Ein Ko­or­di­na­tor soll es rich­ten

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseit­e -

Der Ge­mein­de­rat hat das Di­gi­ta­li­sie­rungs­kon­zept für die städ­ti­schen Schu­len in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen für die Jah­re 2020 bis 2024 be­schlos­sen.

Bil­dung Der Ge­mein­de­rat hat das Di­gi­ta­li­sie­rungs­kon­zept für die städ­ti­schen Schu­len in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen für die Jah­re 2020 bis 2024 be­schlos­sen. Von Uwe Mol­len­kopf Der Leh­rer soll­te schon noch wis­sen, was er zu tun hat, wenn mal das Whi­te­board aus­fällt.

Gün­ter Kräh­ling (SPD)

zur Di­gi­ta­li­sie­rung

Lan­ge wa­ren die so­ge­nann­ten „Wan­ka-Mil­li­ar­den“vom Bund, ge­nannt nach der frü­he­ren Bil­dungs­mi­nis­te­rin, nur Luft­bu­chun­gen. Jetzt end­lich soll Geld aus dem Di­gi­tal­pakt flie­ßen, um die Schu­len ins di­gi­ta­le Zeit­al­ter zu füh­ren. Bie­tig­heim-Bis­sin­gen kann da­bei mit 1,7 Mil­lio­nen Eu­ro rech­nen. Um die ent­spre­chen­den För­der­an­trä­ge stel­len zu kön­nen, hat der Ge­mein­de­rat am Di­ens­tag ein Di­gi­ta­li­sie­rungs­kon­zept be­schlos­sen. Be­trach­tet man die Ge­samt­kos­ten, dürf­te das Geld aus Bun­des­mit­teln nach den Wor­ten von Bür­ger­meis­ter Joa­chim Kölz frei­lich nur „ein Trop­fen auf dem hei­ßen St­ein“sein.

Wie Kölz den Stadt­rä­ten dar­leg­te, über­schrei­ten be­reits die Kos­ten für die nö­ti­ge Hard­ware der Jah­re 2020 bis 2024 mit 2,7 Mil­lio­nen Eu­ro die in Aus­sicht ste­hen­den Fördermitt­el. Hin­zu kom­men Auf­wen­dun­gen für die Ver­ka­be­lung in­ner­halb der be­ste­hen­den Schul­ge­bäu­de, die auf 360 000 Eu­ro be­zif­fert wer­den. Und: „Für die An­bin­dung der Schu­len mit Glas­fa­ser­lei­tun­gen der Stadt­wer­ke so­wie die hier­zu er­for­der­li­che Hard­ware au­ßer­halb der Schu­len wer­den wei­te­re Kos­ten in noch nicht be­kann­ter Hö­he ent­ste­hen.“

Hin­zu kom­men die lau­fen­den Kos­ten für das Lea­sing der PCs und Note­books, die lau­fen­den Soft­ware­kos­ten und der Sup­port durch pri­va­te Dienst­leis­ter. Das wird aus dem Schul­bud­get der Stadt fi­nan­ziert, wie viel da­von an Kos­ten für die Di­gi­ta­li­sie­rung an­fällt, wird laut Stadt­ver­wal­tung aber nicht se­pa­rat er­fasst. Fest steht nur, dass die­se Kos­ten künf­tig wei­ter an­stei­gen wer­den. Im­mer­hin: Laut Kölz gibt es ei­ne pau­scha­le Lan­des­för­de­rung: 276 000 Eu­ro in die­sem Jahr, dar­über hin­aus wei­te­re 258 000 Eu­ro.

Aber die Stadt will auch noch ei­nen IT-Ko­or­di­na­tor ein­stel­len, wo­für zu­sätz­li­che Per­so­nal­kos­ten an­fal­len. Denn: Die Schu­len ver­fü­gen laut Kölz bis­her nicht über ein­heit­li­che IT-Stan­dards. Um ei­ne Rah­men­kon­zep­ti­on so­wie ei­ne Ko­or­di­na­ti­on der ex­ter­nen Dienst­leis­ter zu schaf­fen, brau­che man je­man­den, der um­fas­sen­de IT-Kennt­nis­se ha­be, über die die Schul­ver­wal­tung nicht ver­fü­ge. Die Be­schaf­fung der Hard­ware wer­de mo­men­tan noch di­rekt von den Schu­len oder von der Schul­ver­wal­tung im Amt für Bil­dung, Ju­gend und Be­treu­ung vor­ge­nom­men. Auch hier sei es not­wen­dig, je­mand zu ha­ben, der die Aus­schrei­bun­gen für die ge­plan­te IT-Aus­stat­tung vor­neh­me.

Im Gre­mi­um stieß das auf vol­le Zu­stim­mung. Ein gu­ter „Sup­port“sei nö­tig, mein­te der CDU-Stadt­rat und Lei­ter der Au­rain-Re­al­schu­le Claus Stöck­le. Er rech­net mit bis zu 1000 End­ge­rä­ten an den städ­ti­schen Schu­len. Ne­ben der Be­schaf­fung sei es auch wich­tig, Un­ter­stüt­zung bei tech­ni­schen Stö­run­gen, auch bei Sach­schä­den und Ver­lus­ten zu ha­ben. Gün­ter Kräh­ling (SPD) pflich­te­te ihm bei und ver­lang­te nach ei­nem „ge­wief­ten Fach­mann“. Al­ler­dings: „Der Leh­rer soll­te trotz­dem noch wis­sen, was er zu tun hat, wenn mal ei­ne St­un­de das Whi­te­board aus­fällt.“

Stöck­le emp­fahl ge­ne­rell, die di­gi­ta­len Me­di­en in den Schu­len nur dort ein­zu­set­zen, wo sie Vor­tei­le brin­gen. Er set­ze aber vor­aus, dass das so ge­sche­he. Die An­bin­dung ans Glas­fa­ser­netz sol­le man sich noch ge­nau­er an­schau­en. Mit Blick auf die Aus­stat­tung soll­ten al­le Schu­le im Ver­hält­nis zu ih­rer Grö­ße gleich be­han­delt wer­den.

At­ti­la Tür (GAL) be­zeich­ne­te die Um­set­zung des Di­gi­ta­li­sie­rungs­pro­jekts als an­spruchs­voll. Dr. Ge­org Mehr­le (FDP) mein­te, die Li­be­ra­len könn­ten nicht an­ders als zu­zu­stim­men, da sie sich in Sa­chen Schul­di­gi­ta­li­sie­rung in der Ver­gan­gen­heit weit aus dem Fens­ter ge­lehnt hät­ten. Da­bei kön­ne auch nie­mand bö­se sein, wenn es spä­ter teu­rer wer­de, so der Stadt­rat. Ein Satz, der laut Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Kes­sing un­be­dingt ins Pro­to­koll auf­ge­nom­men wer­den müs­se.

Fo­to: dpa

Die Schu­len set­zen zu­neh­mend auf Di­gi­ta­li­sie­rung. In Bie­tig­heim-Bis­sin­gen wur­de jetzt ein Kon­zept be­schlos­sen.

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