Russ­land steht vor dem Olym­pia-Aus

Bietigheimer Zeitung - - Sport -

Aus­schluss Im neu­es­ten Ka­pi­tel des Do­ping-Skan­dals for­dert DOSB-Prä­si­dent Al­fons Hör­mann ra­sches Han­deln.

Russ­lands Un­be­lehr­ba­re ste­hen vor dem To­tal­scha­den, das Olym­pia-Aus für To­kio scheint un­aus­weich­lich: Die Ge­duld des Welt­sports mit der in Sa­chen Do­ping o en­bar nicht the­ra­pier­ba­ren Skan­dal­na­ti­on ist am En­de. „Das Ur­teil der Prüf­kom­mis­si­on und ih­re For­de­rung nach kla­ren Kon­se­quen­zen wie­gen schwer“, teil­te DOSB-Prä­si­dent Al­fons Hör­mann auf SID-An­fra­ge mit: „Auf­grund der na­hen­den Olym­pi­schen Spie­le in To­kio muss die fi­na­le Klä­rung zeit­nah er­fol­gen.“

Die Welt-An­ti-Do­ping-Agen­tur (WADA), könn­te am 9. De­zem­ber den Rus­sen, die in der seit ei­ner hal­ben De­ka­de schwe­len­den Af­fä­re um weit­rei­chen­de Ma­ni­pu­la­ti­on im Spit­zen­sport nicht an­satz­wei­se den ge­for­der­ten Men­ta­li­täts­wan­del ge­zeigt ha­ben, end­gül­tig den Ste­cker zie­hen. Beim Ur­teil müs­se, so Hör­mann, „der fai­re und sau­be­re Sport ein­deu­tig im Vor­der­grund ste­hen“. Und da sieht es für Russ­land düs­ter aus.

Ein Ko­mi­tee der WADA hat­te emp­foh­len, die be­reits von 2015 bis 2018 sus­pen­dier­te rus­si­sche An­ti-Do­ping-Agen­tur RUSADA er­neut aus­zu­schlie­ßen. Auf Mil­de oder Ver­ständ­nis im Welt­sport kön­nen die Rus­sen je­den­falls nicht rech­nen. Ei­ne Sper­re von we­ni­ger als vier Jah­ren sei ei­ne wei­te­re Un­ge­rech­tig­keit für sau­be­re Ath­le­ten, sag­te Tra­vis Ty­gart, Chef der mäch­ti­gen ame­ri­ka­ni­schen An­ti-Do­ping-Be­hör­de USADA. Der „schwer­wie­gen­de Ver­stoß“hat sei­nen Hin­ter­grund in der A äre um mut­maß­lich ma­ni­pu­lier­te Da­ten aus dem Mos­kau­er Kon­troll­la­bor. Mit die­sen sol­len das ge­naue Aus­maß des sys­te­ma­ti­schen Do­pings in Russ­land be­legt und in­di­vi­du­el­le Stra­fen für Ath­le­ten mög­lich wer­den. Das woll­te Russ­land wohl ge­zielt ver­hin­dern, und des­halb fin­det ei­ne har­te Li­nie der WADA nun brei­te Zu­stim­mung, auch bei der deut­schen An­ti-Do­ping-Agen­tur NADA. Die Rus­sen selbst zeig­ten sich an­ge­sichts der brei­ten Front ge­gen sie ein Stück weit zwangs­ein­sich­tig. RUSADA-Chef Ju­ri Ga­nus sag­te am Samstag, dass die Emp­feh­lung des CRC „im Ein­klang mit recht­li­cher Lo­gik“ste­he. Die dro­hen­de Su­s­pen­die­rung rich­te sich aber „nicht ge­gen die Qua­li­tät der Ar­beit der RUSADA“. Soll­te hei­ßen: So schlimm ist das al­les doch gar nicht.

Im Ver­gleich zu ver­gan­ge­nen Straf­maß­nah­men wie im Vor­feld der Olym­pi­schen Som­mer­spie­le 2016 in Rio und der Win­ter­spie­le 2018 in Pyeong­chang be­sitzt die WADA in­zwi­schen deut­lich mehr Sank­ti­ons­mög­lich­kei­ten. Nicht nur der Aus­schluss von Olym­pia und den Pa­ralym­pics, wo rus­si­sche Sport­ler dann als Ein­zel­ath­le­ten un­ter neu­tra­ler Flag­ge an­tre­ten könn­te, droht.

Der „In­ter­na­tio­nal Stan­dard for Co­de Com­p­li­an­ce by Si­gna­to­ries (ISCCS)“der WADA sieht auch aus­drück­lich vor, das Russ­land die Aus­rich­tung in­ter­na­tio­na­ler Meis­ter­schaf­ten ver­wei­gert wer­den kann. Dies be­tri t so­wohl die Neu­ver­ga­be wie auch be­reits an Russ­land ver­ge­be­ne Wett­be­wer­be.

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