Ziem­lich bla­miert

Bietigheimer Zeitung - - Themen Des Tages / Politik - Kom­men­tar Patrick Guy­ton zur CSU und den Frau­en

Ups, CSU, was war das denn? Da war die Par­tei doch schon mal wei­ter. Vor neun Jah­ren hat­ten die Christ­so­zia­len die ver­bind­li­che Frau­en­quo­te von 40 Pro­zent auf Lan­des- und Be­zirks­ebe­ne ein­ge­führt. Die­se hat durch­aus da­zu ge­führt, dass sich die ei­ne oder an­de­re Frau durch­set­zen und in die Welt der männ­li­chen Gleich­för­mig­keit ein­drin­gen konn­te. Doch nun ha­ben die De­le­gier­ten mit erup­ti­ver Auf­wal­lung auf dem Par­tei­tag ver­hin­dert, dass die­se Quo­te auch auf CSU-Kreis­ebe­ne ein­ge­führt wird. Es bleibt bei ei­ner Emp­feh­lung, und die­se Emp­feh­lung be­deu­tet so gut wie nichts.

An der CSU ist über­haupt nicht zu kri­ti­sie­ren, dass sie auch mal dis­ku­tiert oder strei­tet. Der In­halt und die Stoß­rich­tung der Quo­ten-Geg­ner er­schei­nen aber be­fremd­lich. Denn sie kra­men völ­lig ver­al­te­te Ar­gu­men­te aus der Mot­ten­kis­te und füh­ren ei­ne De­bat­te, die in den 80er- und frü­hen 90er-Jah­ren ak­tu­ell war. Längst hat sich ge­zeigt, dass über die Quo­te Frau­en sinn­voll ge­för­dert wer­den, um ei­ner ge­rech­ten 50-Pro­zent-Be­tei­li­gung we­nigs­tens ein Stück nä­her zu kom­men. Längst hat sich auch ge­zeigt, dass mehr Frau­en gut tun – in Un­ter­neh­men wie in Par­tei­en.

Mar­kus Sö­der steht jetzt ziem­lich bla­miert da. Er hat er­kannt und der Ba­sis klar ge­sagt, dass die CSU in den Ab­grund fährt, wenn sie es nicht scha t, Frau­en an sich zu bin­den. In den baye­ri­schen Städ­ten er­zielt die Par­tei bei den jun­gen Frau­en oft nicht ein­mal mehr zehn Pro­zent der Stim­men. Der Ab­wärts­trend ist nicht zu stop­pen, wenn die CSU wei­ter­hin haupt­säch­lich aus äl­te­ren Män­nern be­steht und auch nur die­se an­spricht. Doch o en­bar ist Sö­der in die­sem Punkt sei­ner Ba­sis zu weit voraus.

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