Rad­tou­ris­mus ist der Ren­ner

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Kreis Lud­wigs­burg. Auf der Stutt­gar­ter Ur­laubs­mes­se CMT prä­sen­tie­ren auch die­ses Jahr Kom­mu­nen aus dem Kreis ihr tou­ris­ti­sches An­ge­bot. Die BZ hat vor­bei­ge­schaut.

CMT Auf der Stutt­gar­ter Ur­laubs­mes­se prä­sen­tie­ren auch die­ses Jahr Kom­mu­nen aus dem Kreis Lud­wigs­burg ihr tou­ris­ti­sches An­ge­bot. Die BZ hat vor­bei­ge­schaut. Von Uwe Roth

Ta­ges­aus­flüg­ler und Ra­drei­sen­de las­sen den Tou­ris­mus im Land­kreis Lud­wigs­burg wach­sen. Auf der Ur­laubs­mes­se CMT, die am Sams­tag in der Lan­des­mes­se am Stutt­gar­ter Flug­ha­fen be­gon­nen hat, wer­ben die Kom­mu­nen kräf­tig um sol­che Kurz­zeit­gäs­te. In der Gas­tro­no­mie und Ho­tel­le­rie ge­hö­ren ei­ne La­de­mög­lich­keit fürs Pe­del­ec in­zwi­schen zu ei­nem selbst­ver­ständ­li­chen Ser­vice wie frei­es W-Lan. Für den Ta­ges­tou­ris­mus ist ein An­schluss an ei­nen re­gio­na­len Rad­wan­der­weg von eben­so gro­ßer Be­deu­tung ge­wor­den wie ei­ne Hal­te­stel­le im Ver­kehrs­ver­bund Stutt­gart (VVS). Ins 3B-Land kom­men Gäs­te zu­dem über den Karls­ru­her Ver­kehrs­ver­bund (KVV). Er­neut ha­ben die 3B-Kom­mu­nen Bie­tig­heim-Bis­sin­gen, Bön­nig­heim und Be­sig­heim in der Ba­den-Würt­tem­berg-Hal­le 6 ei­nen Ge­mein­schafts­stand zu­sam­men mit dem Kraich­gau-Strom­berg Tou­ris­mus und der Stadt Bruch­sal. Ei­gent­lich müss­te es jetzt 3B-und-FLand hei­ßen: Freu­den­tal hat sich zum Jah­res­be­ginn der Tou­ris­mus-Ko­ope­ra­ti­on an­ge­schlos­sen.

Das 3B-Tou­ris­mus-Team wird von Eric Rei­ter ge­lei­tet. Er ist am Er­öff­nungs­tag eben­falls am Stand und stellt fest, dass ver­mehrt Ta­ges­tou­ris­ten aus ganz Ba­den-Würt­tem­berg das Ge­biet an Enz und Neckar an­steu­ern. Die kom­men im­mer öf­ter auf zwei Rä­dern statt mit dem Au­to. „Rad­fah­ren ist wahn­sin­nig an­ge­sagt“, sagt der Tou­ris­mus­chef. Be­sig­heim pro­fi­tie­re we­gen der Kreu­zung zwei­er Lan­des­rad­fern­we­ge so­wie seiner ex­po­nier­ten La­ge be­son­ders. Ab­seits der Fluss­tä­ler nimmt der Rad­tou­ris­mus eben­falls zu. Der Elek­tro­an­trieb bringt äl­te­re Rad­fah­rer in hö­he­re La­gen, die sie zu­vor mit ei­nem kon­ven­tio­nel­len Rad oder zu Fuß nie er­reicht hät­ten. So pro­fi­tie­ren nach seiner Be­ob­ach­tung Freu­den­tal und Bön­nig­heim eben­falls vom Boom der Ta­ges­aus­flüg­ler.

1000 Schnäps­le am Tag

In Bön­nig­heim kön­nen sie zum Bei­spiel das Schnaps­mu­se­um be­su­chen. Was es dort zu pro­bie­ren gibt, zeigt Mu­se­ums­lei­ter Kurt Sar­t­ori­us am Sams­tag: Acht ver­schie­de­ne Schnäp­se und Li­kö­re hat er zum Stand ge­bracht. Et­wa 1000 Pro­ben, so schätzt er, ge­hen über den Tag weg. Der Ren­ner sei ein Pflau­men-Sah­ne-Li­kör, der al­lein we­gen seiner knall­pin­ken Far­be die Auf­merk­sam­keit auf sich zieht.

Dass Er­leb­nis­an­ge­bo­te Tou­ris­ten an­zie­hen, weiß man auch in der Stadt Vai­hin­gen. Dort sind Sto­cherkahn­fahr­ten „der ab­so­lu­te Ren­ner“, wie Isol­de Dürr vom Kul­tur- und Tou­ris­tik­bü­ro sagt. Sol­che Tou­ren auf der Enz brin­gen gan­ze Grup­pen in die Stadt – sehr zur Freu­de der Gas­tro­no­mie. Die Tou­ris­mus­ma­na­ge­rin hat zum ers­ten CMT-Tag die Bon­bon­fa­brik Jung „mit­ge­bracht“. Dass es ein Bon­bon­mu­se­um gibt, macht die Stadt für Fa­mi­li­en at­trak­tiv, de­ren Kin­der kein so gro­ßes In­ter­es­se an der Er­kun­dung der his­to­ri­schen Alt­stadt ha­ben.

Da hat es der Er­leb­nis­park Trips­drill ein­fa­cher. Er ist tra­di­tio­nell eben­falls mit ei­nem klei­nen Stand auf der Mes­se ver­tre­ten. Wenn der Park am 6. April Sai­son­er­öff­nung hat, wird es ei­nen neu­en Er­leb­nis­spiel­platz ge­ben. „Er wird ei­ne Grö­ße von 1400 Qua­drat­me­tern ha­ben und ein An­ge­bot auch für klei­ne­re Kin­der sein“, sagt Alex­an­der Port­mann vom Mar­ke­ting. Auf der CMT zieht ein Glücks­rad die Be­su­cher an. So muss sich Trips­drill ne­ben dem gro­ßen Ba­den-Würt­tem­berg-Frei­zeit­park Rust nicht ver­ste­cken.

Die Stadt Lud­wigs­burg hat es et­was schwe­rer, Mes­se­be­su­cher auf ih­ren Stand auf­merk­sam zu ma­chen. Blick­fang ist er­war­tungs­ge­mäß das Ba­rock­schloss. Doch das wird schon kräf­tig und groß­flä­chig am Stand der Schlös­ser und Gär­ten be­wor­ben. Sa­bi­ne Lein und ih­re Kol­le­gin Ta­bea Mül­ler vom Stadt­mar­ke­ting wer­ben be­son­ders für die Stadt­füh­run­gen. Neu ist die Stadt­füh­re­rin Fräu­lein Hen­ri­et­te, die viel über die Ge­schich­te der Bä­ren­wie­se zu er­zäh­len hat. Neu ist eben­falls ei­ne kom­bi­nier­te Füh­rung durchs Schloss und durch die In­nen­stadt. Die B27 ist das größ­te Hin­der­nis zwi­schen den bei­den Ba­ro­ckat­trak­tio­nen. Ein sol­ches An­ge­bot könn­te hel­fen, die Gäs­te nach ei­nem Be­such des Blü­hen­den Ba­rocks auf den Markt­platz zu lo­cken. Ein neu­es Tou­ris­mus­kon­zept, das die Blicke der Ta­ges­tou­ris­ten ver­stärkt auf die In­nen­stadt len­ken möch­te, will die Stadt En­de des Mo­nats vor­stel­len.

Fo­to: Uwe Roth

Am Stand des 3B-Tou­ris­mus zeig­ten am Wo­che­n­en­de un­ter an­de­rem Team­lei­ter Eric Rei­ter (links) und Kurt Sar­t­ori­us vom Bön­nig­hei­mer Schnaps­mu­se­um (3. von links) die Vor­zü­ge der mitt­ler­wei­le vier an­ge­schlos­se­nen Städ­te.

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