Jung­tier-Auf­zucht­haus ab­ge­ris­sen

Bietigheimer Zeitung - - Stuttgart - Von In­ge Ja­cobs

Wil­hel­ma nennt Si­cher­heits­grün­de – Af­fen­kin­der wer­den längst im Neu­bau im obe­ren Park be­treut

Nach mehr als 37 Jah­ren hat der zoo­lo­gisch-bo­ta­ni­scher Gar­ten in Bad Cann­statt ihr so­ge­nann­tes Jung­tier-Auf­zucht­haus ab­ge­ris­sen. An sei­ner Stel­le sol­len in den kom­men­den Jah­ren neue An­la­gen für süd­ame­ri­ka­ni­sche Kral­len­af­fen und aus­tra­li­sche Beu­tel­tie­re ent­ste­hen, teilt die Di­rek­ti­on der Wil­hel­ma mit.

Das Jung­tier-Auf­zucht­haus war das ers­te Bau­pro­jekt im Zoo­lo­gisch-Bo­ta­ni­schen Gar­ten, das die Freun­de und För­de­rer der Wil­hel­ma im Jahr 1982 mit ei­ner Spen­de von um­ge­rech­net 500 000 Eu­ro er­mög­licht hat­ten. 75 Tie­re wur­den dar­in groß­ge­zo­gen. Es war von An­fang an vor al­lem für den Nach­wuchs von Men­schen­af­fen vor­ge­se­hen, die nicht von ih­ren Müt­tern groß­ge­zo­gen wur­den.

Bis 2013 be­her­berg­te es ei­nen Kin­der­gar­ten für Go­ril­la-Jung­tie­re, die in eu­ro­päi­schen Zoos ge­bo­ren wur­den und aus un­ter­schied­lichs­ten Grün­den von Hand auf­ge­zo­gen wer­den muss­ten. Ent­we­der, weil die Müt­ter ih­re Jung­tie­re nicht an­ge­nom­men hat­ten, zu we­nig Milch ga­ben oder ge­stor­ben wa­ren. Da­mit war das Haus über Jahr­zehn­te hin­weg ein Be­su­cher­ma­gnet in der Wil­hel­ma.

Nach dem Neu­bau des Men­schen­af­fen­hau­ses im obe­ren Park und der dort ein­ge­rich­te­ten Jung­tier-Auf­zucht­sta­ti­on be­her­berg­te das Jung­tier-Auf­zucht­haus vor al­lem noch süd­ame­ri­ka­ni­sche Tie­re wie Kral­len­af­fen. Die­se sind seit­her im Süd­ame­ri­ka­haus un­ter­ge­bracht, wie das ehe­ma­li­ge Men­schen­af­fen­haus heu­te ge­nannt wird.

Nach ein­ge­hen­der bau­li­cher Prü­fung ha­be man ent­schie­den, das Jung­tier-Auf­zucht­haus aus Si­cher­heits­grün­den kom­plett zu schlie­ßen und letzt­lich ab­zu­rei­ßen.

Vor­über­ge­hend wird die nun frei ge­wor­de­ne Stel­le als Bau­stel­len­ein­rich­tungs­flä­che für das neue Aus­tra­li­en­haus ge­nutzt. So­bald die­ses fer­tig­ge­stellt ist, kön­ne hier ein Haus für Kral­len­af­fen und ei­ne Au­ßen­an­la­ge für Beu­tel­tie­re ent­ste­hen.

Tier­pfle­ge­rin Bea­trix Jarc­zew­ski, die heu­te Lei­te­rin des Af­fen­re­viers ist, küm­mer­te sich da­mals um die Jung­tie­re. Fo­to: Wil­hel­ma Stutt­gart

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