2194 Ki­lo­me­ter in 24 St­un­den

Bietigheimer Zeitung - - Bietigheim-bissingen -

Brei­ten­sport 491 Teil­neh­mer zwi­schen vier und 80 Jah­ren zo­gen beim dies­jäh­ri­gen 24-St­un­den-Schwim­men im Bis­sin­ger Hal­len­bad ih­re Bah­nen. Vie­le sind schon seit Jah­ren da­bei. Von Michae­la Glem­ser

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen. Stolz hiel­ten Ro­bin und Phil­ipp ih­re Ur­kun­den in der Hand und tru­gen ih­re Medaillen um den Hals. „Ich ha­be 1200 Me­ter im Brust­schwim­men ge­scha t. Es war ganz schön an­stren­gend, aber es hat auch sehr viel Spaß ge­macht“, er­klär­te der neun­jäh­ri­ge Ro­bin aus Bie­tig­heim-Bis­sin­gen. Er hat ge­mein­sam mit sei­nem Bru­der und sei­nen Groß­el­tern zum zwei­ten Mal am 24-St­un­den-Schwim­men des Schwimm­ver­eins Bie­tig­heim-Bis­sin­gen teil­ge­nom­men.

Sein Opa Michael Tschier­schwitz ge­hört mit sei­nen 75 Jah­ren zu den Stamm­gäs­ten bei der be­lieb­ten Brei­ten­sport­ver­an­stal­tung. „1986 ha­be ich mit dem Turn­ver­ein Met­ter­zim­mern das ers­te Mal am 24-St­un­den-Schwim­men teil­ge­nom­men. Seit die­ser Zeit bin ich im­mer mit da­bei.“Im Lau­fe der Jah­re ist sei­ne Schwimm­stre­cke „auf­grund des Al­ters und der klei­nen Weh­weh­chen“im­mer et­was we­ni­ger ge­wor­den. „Heu­te ha­be ich 2450 Me­ter ge­scha t“, kann er aber im­mer noch auf ei­ne star­ke Leis­tung bli­cken.

Der Bie­tig­hei­mer schätzt vor al­lem die fa­mi­liä­re At­mo­sphä­re beim 24-St­un­den-Schwim­men, zu dem Sport­freun­de un­ter an­de­rem so­gar aus Augs­burg an­rei­sen. „Gera­de vie­le Schu­len aus der Stadt und den be­nach­bar­ten Ge­mein­den sind all­jähr­lich im Rah­men ih­res Sport­un­ter­richts mit von der Par­tie. Die Zahl der Kin­der und Ju­gend­li­chen hat über die Jah­re ei­gent­lich eher zu- statt ab­ge­nom­men, ob­wohl im­mer wie­der zu hö­ren ist, dass vie­le Kin­der nicht mehr schwim­men kön­nen“, be­ton­te der Ers­te Vor­sit­zen­de des Schwimm­ver­eins, Michael Ber­tet. Er war tat­säch­lich 24 St­un­den, von Sams­tag 14 Uhr, bis Sonntag, 14 Uhr, im Hal­len­bad in Bis­sin­gen als An­sprech­part­ner vor Ort. Nachts war hat er in ei­nem Ne­ben­raum mal zwei St­un­den ge­schla­fen.

„Ab 24 Uhr wird es im­mer et­was ru­hi­ger im Bad, aber zu Stoß­zei­ten be­fin­den sich bis zu 105

Schwim­mer im Be­cken. Wir ha­ben pro Bahn drei Hel­fer im Ein­satz, ins­ge­samt kön­nen wir an die­sem Wo­che­n­en­de auf rund 100 Hel­fer zu­rück­grei­fen. In­zwi­schen sind wir ein ein­ge­spiel­tes Team“, mach­te Ber­tet deut­lich.

Die Schwim­mer zie­hen aber nicht nur ih­re Bah­nen, son­dern sit­zen auch ge­müt­lich zu­sam­men, es­sen und trin­ken. Ei­ni­ge Sport­ler über­nach­ten so­gar im Hal­len­bad. An­de­re wie­der­um kom­men am Sams­tag, um ei­ne be­stimm­te Stre­cke zu­rück­zu­le­gen und set­zen die­se Leis­tung am Sonntag – nach ei­ner Ru­he­pau­se zu Hau­se – fort. „Man­che Schwimm­freun­de packt da­bei rich­tig der Ehr­geiz, und sie wol­len sich Me­ter um Me­ter ver­bes­sern, ob­wohl sie im Vor­feld vi­el­leicht mit ei­ne viel ge­rin­ge­ren Schwimm­stre­cke ge­rech­net ha­ben“, sagt Ber­tet. Im­mer wie­der er­rei­chen den Ver­ein auch An­fra­gen von „Re­kord­schwim­mern“, die ei­ne Bahn für sich re­ser­vie­ren wol­len. „Das leh­nen wir je­doch ab, da wir be­wusst ei­ne Brei­ten­sport­ver­an­stal­tung für je­den Sport­ler sind“, un­ter­strich der Vor­sit­zen­de.

Er sei „mit dem rei­bungs­lo­sen Ablauf sehr zu­frie­den. Es gab in all den Jah­ren nie ei­nen grö­ße­ren Un­fall.“Zum 40. 24-St­un­den-Schwim­men „wün­schen wir uns als Aus­tra­gungs­ort ei­ne neue Schwimm­hal­le“, schmun­zel­te Ber­tet.

Fo­to: Mar­tin Kalb

Die zahl­rei­chen Schwim­mer ga­ben al­les, um mög­lichst viel Stre­cke zu­rück­zu­le­gen.

Ab und zu muss na­tür­lich auch ei­ne kur­ze Pau­se sein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.