Ver­ein­s­kri­tik: Ge­schich­te der Stadt kommt zu kurz

Be­sig­heim Beim Neu­jahrs­emp­fang be­män­gelt der Ge­schichts­ver­ein, wie die Stadt mit ih­rem his­to­ri­schen Er­be um­geht. Von Ro­land Wil­le­ke

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseite -

Beim dies­jäh­ri­gen Neu­jahrs­emp­fang be­män­gelt der Ge­schichts­ver­ein, wie die Stadt Be­sig­heim mit ih­rem his­to­ri­schen Er­be um­geht.

Vor 40 Jah­ren, ge­nau­er ge­sagt am 11. Mai 1979, wur­de der Ge­schichts­ver­ein Be­sig­heim ge­grün­det. In­zwi­schen ge­hö­ren ihm rund 220 Ge­schichts­in­ter­es­sier­te aus Be­sig­heim und Um­ge­bung an, wie Mar­ga­re­te Rüeck, die zwei­te Vor­sit­zen­de er­klärt. Schon seit vie­len Jah­ren lädt der Ver­ein am Jah­res­an­fang zu sei­nem in­zwi­schen tra­di­tio­nell ge­wor­de­nen Neu­jahrs­emp­fang.

Im voll­be­setz­ten gro­ßen Saal des St­ein­hau­ses nutz­te der Vor­sit­zen­de Hans-Jürgen Gross die Ge­le­gen­heit für ei­ni­ge kri­ti­sche Wor­te an die Adres­se der Stadt. Bei der Um­ge­stal­tung der Enzau­en und bei an­de­ren Bau­pro­jek­ten kom­me das his­to­ri­sche Er­be zu kurz. Er er­in­ner­te dar­an, dass im frü­he­ren Gast­haus Son­ne, das einst an der Enz stand, Edu­ard Mö­ri­ke, Vic­tor Hugo und möglicherweise Jo­hann Wolf­gang von Goe­the zu Gast ge­we­sen sei­en. Die bewegte Ge­schich­te des Are­als, das spä­ter von der Tex­til­fa­brik Emel­la ge­prägt wur­de, wür­de dem neu­en Enz­park gut zu Ge­sicht ste­hen, mein­te Gross. Ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge des Ver­eins sei­en in­des oh­ne Re­ak­ti­on ge­blie­ben.

An­sons­ten ging es eher fröh­lich zu. Den Un­ter­hal­tungs­teil des Vor­mit­tags be­strit­ten der Pia­nist Christoph Spann und Bernd Merk­le. Der frü­he­re Schul­lei­ter und jet­zi­ge Mun­d­ar­t­au­tor aus Al­bers­hau­sen gab ei­ni­ge seiner aus dem vol­len Schwa­ben­le­ben ge­grif­fe­nen Hu­mo­res­ken zum Bes­ten. Das Pu­bli­kum amü­sier­te sich präch­tig.

Auch im neu­en Jahr sind wie­der 16 Ver­an­stal­tun­gen ge­plant. Da­mit leis­te der Ver­ein ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zum kul­tu­rel­len Le­ben in der Stadt, fin­det Hans-Jürgen Gross. Am 11. Mai wird das 40-jäh­ri­ge Be­ste­hen in der Stadt­hal­le Al­te Kel­ter mit ei­nem Fest­vor­trag be­gan­gen. Die dies­jäh­ri­ge Stu­di­en­rei­se führt nach Tri­er und Lu­xem­burg. Ein­tä­gi­ge Aus­fahr­ten ha­ben Karls­ru­he mit dem Ba­di­schen Lan­des­mu­se­um, Leon­berg und Ell­wan­gen zum Ziel. Auch Stutt­gart mit der Vil­la Reit­zen­stein, dem Sitz der ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­re­gie­rung, steht auf dem Pro­gramm.

Ei­nen the­ma­ti­schen Schwer­punkt bil­den heu­er die Ale­man­nen in un­se­rer Re­gi­on. Man blickt aber auch über den Spätz­le­s­äqua­tor hin­aus: ein Vor­trag im De­zem­ber be­schäf­tigt sich mit „Kleo­pa­tra – Tri­umph und Tra­gö­die der letz­ten Kö­ni­gin von Ägyp­ten“. Die vom Ge­schichts­ver­ein an­ge­bo­te­nen 3B-Füh­run­gen wer­den sich mit dem The­ma Mo­bi­li­tät in der al­ten Stadt be­schäf­ti­gen. Das Jah­res­pro­gramm ist be­reits auf der Home­page des Ver­eins ver­öf­fent­licht.

ge­schichts­ver­ein-be­sig­heim.de

Fo­to: Ro­land Wil­le­ke

Der Mun­d­ar­t­au­tor Bernd Merk­le (links) ist Gast beim Neu­jahrs­emp­fang des Be­sig­hei­mer Ge­schichts­ver­eins um den Vor­sit­zen­den Hans-Jürgen Gross.

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