Streit um Ver­bands­chef

Bietigheimer Zeitung - - Themen Des Tages / Politik - Do­ro­thee To­reb­ko

Macht­kampf Bun­des­po­li­ti­ker un­ter­stüt­zen Prä­si­den­ten des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bands. Fünf Stell­ver­tre­ter for­dern Rück­tritt.

Der Macht­kampf an der Spit­ze des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­bands (DFV) hat die Bun­des­po­li­tik er­reicht. Meh­re­re Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te stell­ten sich hin­ter den Prä­si­den­ten des Ver­bands, Hart­mut Ziebs. Die­ser hat­te von fünf der sie­ben Vi­ze­prä­si­den­ten des Ver­ban­des ei­ne Rück­tritts­for­de­rung er­hal­ten. Die Stell­ver­tre­ter hat­ten er­klärt, kein Ver­trau­en mehr in den Prä­si­den­ten zu ha­ben. War­um das so sei, sag­ten sie nicht. Aus­gangs­punkt der De­bat­te ist ein Ar­ti­kel, der in die­ser Zei­tung er­schien.

DFV-Prä­si­dent Hart­mut Ziebs hat­te die­ser Zei­tung am Tag nach den Land­tags­wah­len in Bran­den­burg und Sach­sen ein In­ter­view ge­ge­ben, in dem er sich ge­gen die rechts­na­tio­na­le Un­ter­wan­de­rung der Feu­er­weh­ren aus­ge­spro­chen hat. „Die teil­wei­se rechts­na­tio­na­len Ten­den­zen bei der AfD sind ei­ne Ge­fahr für die De­mo­kra­tie. Es wä­re dra­ma­tisch, wenn die Feu­er­wehr da rein­rutscht“, hat­te Ziebs ge­sagt. Als Bei­spiel für den Ein­fluss der Par­tei auf die Feu­er­weh­ren

ver­wies er auf die Lan­des­ge­schäfts­stel­le in Rhein­land-Pfalz. Dort ha­be der Lan­des­ge­schäfts­stel­len­lei­ter die Emp­feh­lung an die Ka­me­ra­den aus­ge­spro­chen: „Wenn ihr Geld braucht, wen­det euch an die AfD.“Der Prä­si­dent des rhein­land-pfäl­zi­schen Feu­er­wehr­ver­ban­des, Frank Ha­che­mer, ist ei­ner der fünf Un­ter­zeich­ner.

„Schutz der De­mo­kra­tie“

Dar­auf­hin war ein Macht­kampf im 1,3 Mil­lio­nen Mit­glie­der star­ken Ver­band ent­brannt. Un­ter­stüt­zung er­hielt Ziebs von der Ba­sis. Nun ver­tei­di­gen vie­le Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te den Ver­bands­prä­si­den­ten. „Hart­mut Ziebs hat deut­lich ge­macht, dass ras­sis­ti­sches Ge­dan­ken­gut kei­nen Platz in­ner­halb der Feu­er­wehr ha­ben darf. Ei­ne Hal­tung, die für ei­nen Ver­bands­prä­si­den­ten selbst­ver­ständ­lich sein soll­te“, sagt die in­nen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Bun­des­tag, Ire­ne Mi­ha­lic. Der SPD-Ab­ge­ord­ne­te Se­bas­ti­an Hartmann aus Nord­rhein-West­fa­len

sag­te: „Die So­zi­al­de­mo­kra­tie zeigt sich so­li­da­risch mit Herrn Ziebs. Nach dem, was jetzt be­kannt ist, ist die Rück­tritts­for­de­rung nicht nach­voll­zieh­bar.“Mar­ti­na Ren­ner, die für die Lin­ken im In­nen­aus­schuss sitzt, be­tont: „Wer ernst­haft ei­nen Ver­bands­prä­si­den­ten we­gen des­sen Be­kennt­nis zur De­mo­kra­tie zum Rück­tritt zwin­gen will, der soll­te sein Ver­hält­nis zur De­mo­kra­tie über­prü­fen.“Noch wei­ter geht die Lin­ken-Vor­sit­zen­de Kat­ja Kip­ping: „Feu­er­wehr­leu­te wie Herr Ziebs sind die wah­ren Hel­den beim Schutz der De­mo­kra­tie.“

Ziebs hat­te sich auf Face­book zu den Rück­tritts­for­de­run­gen ge­äu­ßert: „Die Ent­wick­lung der letz­ten Wo­che er­schüt­tert mich zu­tiefst.“Er be­kräf­tig­te sei­ne Aus­sa­ge, dass die AfD ei­ne Ge­fahr für die De­mo­kra­tie und die Feu­er­wehr sei. Wei­te­re State­ments will Ziebs frü­hes­tens am Don­ners­tag ab­ge­ben.

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