Ent­zug zwei­er Zu­las­sun­gen rechts­wid­rig

Ge­richt Beim Ham­bur­ger G20-Gip­fel 2017 wird ei­ni­gen Jour­na­lis­ten die Ak­kre­di­tie­rung ge­sperrt – zu Un­recht, heißt es jetzt.

Bietigheimer Zeitung - - In Die Blick Welt - dpa

Berlin. Der nach­träg­li­che Ent­zug der Ak­kre­di­tie­run­gen zwei­er Jour­na­lis­ten beim G20-Gip­fel in Ham­burg im Som­mer 2017 ist ei­nem Ge­richts­ur­teil zu­fol­ge rechts­wid­rig ge­we­sen. Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen Wi­der­ruf der Ak­kre­di­tie­run­gen ha­ben nicht vor­ge­le­gen, sag­te ein Spre­cher des Ver­wal­tungs­ge­richts Berlin am Mitt­woch. Nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ne Tat­sa­chen, auf de­ren Grund­la­ge der Aus­schluss mög­lich ge­we­sen wä­re, gab es dem­nach nicht. Es ging in dem Ver­fah­ren kon­kret um Kla­gen von zwei Jour­na­lis­ten ge­gen die Bun­des­re­pu­blik.

Der G20-Gip­fel vor gut zwei Jah­ren war über­schat­tet ge­we­sen von hef­ti­gen Kra­wal­len in der Han­se­stadt. Wäh­rend des Gip­fels wur­de nach­träg­lich ei­ner Rei­he von Jour­na­lis­ten die Ak­kre­di­tie­rung ent­zo­gen. Da­mals war der Schritt mit si­cher­heits­re­le­van­ten Er­kennt­nis­sen be­grün­det wor­den. Bei ei­ner Ak­kre­di­tie­rung han­delt es sich um ei­ne Zu­las­sung für Jour­na­lis­ten zu Ter­mi­nen, die im Vor­feld an­ge­mel­det wer­den muss.

Ein Ju­rist, der für die Sei­te des Bun­des sprach, sag­te in der Ver­hand­lung, man ha­be un­ter ho­hem Zeit­druck ei­ne Ent­schei­dung tref­fen müs­sen, nach­dem es vom Ver­fas­sungs­schutz ge­hei­ßen ha­be, dass ei­ne Nä­he zu links­ex­tre­men Grup­pie­run­gen be­ste­he.

Die An­wäl­te der Klä­ger be­ton­ten, dass der Ent­zug der Ak­kre­di­tie­rung ein mas­si­ver Ein­griff in die Pres­se­frei­heit ge­we­sen sei. Kon­kre­te Vor­wür­fe hät­ten nicht vor­ge­le­gen, und die Ent­schei­dung sei nicht auf­grund von Sach­ver­hal­ten ge­trof­fen wor­den.

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