OB Kuhn er­stat­tet Straf­an­zei­ge

Kon­se­quent der Be­dro­hung von Stadt­rä­ten ent­ge­gen­tre­ten

Bietigheimer Zeitung - - Stuttgart - Von Jo­sef Schun­der

STUTT­GART (jos). Der Stutt­gar­ter Ober­bür­ger­meis­ter Fritz Kuhn (Grü­ne) hat sich ent­schie­den, kon­se­quent ge­gen die Schmä­hung und Be­dro­hung von Po­li­ti­kern und Men­schen im öf­fent­li­chen Le­ben vor­zu­ge­hen. Wie er jetzt dem Ge­mein­de­rat mit­teil­te, ha­be er Straf­an­zei­ge ge­gen un­be­kannt er­stat­tet, weil Stadt­rat Lu­i­gi Pan­ti­s­a­no vom Bür­ger­bünd­nis Stutt­gart Öko­lo­gisch So­zi­al (SÖS) wie­der ver­schärft be­droht wer­de.

Bei die­ser Mit­tei­lung be­zog sich Kuhn auf dras­ti­sche An­wür­fe ge­gen Pan­ti­s­a­no in ver­schie­de­nen so­zia­len Netz­wer­ken. Da ge­he es um die An­dro­hung von Ge­walt, auch mit por­no­gra­fi­schem Duk­tus. Der­ar­ti­ge Vor­komm­nis­se kön­ne man nicht mehr un­ter dem Mot­to ab­han­deln, dass man bes­ser auf ei­ne Straf­an­zei­ge ver­zich­ten sol­le, weil es sich um ein paar Ver­rück­te hand­le, die man bes­ser nicht auf­wer­te. „Be­dro­hun­gen und Be­lei­di­gun­gen die­ser Art müs­sen wir klar zu­rück­wei­sen“, sag­te Kuhn. Er hof­fe, dass Pan­ti­s­a­no und sei­ne Fa­mi­lie mit die­sem Druck le­ben könn­ten.

SÖS-Stadt­rat Pan­ti­s­a­no ist seit Jah­ren Op­fer von Be­dro­hun­gen. Da­bei spie­len die Wur­zeln sei­ner Fa­mi­lie in Ita­li­en ei­ne Rol­le, aber vor al­lem Pan­ti­s­a­nos ak­ti­ve Hal­tung ge­gen fa­schis­ti­sche und rechts­ex­tre­me Um­trie­be. Zu­letzt hat er sich auch nach dem An­schlag auf die Sy­nago­ge in Hal­le (Sach­sen-An­halt) bei ei­ner So­li­da­ri­täts­ver­an­stal­tung für die jü­di­sche Ge­mein­de ge­gen rech­ten Ter­ror, Ras­sis­mus und An­ti­se­mi­tis­mus ge­wen­det.

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