Die Kat­ze ret­tet sich selbst vom Baum

Sers­heim Bei der Haupt­ver­samm­lung der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr blickt Kom­man­dant Lu­cas Rei­ber auf die Ein­sät­ze im Jahr 2018 zu­rück. Die Ju­gend­ab­tei­lung boomt.

Bietigheimer Zeitung - - Sachsenheim Und Umgebung -

Feu­er im Kin­der­gar­ten! Es war zum Glück nur ei­ne Übung, die die Sers­hei­mer Wehr im ver­gan­ge­nen Jahr zu ab­sol­vie­ren hat­te. Trotz­dem war es ei­ne auf­re­gen­de Sa­che, vor al­lem für die Be­treue­rin­nen und die Kin­der. Aber na­tür­lich hat­te die Feu­er­wehr den Ort nicht nur ge­wählt, um die jüngs­ten Sers­hei­mer zu be­geis­tern, wie Kom­man­dant Lu­cas Rei­ber in sei­nem Be­richt bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung am Sams­tag aus­führ­te. „Wir woll­ten uns auf das Ob­jekt ein­stel­len.“Vor­be­rei­tung auf den hof­fent­lich nie­mals ein­tre­ten­den Ernst­fall.

Von Letz­te­ren hat­te die Feu­er­wehr im ver­gan­ge­nen Jahr 35 zu ver­zeich­nen – ge­nau­so vie­le wie 2017. 447 Ein­satz­stun­den wur­den ge­leis­tet. Die Hilfs­fris­ten sei­en mit Aus­rü­cke­zei­ten zwi­schen zwei und knapp sie­ben Mi­nu­ten stets ein­ge­hal­ten wor­den, be­rich­te­te der Kom­man­dant zu­frie­den. Die Zahl der Brän­de stieg 2018 von neun auf zehn. Dar­un­ter wa­ren ei­ni­ge Flä­chen­brän­de im hei­ßen und tro­cke­nen Som­mer, die mit den Ka­me­ra­den aus Ober­ri­ex­in­gen und Sach­sen­heim ge­löscht wur­den. Die tech­ni­schen Hil­fe­leis­tun­gen nah­men auf 13 Ein­sät­ze zu. Die Zahl der Fehl­alar­me sank hin­ge­gen von zehn auf sechs. Fünf Ein­sät­ze fie­len un­ter „Sons­ti­ge“. Ein­mal muss­ten die Ka­me­ra­den zu ei­ner Tier­ret­tung aus­rü­cken. Die ver­lief wie im Kli­schee, wie Lu­cas Rei­ber am Ran­de der Ver­samm­lung ver­riet: Die Kat­ze kam von selbst vom Baum run­ter.

Bei den Ein­sät­zen wur­den vier Personen ge­ret­tet, dar­un­ter ein jun­ger Mann, der im No­vem­ber mit sei­nem Au­to zwi­schen Sers­heim und Ho­hen­has­lach schwer ver­un­glückt war. Der Fah­rer sei mitt­ler­wei­le auf dem We­ge der Bes­se­rung, so Rei­ber. Wei­ter wa­ren im Jahr 2018 acht ver­letz­te Personen zu ver­sor­gen. Die Ka­me­ra­den der Feu­er­wehr selbst sei­en al­le heil ge­blie­ben. Die Trup­pe be­steht zum 31. De­zem­ber aus 49 An­ge­hö­ri­gen der Ein­satz­ab­tei­lung, 23 Ve­te­ra­nen in der Al­ters­wehr und 14 Nach­wuchs­kräf­ten in der Ju­gend­feu­er­wehr. Bei vier Aus­trit­ten wur­den 2018 fünf Neu­lin­ge ver­zeich­net. Sie er­hiel­ten am Sams­tag­abend ih­re Schul­ter­klap­pen.

Bei den 45 Übungs­aben­den wur­de un­ter an­de­rem der Um­gang mit dem neu­en Ge­rä­te­wa­gen Trans­port GW-T ge­probt. So wur­de im Som­mer die Ver­le­gung ei­ner lan­gen Schlauch­lei­tung ge­übt. Da­bei wur­den zur Freu­de des Förs­ters gleich noch die durs­ti­gen Jung­bäu­me im Wald be­wäs­sert. Dank ei­ner Spen­de der Sers­hei­mer Fir­ma Ape­ram über 5000 Eu­ro konn­te für den GW-T noch zu­sätz­li­che Ausrüstung wie Wär­me­bild­ka­me­ras be­schafft wer­den. Die mit 15 Köp­fen in­zwi­schen ma­xi­mal be­setz­te Ju­gend­wehr leis­te­te 76 Übungs­stun­den, durf­te ei­nen Brand an ei­nem Aus­sied­ler­hof lö­schen. „Da­für Dank an die Brand­stif­ter“, sag­te Ju­gend­wehr­lei­ter Se­bas­ti­an Mo­zer au­gen­zwin­kernd in Rich­tung der Kol­le­gen, die die Übung or­ga­ni­siert hat­ten.

Der Feu­er­wehr-TÜV ha­be zu­dem den erst­klas­si­gen Zu­stand der Ausrüstung be­stä­tigt, be­rich­te­te Kom­man­dant Rei­ber. Mit Aus­nah­me des Mann­schafts­trans­port­wa­gens (MTW), der 24 Jah­re alt ist. Da sei bald Er­satz nö­tig. Das sieht auch Bür­ger­meis­ter Jürgen Scholz ein. Ge­gen die Be­schaf­fung des GW-T ha­be er ja zu­nächst Wi­der­stand ge­leis­tet. Das sei beim MTW an­ders. „Es ist not­wen­dig, das weiß ich.“In­zwi­schen se­he er ein, dass auch der GW-T ei­ne sinn­vol­le An­schaf­fung ge­we­sen sei. Scholz be­grüß­te die An­kün­di­gung von Kom­man­dant Rei­ber, die Wehr mit ei­nem Per­so­nal­kon­zept für die Zu­kunft zu wapp­nen. „Es ist wich­tig, zu wis­sen, wie man sich in Zu­kunft auf­stellt“und nicht ein­fach zu hof­fen, dass im­mer ge­nü­gend Leute da sei­en, die die Ver­ant­wor­tung über­neh­men.

Die Be­schaf­fung ei­nes Mann­schafts­wa­gens ist not­wen­dig, das weiß ich.

Jürgen Scholz

Bür­ger­meis­ter Sers­heim

Fo­to: mba

Die Geehr­ten um Bür­ger­meis­ter Jürgen Scholz (5. von rechts) und Kom­man­dant Lu­cas Rei­ber (4. von links).

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