El­tern haf­ten nur bei Ver­sa­gen

Bietigheimer Zeitung - - Zusammen Leben - on­li­n­eur­tei­le.de

Ein Fün äh­ri­ger, der bei ei­ner Rad­tour vor sei­nem Va­ter und hin­ter sei­nem äl­te­ren Bru­der fuhr, fuhr auf ei­ner Stra­ße ge­gen ei­nen ge­park­ten Wa­gen. Der Va­ter hat­te noch „Auf­pas­sen!“ge­ru­fen – ver­ge­bens. Die Re­pa­ra­tur kos­te­te den Au­to­be­sit­zer cir­ka 2000 Eu­ro. Die Rech­nung prä­sen­tier­te er den El­tern des Kin­des. Die wei­ger­ten sich zu zah­len. Zu Recht, ent­schied das Amts­ge­richt Augs­burg. Der Jun­ge ha­be ei­nen Mo­ment nicht auf­ge­passt, das sei ein „Au­gen­blicks­ver­sa­gen“.

An­spruch auf Scha­den­er­satz hät­te der Au­to­be­sit­zer nur, wenn der Va­ter sei­ne Auf­sichts­pflicht ver­letzt hät­te. Das sei aber nicht der Fall. Er ha­be al­so das Kind gut be­ob­ach­ten, nur eben nicht mehr ein­grei­fen kön­nen.

Der Um­fang der el­ter­li­chen Auf­sichts­pflicht hän­ge vom Al­ter und den Fä­hig­kei­ten ei­nes Kin­des ab. Der Jun­ge sei be­reits ein ge­üb­ter Rad­fah­rer. Er ken­ne Ver­kehrs­re­geln und -zei­chen, er ken­ne die Stra­ße, das Moun­tain­bike sei mit gu­ten Schei­ben­brem­sen aus­ge­stat­tet und die Fa­mi­lie durf­te auf der Stra­ße fah­ren, weil der schma­le Geh­weg we­gen Sträu­chern nicht si­cher war.

Ur­teil des Amts­ge­richts Augs­burg vom 24.01.2018 – Az.: 73 C 4417/17

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