Kramp-Kar­ren­bau­er kämpft für ih­ren Sy­ri­en-Plan

Bietigheimer Zeitung - - Politik -

Na­to-Tref­fen Der Vor­stoß für ei­ne in­ter­na­tio­na­le Schutz­zo­ne in dem Bür­ger­kriegs­land trifft auf we­nig Ge­gen­lie­be. Nicht nur die USA sper­ren sich.Von Chris­ti­an Kerl

Es ist das ers­te Na­to-Tref­fen, an dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) in Brüs­sel teil­nimmt, es soll­te gleich ein star­ker Auf­tritt wer­den: Die Mi­nis­te­rin woll­te bei ih­ren Kol­le­gen für den in der Ko­ali­ti­on um­strit­te­nen Plan wer­ben, im nord­öst­li­chen Sy­ri­en ei­ne in­ter­na­tio­nal über­wach­te Si­cher­heits­zo­ne im Grenz­ge­biet zur Tür­kei ein­zu­rich­ten – mit ei­nem UN-Man­dat und, auch wenn es nicht so klar aus­ge­spro­chen wird, un­ter Be­tei­li­gung von Bun­des­wehr-Sol­da­ten und Trup­pen an­de­rer Ver­bün­de­ter.

Die Re­ak­tio­nen auf Na­to-Ebe­ne wa­ren we­nig er­mu­ti­gend: US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper stell­te noch vor Be­ginn des Tref­fens klar, dass sein Land als wich­tigs­ter Na­to-Part­ner nicht teilnehmen wer­de: „Wir be­ab­sich­ti­gen nicht, Bo­den­trup­pen oder ir­gend et­was an­de­res zu die­ser Ope­ra­ti­on bei­zu­tra­gen“, sag­te Esper in Brüs­sel. Er mach­te kei­nen Hehl dar­aus, dass er den Plan aus Deutsch­land nicht wirk­lich ernst nimmt: Er ha­be den Vor­schlag nicht ge­le­sen oder im De­tail stu­diert, räum­te der Mi­nis­ter ein. Es ge­he wohl um ge­mein­sa­me Pa­trouil­len eu­ro­päi­scher Na­to-Län­der in ei­nem neu­en Kor­ri­dor. Auch wenn man Esper zu­gu­te hält, dass er ge­ra­de von ei­nem an­stren­gen­den Be­such im Na­hen Os­ten zu­rück­kam – so viel Des­in­ter­es­se des US-Mi­nis­ters ist ei­ne deut­li­che Bot­schaft.

Nicht viel er­mu­ti­gen­der fällt die Re­ak­ti­on von Na­to-Ge­ne­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg aus, der bes­ser im Bil­de ist, weil er sich die Idee von Kramp-Kar­ren­bau­er am Te­le­fon er­läu­tern ließ: Er be­grü­ße, wenn Part­ner Vor­schlä­ge mach­ten, wie man ei­ner po­li­ti­schen Lö­sung des Kon­flikts nä­her kom­men kön­ne, sag­te Stol­ten­berg höf­lich. Doch schränk­te er ein: Der deut­sche Vor­stoß kön­ne „ein Ele­ment“ei­ner po­li­ti­schen Lö­sung sein. Es ge­be auch noch „vie­le Fra­gen zu be­ant­wor­ten“. Ei­ne Rol­le für die Na­to in die­sem Plan sieht der Ge­ne­ral­se­kre­tär nicht: „Es gibt kei­ne For­de­rung nach ei­ner Na­to-Mis­si­on.“

Kramp-Kar­ren­bau­er gibt sich zu­ver­sicht­lich. Die ers­ten Ge­sprä­che sei­en „sehr er­mu­ti­gend“ge­we­sen, sag­te sie am Ran­de des Tref­fens. Von Zu­sa­gen konn­te sie aber nicht be­rich­ten. Die Dis­kus­si­on sei an­ge­sto­ßen, wer­de aber nicht so schnell be­en­det wer­den kön­nen. Ihr tür­ki­scher Amts­kol­le­ge Hu­lu­si Akar ha­be sich of­fen ge­zeigt für ei­ne Ein­be­zie­hung der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft beim Wie­der­auf­bau in Nord­sy­ri­en. Aber es han­de­le sich um ei­nen „schwie­ri­gen Weg“.

Fo­to: Vir­gi­nia Mayo/AP/dpa

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er kommt in Be­glei­tung hoch­ran­gi­ger Of­fi­zie­re in Brüs­sel an.

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