Nach Ki­ta-Ab­sa­ge: Su­che nach neu­en Lö­sun­gen

Kin­der­be­treu­ung Es sind Feh­ler ge­macht wor­den, sagt die Bür­ger­meis­te­rin, al­ler­dings nicht von ih­rem Vor­gän­ger.

Bietigheimer Zeitung - - Besigheim Und Umgebung - Micha­el Sol­tys

Die Über­ra­schung war groß, als Bür­ger­meis­te­rin Tat­ja­na Scheer­le am Don­ners­tag ver­kün­de­te, dass die ge­plan­te Kin­der­ta­ges­stät­te ge­stri­chen wor­den sei (die BZ be­rich­te­te). Wie lan­ge es jetzt dau­ern wird, bis neue Plät­ze ge­schaf­fen sind, und in wel­cher Form dies ge­sche­hen wird, an die­ser Fra­ge wer­de ge­ra­de in­ten­siv ge­ar­bei­tet, sag­te die Bür­ger­meis­te­rin am Mon­tag auf Nach­fra­ge der BZ.

Kurz­fris­tig im Ge­spräch ist die Ein­rich­tung ei­nes Na­tur­kin­der­gar­tens für Kin­der über drei Jah­re, der na­he dem Wes­tern-Reit­ge­län­de an­ge­legt wer­den könn­te. Dar­über sei be­reits mit dem Ver­ein und dem Land­rats­amt ge­spro­chen wor­den. Ei­ne fes­te Zu­sa­ge, wann ein sol­cher Kin­der­gar­ten er­öff­nen könn­te, woll­te Scheer­le nicht ma­chen. „Es wird kei­ne

Not­lö­sung sein“, ver­si­cher­te die Bür­ger­meis­te­rin.

Noch we­ni­ger kon­kret sind die Plä­ne für die Er­rich­tung ei­ner wei­te­ren Krip­pen­grup­pe. Scheer­le hält es bei­spiels­wei­se für mög­lich, ei­ne sol­che Grup­pe für Kin­der un­ter drei Jah­ren in ei­nem Ge­bäu­de ein­zu­rich­ten und dann über die Er­wei­te­rung des Kin­der­gar­tens Ler­chen­weg für Kin­der über drei Jah­re nach­zu­den­ken. Ak­tu­ell könn­ten in der Ge­mein­de al­le Kin­der un­ter­ge­bracht wer­den. Zum 1. Ju­ni 2020 wer­den al­ler­dings Plät­ze für Kin­der über drei Jah­re be­nö­tigt. Ki­ta-Plät­ze kön­nen über al­ters­ge­misch­te Grup­pen ge­schaf­fen wer­den.

Den Be­schluss, den Bau der Kin­der­ta­ges­stät­te aus­zu­set­zen, hat­te der Ge­mein­de­rat be­reits im Fe­bru­ar ge­fasst. Ge­mein­de­rat und Ver­wal­tung woll­ten da­mit erst an die Öf­fent­lich­keit ge­hen, wenn ein „Plan B“vor­lag, sag­te sie zur Be­grün­dung, war­um die Ent­schei­dung erst jetzt be­kannt ge­macht wur­de. Zu­dem ha­be man die Kom­mu­nal­wahl im Mai ab­war­ten wol­len, um ge­mein­sam mit dem neu­en Ge­mein­de­rat nach Lö­sun­gen zu su­chen.

Die Aus­set­zung des Ki­ta-Baus hat­ten Bür­ger­meis­te­rin und Ge­mein­de­rat mit schwe­ren Vor­wür­fen ge­gen die „vor­he­ri­ge Ver­wal­tung“ver­bun­den. Scheer­le stritt je­doch ab, dass da­mit ihr Vor­gän­ger

Al­brecht Dau­tel oder an­de­re Per­so­nen auf dem Rat­haus ge­meint sei­en. Die fal­schen Kin­der­zah­len und der dar­aus re­sul­tie­ren­de Man­gel an För­de­rung, mit de­nen sie un­ter an­de­rem die Ab­sa­ge be­grün­de­te, sei­en durch feh­ler­haf­te Be­die­nung ei­nes Com­pu­ter­pro­gramms zu­stan­de ge­kom­men. „Es war ei­ne Ver­ket­tung un­glück­li­cher Zu­fäl­le.“Mit Dau­tel selbst hat­te sei­ne Nach­fol­ge­rin zu­vor über die­se An­ge­le­gen­heit nicht ge­re­det, hat­te der Bön­nig­hei­mer Bür­ger­meis­ter am Frei­tag er­klärt.

Auch für den wohl schwer­wie­gends­ten Feh­ler, die früh­zei­ti­ge Un­ter­zeich­nung des Ver­tra­ges mit dem Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer, kön­ne Dau­tel nicht ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den, hob Scheer­le her­vor. Ein be­reits un­ter­zeich­ne­ter Ver­trag ist für das Re­gie­rungs­prä­si­di­um

ein Aus­schluss­kri­te­ri­um für den An­trag auf För­der­mit­tel. Der Ver­trag sei im Au­gust 2018 un­ter­zeich­net wor­den, als Dau­tel be­reits Bür­ger­meis­ter in Bön­nig­heim war und sie selbst noch nicht im Amt, mach­te sie deut­lich.

Nach der Kün­di­gung des Ver­trags mit dem Ge­ne­ral­un­ter­neh­mer, der mit dem Bau der Ki­ta be­auf­tragt war, wird die Ge­mein­de auf ei­nem Teil der Kos­ten sit­zen blei­ben. Die Sum­me wer­de je­doch nicht hoch sein, ver­si­cher­te Scheer­le. Der Un­ter­neh­mer ha­be sich sehr ko­ope­ra­tiv ge­zeigt, sie hof­fe, dass er sich an ei­ner er­neu­ten Aus­schrei­bung be­tei­li­gen wer­de. „Wir sind mit ei­nem blau­en Au­ge da­von ge­kom­men“, sag­te die Bür­ger­meis­te­rin. Auch mit der Ver­si­che­rung sei sie noch im Ge­spräch.

Es war ei­ne Ver­ket­tung un­glück­li­cher Zu­fäl­le.

Tat­ja­na Scheer­le

Bür­ger­meis­te­rin Wal­heim

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