Neu­es Flair am al­ten Bahn­hof

Bietigheimer Zeitung - - Sachsenhei­m Und Umgebung -

Vai­hin­gen Der al­te Stadt­bahn­hof soll zu ei­nem Schmuck­stück in der Stadt wer­den. Das je­den­falls ver­spricht der zu­künf­ti­ge Be­trei­ber.

ie Fa­mi­lie Gei­er, die auch das Ca­fé Kom­mod in Il­lin­gen um­ge­setzt hat und be­treibt, hat vom Ge­mein­de­rat am Mitt­woch­abend den Zu­schlag für die gas­tro­no­mi­sche Nut­zung im al­ten Vai­hin­ger Stadt­bahn­hof er­hal­ten. Ent­ste­hen sol­len dort Ca­fé und Re­stau­rant mit Bahn­hofs-Cha­rak­ter.

Die Stadt Vai­hin­gen hat als Ei­gen­tü­me­rin den denk­mal­ge­schütz­ten Stadt­bahn­hof zum Ver­kauf mit Sa­nie­rungs­ver­pflich­tung und der Ziel­set­zung ei­ner gas­tro­no­mi­schen Nut­zung aus­ge­schrie­ben. Als Kauf­preis wa­ren 250 000 Eu­ro an­ge­setzt. Die­sen Be­trag will die Fa­mi­lie Gei­er nach An­ga­ben von Ober­bür­ger­meis­ter Gerd Ma­isch auch be­zah­len. Der zwei­te In­ter­es­sent, der sein Kon­zept vor­stell­te, hät­te an­ge­sichts des Sa­nie­rungs­auf­wands nur 100 000 Eu­ro be­zahlt.

Mit 24 von 27 Stim­men sprach

Dsich das Gre­mi­um auch klar für die Prä­sen­ta­ti­on der Fa­mi­lie Gei­er aus. „Wir wol­len, dass der Bahn­hof wei­ter als Bahn­hof er­sicht­lich bleibt“, sagt Ben­ja­min Gei­er. Da­bei spielt das al­te Gleis 1 ei­ne wich­ti­ge Rol­le. Hier wird ein Spei­se­wag­gon auf­ge­stellt, der als künf­ti­ges Ca­fé funk­tio­nie­ren soll. Rund 40 Sitz­plät­ze sind vor­ge­se­hen. Ge­bo­ten wer­den Eis, Ku­chen, Tor­ten – „eben die gan­ze Pa­let­te“, so Ben­ja­min Gei­er. Die­ses Ca­fé wird von der Fa­mi­lie Gei­er selbst be­trie­ben.

Im al­ten La­ger­schup­pen des Stadt­bahn­hofs soll es dann ein Re­stau­rant mit 60 bis 65 Plät­zen ge­ben, die Au­ßen­be­wirt­schaf­tung soll auf ei­nem of­fe­nen Gü­ter­wag­gon mit 20 bis 25 Plät­zen er­fol­gen. Das Re­stau­rant mit schwä­bi­scher Kü­che mit ita­lie­ni­schen Ein­flüs­sen soll ver­pach­tet wer­den. Ent­spre­chen­de Kon­tak­te sind von den In­ves­to­ren be­reits ge­knüpft. Auf der Grün­flä­che ne­ben dem ehe­ma­li­gen WC-Häu­schen soll ei­ne per­so­nen­tra­gen­de Gar­ten­bahn in­stal­liert wer­den. „Da­durch wird der Platz nicht nur bes­ser fre­quen­tiert, son­dern dient auch als The­men­spiel­platz“, heißt es in der Prä­sen­ta­ti­on.

Voll­stän­di­ge Sa­nie­rung

Den denk­mal­ge­schütz­ten Fach­bau wol­len die In­ves­to­ren in Ab­spra­che mit der Denk­mal­schutz­be­hör­de voll­stän­dig sa­nie­ren las­sen. Im Ober­ge­schoss des Bahn­hofs sind drei Woh­nun­gen ge­plant, im Erd­ge­schoss da­zu noch ein Bü­ro. Woh­nun­gen und Bü­ro sol­len ver­mie­tet wer­den. Die In­ves­ti­tio­nen über­schrei­ten den Kauf­preis von 250 000 Eu­ro bei Wei­tem. Ben­ja­min Gei­er be­tont: „Mit der Er­öff­nung des Rad­wegs wol­len auch wir er­öff­nen.“Ober­bür­ger­meis­ter Ma­isch skiz­zier­te am Mitt­woch­abend den un­ge­fäh­ren Zeit­plan: Es wer­de rund ein drei­vier­tel Jahr dau­ern, bis die Bau­ge­neh­mi­gung da sei. Die Um­bau­pha­se wer­de ein wei­te­res Jahr in An­spruch neh­men. Dass die In­ves­to­ren­fa­mi­lie das Pro­jekt Stadt­bahn­hof mit viel Herz­blut an­geht, wur­de bei der Vor­stel­lung im Sit­zungs­saal des Rat­hau­ses deut­lich: Ge­zeigt wur­de be­reits ein Wap­pen mit dem Lo­go „Al­ter Stadt­bahn­hof“.

Der zwei­te In­ter­es­sent war Sa­ra Asper­ger, die mit ih­rer Fa­mi­lie die Klos­ter­katz und wei­te­re gas­tro­no­mi­sche Ein­hei­ten im Klos­ter­hof in Maul­bronn be­treibt. Sie war mit dem Re­stau­rant­fach­mann Ha­gen­buch an­ge­tre­ten. An­ge­dacht war auch das Kre­ieren ei­ner Vai­hin­ger Bier­sor­te – ähn­lich dem Maul­bron­ner Klos­ter­bräu. Ei­ne drit­te Be­wer­bung für die Nut­zung des Stadt­bahn­hofs schaff­te es nicht in die Vor­stel­lungs­run­de im Ge­mein­de­rat.

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