Rech­nungs­hof rügt Schul­ze

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseit­e - Igor St­ein­le

Fi­nan­zen Die Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin soll Be­ra­ter­ver­trä­ge ver­heim­licht ha­ben.

Der Bun­des­rech­nungs­hof (BRH) wirft dem Um­welt­mi­nis­te­ri­um (BMU) vor, Ver­trä­ge mit ex­ter­nen Be­ra­tern ver­heim­licht zu ha­ben. Das BMU ha­be zwi­schen 2014 und 2018 „Un­ter­stüt­zungs­leis­tun­gen“im Wert von mehr als 600 Mil­lio­nen Eu­ro in Auf­trag ge­ge­ben, heißt es in ei­nem Be­richt der Prü­fer, über den der „Spie­gel“be­rich­tet hat. Der Rech­nungs­hof sei stut­zig ge­wor­den, weil das Haus von Um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze (SPD) re­gel­mä­ßig als ein­zi­ges Res­sort bei Ab­fra­gen kei­nen ein­zi­gen Be­ra­ter­ver­trag an­ge­ge­ben ha­be. Ei­ne Un­ter­su­chung wur­de dar­auf­hin ein­ge­lei­tet.

In ei­ner schrift­li­chen Stel­lung­nah­me an den BRH be­strei­tet das Um­welt­mi­nis­te­ri­um die Vor­wür­fe. Aus dem Pa­pier, das die­ser Zei­tung vor­liegt, geht her­vor, dass der Rech­nungs­hof 76 der 846 vom BMU ver­ge­be­nen Auf­trä­ge stich­pro­ben­ar­tig un­ter­sucht hat. Bei 44 da­von ha­be es sich um ex­ter­ne Be­ra­ter­dienst­leis­tun­gen ge­han­delt, wes­we­gen der BRH die Ge­fahr von Ab­hän­gig­kei­ten sieht.

Ein Mi­nis­te­ri­ums­spre­cher ent­geg­ne­te, ex­ter­ne Ex­per­ti­se sei nö­tig, „um in ei­nem stän­dig sich wan­deln­den Um­feld Ant­wor­ten

auf neue und kom­ple­xe Fra­ge­stel­lun­gen zu fin­den“. Ex­ter­ne Be­ra­tungs­leis­tun­gen ha­be es aber nach der De­fi­ni­ti­on des Haus­halts­aus­schus­ses kei­ne ge­ge­ben. Bei den Auf­trä­gen hand­le es sich um Leis­tun­gen wie Gut­ach­ten oder IT-Di­enst­leis­tun­gen wie die War­tung von Ko­pie­rern. Man se­he „kei­ne An­halts­punk­te“für ei­ne Ab­hän­gig­keit.

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