Rät­sel­haf­ter Blob

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseit­e - Günther Marx

Im Pa­ri­ser Zoo ist jetzt Er­staun­li­ches zu se­hen. Wer an ro­sa Ele­fan­ten, spre­chen­de A en oder jon­glie­ren­de Rob­ben denkt, geht al­ler­dings fehl. Es geht um ein Le­be­we­sen, das zwar seit Mil­lio­nen Jah­ren auf der Er­de ist, den For­schern aber im­mer noch Rätsel auf­gibt: Ist es nun ein Tier, ein Pilz oder ir­gend­was sonst?

Es ist ein . . . „Blob“, ein schlei­mi­ges Et­was, ein Ein­zel­ler oh­ne Hirn oder Au­gen, Mund oder Ma­gen. Doch ist es ge­nau die­se spar­ta­ni­sche Aus­stat­tung, die den „Blob“qua­si un­sterb­lich macht. Wer ihn ent­zwei­schnei­det, hat ihn nicht et­wa ge­tö­tet, son­dern hat zwei „Blobs“, die sich auch noch ver­meh­ren, was bei 720 Ge­schlech­tern (!) kein Pro­blem ist – es sei denn für die mensch­li­che Phan­ta­sie, die sich an­ge­sichts die­ser Mög­lich­kei­ten der ei­ge­nen Arm­se­lig­keit be­wusst wird.

Mit „Blob“, dem men­schen­fres­sen­den Schre­cken aus ei­nem Hor­ror­strei­fen der 50er-Jah­re, hat un­ser „Blob“in­des­sen nichts zu tun. Wenn­gleich un­ter La­bor­be­din­gun­gen

– das ist dann doch ein we­nig gru­se­lig – auch schon me­ter­lan­ge Ex­em­pla­re ge­züch­tet wur­den.

Evo­lu­tio­när ist der „Blob“sich treu ge­blie­ben. War­um soll­te er sich än­dern? Wenn es doch so we­nig zum Le­ben braucht. Um die­ses zu be­stau­nen, be­darf es al­ler­dings der Pa­ri­ser in­ter­ak­ti­ven „Blob“-Prä­sen­ta­ti­on im Zei­tra er. Es wä­re sonst ein­fach lang­wei­lig.

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