Der Bau des Krip­pen­hau­ses in Wal­heim ist ab­ge­sagt

Bietigheimer Zeitung - - Und Umgebung Besigheim -

Kin­der­be­treu­ung Bür­ger­meis­te­rin Tat­ja­na Scheer­le und ihr Ge­mein­de­rat wer­fen Vor­gän­ger Al­brecht Dau­tel schwe­re Ver­säum­nis­se vor.

Wal­heim. Manch Wal­hei­mer mag sich in den letz­ten Mo­na­ten ge­fragt ha­ben, was ei­gent­lich aus dem Plan ge­wor­den ist, ne­ben dem Ler­chen­weg-Kin­der­gar­ten ein Krip­pen­haus für 30 Klein­kin­der bau­en zu las­sen. Im Au­gust 2018 war ein Un­ter­neh­men aus Korn­west­heim da­mit be­auf­tragt wor­den, und seit­her ward nie mehr da­von ge­hört. In der Sit­zung des Ge­mein­de­ra­tes am Don­ners­tag ließ Bür­ger­meis­te­rin Tat­ja­na Scheer­le die Bom­be plat­zen: Das Krip­pen­haus wird nicht ge­baut. Der Ge­mein­de­rat ha­be den Bau­be­schluss in nicht ö ent­li­cher Sit­zung rück­gän­gig ge­macht.

Als Grund nann­te die Bür­ger­meis­te­rin, dass kei­ne An­trä­ge auf Fach­för­de­rung und Mit­tel aus dem Aus­gleichs­stock für das 2,5-Mil­lio­nen-Pro­jekt ge­stellt wer­den könn­ten. „Bei der Vor­pla­nung und An­trag­stel­lung der vor­he­ri­gen Ver­wal­tung sind Feh­ler un­ter­lau­fen“, heißt es in ei­ner von Scheer­le ver­le­se­nen Pres­se­mit­tei­lung. Die Schuld liegt aus Sicht von Bür­ger­meis­te­rin und Ge­mein­de­rat da­mit bei Vor­gän­ger Al­brecht Dau­tel und sei­ner Ver­wal­tung, der bis zu sei­nem Wech­sel nach Bön­nig­heim 13 Jah­re lang in Wal­heim Schul­tes war.

Tat­ja­na Scheer­le, seit Sep­tem­ber 2018 im Amt, legt noch wei­ter nach. Die al­te Ver­wal­tung ha­be mit zu ho­hen Kin­der­zah­len ope­riert. Ei­ne För­de­rung sei je­doch nur für den tat­säch­li­chen Be­darf mög­lich. Dem­nach hät­te nur ei­ne der ge­plan­ten drei Grup­pen mit ma­xi­mal 300 000 Eu­ro ge­för­dert wer­den kön­nen. Über­dies sei die Ver­ga­be an ei­nen Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer im Au­gust 2018 feh­ler­haft ge­we­sen, da der Ver­trag un­ter­schrie­ben wor­den sei, be­vor man die För­der­gel­der be­an­trag­te – ein kla­res Aus­schluss­kri­te­ri­um für den An­trag auf För­der­mit­tel, wie Scheer­le es dar­legt.

Da Aus­stat­tung und Au­ßen­an­la­gen nicht aus­ge­schrie­ben wor­den sei­en, wä­ren wohl wei­te­re Kos­ten auf die Ge­mein­de zu­ge­kom­men. In­zwi­schen müs­se man mit Kos­ten von rund drei Mil­lio­nen Eu­ro rech­nen. Oh­ne Zu­schüs­se sei das Pro­jekt für die Ge­mein­de nicht um­setz­bar.

Im Ge­mein­de­rat geht man eben­falls auf Dis­tanz zu Dau­tel: „Der Ge­mein­de­rat hät­te nie den Be­schluss ge­fasst für ein drei­zü­gi­ges Krip­pen­haus, wenn ihm al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen vor­ge­le­gen hät­ten“, steht in der ge­mein­sa­men Pres­se­mit­tei­lung aus dem Rat­haus.

Su­che nach neu­en Lö­sun­gen

Das al­les be­deu­te nicht, dass man das The­ma Krip­pen­haus nicht wei­ter be­ar­bei­te, ver­si­chert Tat­ja­na Scheer­le, jetzt wer­de ei­ne „neue e ek­ti­ve und lang­fris­ti­ge Lö­sung“er­ar­bei­tet. Kurz­fris­tig wer­de man den Platz­be­darf für das kom­men­de Kin­der­gar­ten­jahr durch die Ein­rich­tung ei­ner Na­tur­grup­pe de­cken.

Da­mit ist die Ge­mein­de auf den Stand von Ja­nu­ar 2015 zu­rück­ge­wor­fen, als der Ge­mein­de­rat den Be­darf für ei­ne zu­sätz­li­che Krip­pen­grup­pe er­kannt hat­te. Nach et­li­chen Dis­kus­sio­nen wur­de ein ein­zü­gi­ges Krip­pen­haus mit ei­ner Er­wei­te­rungs­op­ti­on auf zwei Grup­pen ge­plant. Zwei Jah­re zog sich die Pla­nung hin. Mehr­fach muss­te der Ar­chi­tekt die Plä­ne über­ar­bei­ten. Schließ­lich wur­de im Herbst 2017 die Aus­schrei­bung auf­ge­ho­ben, weil die An­ge­bo­te mit 1,6 Mil­lio­nen Eu­ro um 35 Pro­zent über der Schmerz­gren­ze des Ge­mein­de­rats la­gen. An­ge­sichts stei­gen­der Kin­der­zah­len rang sich der Ge­mein­de­rat schließ­lich im Au­gust 2018 zum Bau des drei­zü­gi­gen Krip­pen­hau­ses für 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro durch, der jetzt eben­falls ge­schei­tert ist. Ro­land Wil­le­ke

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