Ei­ne Fah­ne für die neue Re­si­denz

Bietigheimer Zeitung - - Kreis Ludwigsburg -

Orts­wap­pen Lud­wigs­burg hat sein Stadt­wap­pen mit Reichs­sturm­fah­ne als Mo­tiv 1718 von Her­zog Lud­wig er­hal­ten.

Das Lud­wigs­bur­ger Stadt­wap­pen zeigt ei­nen schrä­gen ro­ten Fah­nen­stock mit gol­de­ner Spit­ze und gol­de­ner Reichs­sturm­fah­ne auf blau­em Hin­ter­grund. Auf der Fah­ne ist ein schwar­zer Ad­ler mit ro­ten Kral­len, Schna­bel und Zun­ge zu se­hen. Die Reichs­sturm­fah­ne wur­de im Krieg den Trup­pen vor­aus­ge­tra­gen und zeig­te den Kämp­fern den Stand­ort der ei­ge­nen Leu­te.

Lud­wigs­burg er­hielt sein Stadt­wap­pen von Her­zog Eber­hard Lud­wig von Würt­tem­berg. In ei­nem Do­ku­ment vom 3. Sep­tem­ber 1718 stell­te er Lud­wigs­burg den an­de­ren würt­tem­ber­gi­schen Städ­ten gleich und ge­stat­te­te der neu er­ho­be­nen Stadt, die Reichs­sturm­fah­ne, die Teil sei­nes ei­ge­nen her­zog­li­chen Wap­pens war, zu­künf­tig als Stadt­wap­pen zu ver­wen­den. Das Mo­tiv der Reichs­sturm­fah­ne ent­springt ur­sprüng­lich der Burg und Stadt Grü­nin­gen (Sie­he Sei­te 9). Burg und Stadt wa­ren im Mit­tel­al­ter ein Reichs­le­hen, das mit dem Amt des Reichs­sturm­fähn­richs ver­knüpft und seit 1336 erb­lich dem Haus Würt­tem­berg ver­lie­hen war. Seit 1495 war die Reichs­sturm­fah­ne Be­stand­teil des her­zog­lich würt­tem­ber­gi­schen Wap­pens.

We­ni­ge Jah­re vor der Grün­dung Lud­wigs­burgs hat­te Her­zog Eber­hard Lud­wig die­ses für die an­ge­streb­te Kur­wür­de mitt­ler­wei­le wie­der be­deu­tungs­vol­le Reich­s­amt ge­gen An­sprü­che der Her­zö­ge von Braunschweig-Lü­ne­burg ver­tei­digt. Da­mit muss­te Grü­nin­gen die Fah­ne an die neu­ge­grün­de­te Re­si­denz Lud­wigs­burg ab­tre­ten. Das Stadt­wap­pen spielt auf die Funk­ti­on als her­zog­li­che Re­si­denz und den Auf­be­wah­rungs­ort der Reichs­sturm­fah­ne an. Al­ler­dings ist über den Ver­bleib der Reichs­sturm­fah­ne nichts be­kannt, wie das Stadt­ar­chiv Mark­grö­nin­gen schreibt.

2018 jährt sich die Er­he­bung zur würt­tem­ber­gi­schen Re­si­den­zund drit­ten Haupt­stadt nach Stutt­gart und Tübingen zum 300. Mal. Das fei­er­te die Stadt mit di­ver­sen Ver­an­stal­tun­gen.

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