Die Reiß­lei­ne war rich­tig

Bietigheimer Zeitung - - Südwestumschau - Kom­men­tar Na­di­ne Vogt über die Ver­ta­gung der LEA-Ent­schei­dung

Es ist ent­täu­schend, dass der Ell­wan­ger Ge­mein­de­rat die Ent­schei­dung über die Wei­ter­füh­rung der LEA ver­tagt hat – vor al­lem für die Ein­woh­ner der Kle­in­stadt, die Ge­wiss­heit wol­len. Rund 150 Bür­ger ka­men zur öf­fent­li­chen Sit­zung. Die Zahl spricht für sich. Und doch war es rich­tig, dass die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker die Reiß­lei­ne ge­zo­gen ha­ben. Lie­ber Nach­ver­hand­lun­gen in Kauf neh­men, als den Ver­trag in die­ser Form ab­leh­nen. Denn da­nach sah es am Don­ners­tag­abend aus. Noch ein­mal de­bat­tie­ren – in den Frak­tio­nen, mit dem Land, mit dem Kreis. Von Letz­te­rem soll es mehr als nur ei­ne münd­li­che Zu­sa­ge zur Ge­sund­heits­aka­de­mie ge­ben. Es wirkt müh­sam, doch die ver­scho­be­ne Ab­stim­mung zeigt: Der Wil­le ist da, ein biss­chen Mut fehlt noch.

Darf man ei­ne Ein­rich­tung, in der Ge­flüch­te­te un­ter­kom­men, an Er­war­tun­gen und Be­din­gun­gen kop­peln? Aus hu­ma­ni­tä­rer Sicht vi­el­leicht nein. In Ell­wan­gen ist die Ant­wort auf die­se Fra­ge aber der Knack­punkt, und das ist auch le­gi­tim. Die Be­mü­hun­gen in der Re­gi­on müs­sen ernst ge­nom­men wer­den, oh­ne dass Land und Kreis sich er­press­bar ma­chen.Die Stadt muss ein­for­dern dür­fen, was sie für die Ent­schei­dung braucht. Und das ist Si­cher­heit. Für Zu­sa­gen, die be­reits ge­macht wur­den. OB Hil­sen­bek hat sich end­lich, aber deut­lich, für die LEA aus­ge­spro­chen. Der Rat hat mehr­heit­lich das Ab­war­ten ei­ner Ab­leh­nung vor­ge­zo­gen. Das soll­ten die bei­den Ver­trags­part­ner als Chan­ce se­hen – und han­deln.

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