Müll­ge­büh­ren im Kreis stei­gen um 14 Pro­zent

Ent­sor­gung Neue Ver­trä­ge für die Be­sei­ti­gung von Rest-, Sperr- und Bio­müll füh­ren für die Be­woh­ner des Land­krei­ses ab 2020 zu hö­he­ren Kos­ten. Von Frank Rup­pert

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseit­e -

Ei­ne dras­ti­sche Er­hö­hung der Ab­fall­ge­büh­ren kommt auf die Bür­ger zu. Grün­de da­für sind neue Ver­trä­ge und we­nig Wett­be­werb.

Was sich schon An­fang Ok­to­ber an­deu­te­te (die BZ be­rich­te­te) wird im­mer mehr zur Rea­li­tät: Die Müll­ge­büh­ren im Land­kreis wer­den dras­tisch stei­gen. Für ei­nen Mus­ter­haus­halt mit vier Per­so­nen wird die Ent­sor­gung im kom­men­den Jahr 14,5 Pro­zent teu­rer. Da­für hat am Frei­tag­nach­mit­tag der Aus­schuss für Um­welt und Tech­nik des Lud­wigs­bur­ger Kreis­tags sei­ne Zu­stim­mung ge­ge­ben. Im Ein­zel­nen wer­den Jah­res- und Be­häl­ter­ge­büh­ren um 14 Pro­zent stei­gen, Rest­müll­lee­run­gen um vier Pro­zent und Bio­müll um 100 Pro­zent.

Was sind die Grün­de für ei­nen so deut­li­chen An­stieg? Die Ab­fall­ver­wer­tungs­ge­sell­schaft des Land­krei­ses Lud­wigs­burg (AVL) hat zwar 2018 ge­mein­sam mit dem Fach­be­reich Ab­fall­ge­büh­ren der Kreis­ver­wal­tung ei­nen Über­schuss von 2,57 Mil­lio­nen Eu­ro er­zielt. Gleich­zei­tig stei­gen die Kos­ten für Bio­müll durch ei­nen neu­en Ver­gä­rungs­ver­trag. Das Ziel da­bei ist mehr Müll ver­gä­ren zu las­sen als zu kom­pos­tie­ren, weil das um­welt­freund­li­cher ist.

Neu­er Ver­trag not­wen­dig

Vor al­lem sind es aber die deut­lich hö­he­ren Rest­müll­kos­ten, die die Ent­sor­gung laut Kreis­ver­wal­tung ver­teu­ern. Weil die Lauf­zeit des Ver­trags mit dem bis­he­ri­gen Ent­sor­ger am 31. Mai 2020 en­det, muss­te neu aus­ge­schrie­ben wer­den. Da­für gab es aber nur ei­nen Be­wer­ber, näm­lich den bis­he­ri­gen Ver­trags­part­ner, die Fir­ma

„TPLUS“. Weil das An­ge­bot deut­lich über dem Ver­ga­be­preis lag wur­de laut Kreis­ver­wal­tung ein zwei­tes Mal aus­ge­schrie­ben und auch noch ver­han­delt, den­noch liegt der Preis nun 20,5 Pro­zent über den bis En­de 2019 gel­ten­den Satz und 14,1 Pro­zent über dem der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten An­pas­sung zum 1. Ja­nu­ar 2020. Als Grund für die ge­rin­ge An­ge­bots­zahl sieht die Kreis­ver­wal­tung auch die Aut­ar­kie-Ver­ord­nung, die vor­schreibt, dass Sied­lungs­ab­fäl­le nur in An­la­gen in Ba­denWürt­tem­berg

ent­sorgt wer­den dür­fen. Zwar gilt die Aut­ar­kie-Ver­ord­nung nicht für Sperr­müll, den­noch sind die Kos­ten dort auch ge­stie­gen. 53 Pro­zent hö­her als im bis­he­ri­gen Ver­trag sind sie. Das lie­ge auch an den be­grenz­ten Ent­sor­gungs­ka­pa­zi­tä­ten und der Kon­kur­renz durch Ge­wer­be­ab­fall.

An­de­re An­ge­bo­te er­war­tet

„Un­an­ge­nehm und un­ge­müt­lich“, nann­te Kreis­rat Rai­ner Gess­ler (FW) die Er­hö­hung. Er er­in­ner­te dar­an, dass man die Ge­büh­ren in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit sta­bil hal­ten konn­te. Man ha­be auch im Gre­mi­um mit an­de­ren An­ge­bots­hö­hen ge­rech­net bei der Aus­schrei­bung, aber nun müs­se man die­se „Krö­te eben schlu­cken“. Horst Steg­mai­er (CDU) sag­te, dass al­les sei­nen Preis ha­be und si­gna­li­sier­te eben­falls Zu­stim­mung zur Ge­büh­ren­er­hö­hung.

Glei­ches tat Ernst-Pe­ter Mor­lock (SPD), der aber auch an die wei­te­re Zu­kunft dach­te. Sei­ne Idee: Wenn es kei­nen wirk­li­chen

Wett­be­werb mehr ge­be, müs­se die AVL über­le­gen, wie­der mehr selbst zu über­neh­men. Vol­ker Go­del (FDP) ging auf den Bio­müll ein, der mit ei­ner Ver­dop­pe­lung der Ge­büh­ren ei­ne ex­tre­me Stei­ge­rung er­fah­re. Den­noch sub­ven­tio­nie­re man den Bio­müll wei­ter­hin, nur eben nicht mehr so stark. Für Go­del „ein Maß, das wir ver­tre­ten kön­nen“. Als nächs­tes muss der Kreis­tag die Sat­zung mit der Ge­büh­ren­er­hö­hung be­schlie­ßen.

Fo­to: Mar­tin Kalb

Die Kos­ten für die Müll­ab­fuhr wer­den ab 2020 stei­gen. In Zu­kunft könn­ten wei­te­re Ge­büh­ren­er­hö­hun­gen fol­gen.

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