We­nig be­frie­di­gend

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseit­e -

Beim Schlie­ßen von Mil­li­ar­den­lö­chern in den So­zi­al­kas­sen war Ul­la Schmidt als SPD-Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin höchst krea­tiv. Bes­tes Bei­spiel sind die Be­triebs­ren­ten: In ei­ner Nacht- und Ne­bel-Ak­ti­on setz­te sie 2003 durch, dass die Be­zie­her den vol­len Kran­ken­kas­sen­bei­trag zah­len müs­sen und nicht nur den hal­ben wie zu­vor. Da­her be­kom­men vie­le Be­triebs­rent­ner un­term Strich viel we­ni­ger als er­war­tet.

Dass die Be­tro enen dies als un­ge­recht be­trach­ten, ist gut zu ver­ste­hen. Seit­her über­schüt­ten sie die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten mit Brie­fen und Mails. Mit ih­rer Hart­nä­ckig­keit ha­ben sie zu­min­dest ein Stück weit Er­folg. Weil die Ko­ali­ti­on das lei­di­ge The­ma end­lich vom Tisch ha­ben möch­te, soll es künf­tig ei­nen Frei­be­trag für al­le ge­ben. Mehr als ei­ne Mi­ni­mal­lö­sung ist das nicht.

Die Be­tro enen wird sie nicht zu­frie­den­stel­len. Doch selbst die Schmal­spur-Va­ri­an­te ist wa­cke­lig fi­nan­ziert: Die Ko­ali­ti­on will den Ge­sund­heits­fonds an­zap­fen. Noch ist der gut ge­füllt. Aber ob der Fi­nanz­mi­nis­ter ein­springt, wenn er leer ist, steht in den Ster­nen. Viel wahr­schein­li­cher ist, dass die Be­las­tung der üb­ri­gen Bei­trags­zah­ler steigt. Das wird die nicht er­freu­en.

Die­ter Kel­ler zu Kas­sen­bei­trä­gen auf Be­triebs­ren­ten

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