Freie Hand

Bietigheimer Zeitung - - Vorderseit­e - Gün­ther Marx

In ei­ner Hin­sicht hat US-Au­ßen­mi­nis­ter Pom­peo Recht. Durch das Be­har­ren auf Rechts­po­si­tio­nen lässt sich der is­rae­lisch-pa­läs­ti­nen­si­sche Kon­flikt nicht aus der Welt schaf­fen. Es ist frei­lich ein Un­ter­schied, ob völ­ker­recht­li­che Po­si­tio­nen zum Aus­gangs­punkt von Ver­hand­lun­gen ge­macht wer­den, um ein schwie­ri­ges Pro­blem zu lö­sen, oder die US-Re­gie­rung mit ei­ner Kehrt­wen­de der is­rae­li­schen Sied­lungs­po­li­tik qua­si freie Hand ge­währt.

Kein Wun­der, dass Noch-Mi­nis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu über die­se Un­ter­stüt­zung ju­belt. Er ver­folgt oh­ne­hin wei­ter­ge­hen­de Anne­xi­ons­plä­ne. Da fra­gen sich die Pa­läs­ti­nen­ser zu Recht, wo ei­gent­lich noch

Platz für sie sein soll. Die Vor­stel­lung vom ei­ge­nen Staat er­weist sich im­mer mehr als Schi­mä­re.

Ganz un­schul­dig sind sie dar­an nicht. Als Is­ra­el den Ga­za-Strei­fen räum­te, wur­de der zur Ra­ke­ten-Ab­schuss­ram­pe. Und die of­fi­zi­ell das Exis­tenz­recht Is­ra­els an­er­ken­nen­de PLO zahlt „Mär­ty­rer­ren­ten“an An­ge­hö­ri­ge is­la­mis­ti­scher At­ten­tä­ter. Das Dra­ma der Region liegt dar­in, dass die Kräf­te des Aus­gleichs schwach sind, und der Star­ke den Schwa­chen an die Wand drückt.

zur ame­ri­ka­ni­schen Is­ra­el-Politik

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