Die For­mel 1 kämpft um ih­ren öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck

Bietigheimer Zeitung - - Sport -

Motorsport Top­stars der Renn­se­rie wie Le­wis Ha­mil­ton und Se­bas­ti­an Vet­tel ma­chen sich an­ge­sichts des Kli­ma­wan­dels für ein Um­den­ken in der Kö­nigs­klas­se stark.

ar nicht so weit ent­fernt vom Au­tódro­mo Her­ma­nos Ro­drí­guez hat sich die For­mel 1 vor ein paar Jah­ren ein gu­tes Ge­wis­sen ge­kauft. Mit An­tei­len am Auf­fors­tungs­pro­jekt „Scolel Te“im Sü­den Me­xi­kos ver­rech­ne­te die Renn­se­rie ih­ren Aus­stoß von Treib­haus-Ga­sen, der Welt­ver­band schrieb um­ge­hend „kli­ma­neu­tral“in die Öko­bi­lanz des PS-Spek­ta­kels. Und so war es ir­gend­wie pas­send, dass die De­bat­te um die Nach­hal­tig­keit und den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck der For­mel 1 beim Grand Prix in Me­xi­kos stau­ver­stopf­ter Haupt­stadt so rich­tig Fahrt auf­nahm.

GMit dem Zug zum Ren­nen

„Ins­ge­samt ge­se­hen, glau­be ich, dass die For­mel 1 mehr tun soll­te. Es ist ei­ne welt­weit agie­ren­de Platt­form, wir soll­ten ei­ne viel stär­ke­re Bot­schaft zu die­sem The­ma sen­den“, sag­te Se­bas­ti­an Vet­tel mit erns­ter Mie­ne und nann­te sich ei­nen „Un­ter­stüt­zer des Pla­ne­ten“. Vor ein paar Wo­chen war der Hes­se des­halb mit der Bahn zum Ren­nen nach Mon­za ge­reist. In Un­garn er­mahn­te er mehr­fach Jour­na­lis­ten im Fah­rer­la­ger,

Plas­tik­fla­schen nicht acht­los weg­zu­wer­fen.

Als lei­den­schaft­li­cher Kli­ma­ret­ter hat sich auch Welt­meis­ter Le­wis Ha­mil­ton zu er­ken­nen ge­ge­ben. In Me­xi­ko zähl­te er ge­wis­sen­haft auf, wie er sein Le­ben ge­än­dert hat. Al­le Ein­käu­fe bis hin zur Zahn­bürs­te müs­sen wie­der­ver­wert­bar sein, von sei­nem Pri­vat­jet hat er sich eben­so ge­trennt wie von vie­len sei­ner Au­tos. Er will we­ni­ger rei­sen und er­nährt sich nur noch ve­gan. Auch auf sei­nen Ar­beit­ge­ber Mer­ce­des will er ein­wir­ken, noch mehr für die Um­welt zu tun.

Doch wie glaub­haft ist es, wenn Sport-Mil­lio­nä­re, die mit dem Voll­gas-Ge­schäft um die Welt flie­gen und auch mit ih­ren hoch­ge­züch­te­ten Bo­li­den gro­ße

Men­gen fos­si­ler Brenn­stof­fe ver­brau­chen, nun als Um­welt­ak­ti­vis­ten auf­tre­ten? „Na­tür­lich ist un­ser öko­lo­gi­scher Fuß­ab­druck hö­her als der ei­nes durch­schnitt­li­chen Haus­be­sit­zers“, räum­te Ha­mil­ton ein. „Aber das be­deu­tet nicht, dass du da­vor Angst ha­ben soll­test, über Din­ge zu spre­chen, die ei­nen po­si­ti­ven Wan­del be­wir­ken kön­nen.“

Das sieht auch der Chef des Bri­ten so. „Er ist ei­ner der größ­ten Renn­fah­rer, die es je ge­ge­ben hat. Ich fin­de es gut, dass er die­sen Sta­tus nutzt, um ei­ne po­si­ti­ve Bot­schaft zum Um­welt­schutz zu sen­den. Das ist löb­lich“, sag­te Mer­ce­des-Te­am­chef To­to Wolff.

In­itia­ti­ven zur Auf­bes­se­rung der Öko­bi­lanz sol­len dem­nächst ver­öf­fent­licht wer­den. Am Sams­tag prä­sen­tier­ten die Spit­zen der For­mel 1 den Teams zu­nächst hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren ihr Kon­zept. „Mit un­se­rer In­no­va­ti­ons­fä­hig­keit, un­se­rem For­schungs­und Ent­wick­lungs­po­ten­zi­al kön­nen wir lang­fris­tig sehr po­si­tiv beim The­ma Nach­hal­tig­keit wir­ken“, ver­si­cher­te der Ös­ter­rei­cher, der schon län­ger als künf­ti­ger Chef der Renn­se­rie ge­han­delt wird.

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