Bietigheimer Zeitung - - Sachsenheim Und Umgebung -

Kan­di­da­tur Der 48-jäh­ri­ge Hol­ger Al­brich be­wirbt sich als Bür­ger­meis­ter in Sach­sen­heim.

Bei der am 3. Fe­bru­ar statt­fin­den­den Bür­ger­meis­ter­wahl in Sach­sen­heim wird der 48-jäh­ri­ge Ver­wal­tungs­ju­rist Hol­ger Al­brich kan­di­die­ren. Dies gab er am Frei­tag be­kannt. Sei­ne Be­wer­bung hat er be­reits am ers­ten Tag nach der Stel­len­aus­schrei­bung, am 27. Ok­to­ber ein­ge­reicht. Al­brich lebt mit sei­ner Ehe­frau und den zwei ge­mein­sa­men Kin­dern seit meh­re­ren Jah­ren in Lud­wigs­burg. Er stammt aus Groß­sach­sen­heim und ist dort auf­ge­wach­sen. Seit sechs Jah­ren ar­bei­tet er im Mi­nis­te­ri­um für So­zia­les und In­te­gra­ti­on in Stutt­gart.

Vor Ort an­pa­cken

„Nach nun fast 20 Jah­ren als Ju­rist in der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung, auf un­ter­schied­li­chen Ebe­nen und Ge­bie­ten, ist jetzt für mich der rich­ti­ge Zeit­punkt, um als Bür­ger­meis­ter vor Ort an­zu­pa­cken. Mei­ne Hei­mat­stadt Sach­sen­heim ist da­bei für mich nicht ir­gend­ei­ne Stadt, son­dern Her­zens­sa­che“, so Al­brich. Mit Sach­sen­heim sei er im­mer eng ver­bun­den ge­blie­ben, durch vie­le Freund­schaf­ten, sei­ne Zeit als Ju­gend­spie­ler bei den Sport­freun­den Groß­sach­sen­heim, durch die Ur­zeln, bei de­nen er seit sei­ner Kind­heit ak­tiv ist und durch den Ten­nis­club Groß­sach­sen­heim, für den er bei den Her­ren 30 an­tritt und des­sen Ers­ter Vor­sit­zen­der er ist. Al­brich be­gann sei­ne be­ruf­li­che Lauf­bahn bei den So­zi­al­kas­sen der deut­schen Bau­wirt­schaft in Wies­ba­den. Dort ging es um die Durch­set­zung deut­scher So­zi­al­stan­dards ge­gen­über aus­län­di­schen Bau­be­trie­ben. Sei­ne nächs­te be­ruf­li­che Sta­ti­on war bei der Lan­des­an­stalt für Kom­mu­ni­ka­ti­on in Stutt­gart, wo er am Auf­bau der Struk­tu­ren für die Ra­diound Fern­seh­land­schaft in Ba­den-Würt­tem­berg so­wie des Ju­gend­me­di­en­schut­zes mit­wirk­te, wie er mit­teilt. Im An­schluss dar­an ar­bei­te­te er bei der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on in Brüs­sel meh­re­re Jah­re an der Wei­ter­ent­wick­lung der eu­ro­päi­schen Me­di­en­po­li­tik und da­bei ins­be­son­de­re des Ju­gend­me­di­en­schut­zes. Aus Brüs­sel mit­ge­nom­men ha­be er die Über­zeu­gung, dass man bei al­len Un­ter­schie­den er­folg­reich für ge­mein­sa­me Zie­le ar­bei­ten kön­ne. Die­se Er­fah­rung wol­le er auch als Bür­ger­meis­ter in Sach­sen­heim nut­zen. Aus sei­ner sechs­jäh­ri­gen Tä­tig­keit im Mi­nis­te­ri­um für So­zia­les und In­te­gra­ti­on in Stutt­gart brin­ge er ei­ne Rei­he von für die Kom­mu­nen wich­ti­gen The­men mit, et­wa Fa­mi­li­en, Kin­der und Ju­gend, Se­nio­ren, In­klu­si­on, Gleich­stel­lung, In­te­gra­ti­on, Pfle­ge und Ge­sund­heits­ver­sor­gung. Als Ver­wal­tungs­ju­rist ken­ne er den po­li­ti­schen und recht­li­chen Hand­lungs­rah­men ei­ner Stadt. Dies hält er für wich­tig, um die Spiel­räu­me der Stadt rich­tig zu nut­zen und die Wei­chen für die nächs­ten Jahr­zehn­te rich­tig zu stel­len. „Ich weiß, wie man sich als Kom­mu­ne im Land Ge­hör ver­schafft und wei­ter­kommt, auch bei För­der­gel­dern“, sagt Al­brich.

Die Kunst se­he er dar­in, dass die Stadt mit ih­ren be­grenz­ten Hand­lungs­mög­lich­kei­ten in al­len wich­ti­gen Be­rei­chen das Op­ti­ma­le er­reicht. Da­zu müs­se man nicht nur gut bei den Aus­ga­ben haus­hal­ten, son­dern auch schau­en, wie man zu mehr Ein­nah­men kom­men kann. Hier­zu setzt Al­brich auf ei­ne ak­ti­ve Wirt­schafts­för­de­rung, um das Po­ten­zi­al für hö­he­re Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men zu nut­zen. Die The­men Kin­der­be­treu­ung, Bil­dung und die Schwie­rig­keit, Be­ruf und Fa­mi­lie un­ter ei­nen Hut zu be­kom­men sei­en ihm auch privat ver­traut als zwei­fa­cher Fa­mi­li­en­va­ter mit ei­ner in Teil­zeit be­rufs­tä­ti­gen Ehe­frau. Wei­te­re The­men, die Al­brich ge­mein­sam mit al­len Be­tei­lig­ten an­ge­hen möch­te sind die Gestal­tung der Schul­land­schaft, die At­trak­ti­vi­tät der öf­fent­li­chen Or­te und die Ver­bes­se­rung der Nah­ver­sor­gung in al­len Stadt­tei­len, wo nö­tig auch der Breit­band­ver­sor­gung, die Be­treu­ungs­si­tua­ti­on von pfle­ge­be­dürf­ti­gen und äl­te­ren Men­schen, das Kul­tur­an­ge­bot so­wie Frei­zeit­an­ge­bo­te für Ju­gend­li­che und Se­nio­ren.

Ver­kehr und Mo­bi­li­tät

Bei den The­men Ver­kehr und Mo­bi­li­tät müs­se man ge­mein­sam mit den Nach­bar­kom­mu­nen und den zu­stän­di­gen Stel­len in­tel­li­gen­te Lö­sun­gen fin­den, um bei­spiels­wei­se Och­sen­bach vom Schwer­last­ver­kehr zu ent­las­ten. Ein be­son­de­res An­lie­gen sei es ihm, dass die sechs Stadt­tei­le sich mehr als Teil ei­nes Gan­zen se­hen. Dies ste­he für ihn aber nicht in Wi­der­spruch zur Be­wah­rung der Iden­ti­tät und Ei­gen­stän­dig­keit der ein­zel­nen Stadt­tei­le. Auch hier set­ze er auf die In­te­gra­ti­ons­kraft der Ver­ei­ne. Seit lan­gem be­schäf­ti­ge er sich mit ei­ner Bür­ger­meis­ter-Kan­di­da­tur in Sach­sen­heim. Sei­ne Ge­sprä­che, die er seit ei­nem Jahr da­zu füh­re, hät­ten ihn dar­in be­stärkt, es zu ver­su­chen. „Ich möch­te in den nächs­ten Wo­chen er­fah­ren, was die Sach­sen­hei­mer be­wegt“, schließt Al­brich.

Fo­to: Al­brich

Der 48-jäh­ri­ge Hol­ger Al­brich will Nach­fol­ger von Horst Fied­ler wer­den.

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