CDU sieht die Sperr­stun­de nun auch kri­tisch

Bietigheimer Zeitung - - Stuttgart - Von Sa­scha Mai­er

Zu­stän­de an Eber­hard­stra­ße für An­woh­ner nur „schwer er­träg­lich“

STUTT­GART. Über die Wie­der­ein­füh­rung der Sperr­stun­de an der Eber­hard­stra­ße wird wei­ter ge­strit­ten. Nach Kla­gen von An­woh­nern hat­te die Stadt­ver­wal­tung ver­fügt, dass Clubs dort um 5 Uhr schlie­ßen müs­sen. Nach­dem sich die Ge­mein­de­rats­frak­tio­nen der Grü­nen, die SPD und das Frak­ti­ons­bünd­nis SÖS/Lin­ke­plus da­ge­gen aus­ge­spro­chen hat­ten, fin­det jetzt auch die CDU kri­ti­sche Wor­te da­für. Das „Club­st­er­ben sei be­sorg­nis­er­re­gend“.

Dar­um wei­sen die Christ­de­mo­kra­ten in ei­nem An­trag dar­auf hin, dass die Sperr­stun­de für Clubs, in de­nen bis spät in die Mor­gen­stun­den ge­fei­ert wird, ei­ne „exis­tenz­be­dro­hen­de Wir­kung ent­fal­ten könn­te“. Die CDU will ei­nen Weg fin­den, die Sperr­stun­de wie­der auf­zu­he­ben. Deut­li­cher als die an­de­ren Frak­tio­nen im Ge­mein­de­rat wol­len die An­trag­stel­ler aber auch die An­woh­ner­in­ter­es­sen be­rück­sich­ti­gen – die­se hat­ten die Wie­der­ein­füh­rung der Sperr­stun­de an der Eber­hard­stra­ße und am Jo­sef­Hirn­Platz mit mas­si­ven Lärm­be­schwer­den, hoch bis zum Re­gie­rungs­prä­si­di­um, erst er­wirkt. Die CDU fragt: „Wie kann zu­künf­tig si­cher­ge­stellt wer­den, dass sub­kul­tu­rel­le Ein­rich­tun­gen und An­woh­ner­in­ter­es­sen auch oh­ne Sank­tio­nen ver­eint wer­den kön­nen?“Aus der Sicht man­cher An­woh­ner: wohl gar nicht. „Wir sind sehr glück­lich über die Ver­kür­zung der Sperr­zeit“, sagt ei­ne An­woh­ne­rin. Seit­dem die Sperr­stun­de wie­der gel­te, sei­en die Müll­ber­ge am Wo­chen­en­de klei­ner und die „übel­rie­chen­den Hau­fen und Pfüt­zen vor der Haus­tür und das Ge­grö­le der um­her­zie­hen­den Grup­pen von Be­trun­ke­nen“sel­te­ner ge­wor­den.

Die An­woh­ne­rin be­tont, dass ein viel­fäl­ti­ges Nacht­le­ben wich­tig sei – der Zu­stand an der Eber­hard­stra­ße im Mor­gen­grau­en sei aber nur „schwer er­träg­lich.“In­so­fern ha­be es nichts mit Spie­ßer­tum zu tun, wenn An­woh­ner die Stadt auf­for­der­ten, ih­re In­ter­es­sen zu be­rück­sich­ti­gen. Dem wi­der­spricht kei­ne Frak­ti­on im Ge­mein­de­rat. Den­noch be­zwei­feln sie of­fen­sicht­lich in gro­ßer Mehr­heit, ob die Wie­der­ein­füh­rung der Sperr­stun­de ein ver­nünf­ti­ges In­stru­ment ist, ei­nen Kom­pro­miss zu er­zie­len. Dem­nächst wird das Ord­nungs­amt vor dem Ver­wal­tungs­aus­schuss den Stadt­rä­ten in Sa­chen Sperr­stun­de Re­de und Ant­wort ste­hen.

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