Von schwä­bi­schem Fleiß ge­prägt

Bietigheimer Zeitung - - In Der Wirtschaft Region -

Bie­tig­heim-Bis­sin­gen In 127 Jah­ren Fir­men­ge­schich­te hat sich Hof­meis­ter von klei­nen An­fän­gen in Kirch­heim zum gro­ßen Ein­rich­tungs­haus in der Re­gi­on ent­wi­ckelt. Von Jörg Pa­litzsch

Die Ge­schich­te des Un­ter­neh­mens Hof­meis­ter war und ist über Ge­ne­ra­tio­nen hin­weg von schwä­bi­schem Fleiß, Ehr­lich­keit und So­li­di­tät ge­prägt.

Der Tod von Se­ni­or­chef Man­fred Hof­meis­ter, er starb, wie in der BZ be­rich­tet, am Sams­tag im Al­ter von 84 Jah­ren, wirft aber auch ein Bild auf ein Un­ter­neh­men, das sich von kleins­ten An­fän­gen her­aus zu ei­nem der größ­ten Ein­rich­tungs­häu­sern in der Re­gi­on ent­wi­ckelt hat. Ei­nen we­sent­li­chen Teil dar­an hat­te Man­fred Hof­meis­ter.

Ge­ra­de 27 Jah­re alt war Fir­men­grün­der Karl Hof­meis­ter, als er sich 1892 mit ei­ner Bau- und Mö­bel­schrei­ne­rei in Kirch­heim am Neckar selbst­stän­dig mach­te. Zu­vor hat­ten ihn Wan­der­jah­re durch die Schweiz ge­führt, wo er das Schrei­ner­hand­werk und die Holz­ver­ar­bei­tung von der Pi­ke auf er­lern­te.

1930 über­gab er sei­nen Be­trieb an die Söh­ne Karl und Her­mann, die in den Zei­ten der Welt­wirt­schafts­kri­se Weit­blick zeig­ten. Ne­ben der Bau- und Mö­bel­schrei­ne­rei schu­fen sie sich mit dem Han­del von Mö­beln ein wei­te­res Stand­bein, Lie­fe­ran­ten wa­ren klei­ne Werk­stät­ten aus dem Schwarz­wald.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg führ­te Her­mann Hof­meis­ter den Be­trieb über die ört­li­che Be­deu­tung hin­aus. 1935 wur­de Man­fred Hof­meis­ter in Kirch­heim ge­bo­ren, der von 1957 bis 2007 mit sei­nen Brü­dern Hel­mut und Her­mann die Ge­schi­cke des Un­ter­neh­mens lei­te­te und den Grund­stein für die heu­ti­ge Fir­men­grö­ße leg­te.

Man­fred Hof­meis­ter war ein vor­bild­li­cher Un­ter­neh­mer, der ge­prägt war von sei­ner tie­fen christ­li­chen Glau­bens­über­zeu­gung, sei­ner Lau­ter­keit, sei­ner Au as­sung von Pflicht­er­fül­lung und per­sön­li­cher Be­schei­den­heit. Dies sei­en ent­schei­den­de We­sens­zü­ge für die Ent­wick­lung der Hof­meis­ter-Fir­men­grup­pe ge­we­sen, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung der Fa­mi­lie Hof­meis­ter zum To­de des Se­ni­or­chefs.

Be­reits 1972 wur­de in Bie­tig­heim ein neu­es Ein­rich­tungs­haus mit 4000 Qua­drat­me­tern erö net. Acht Jah­re spä­ter wur­de ein mo­der­nes Zen­tral­la­ger ge­baut und 1984 kam „Tren­dy“hin­zu, ein Mit­nah­me­markt für jun­ges Woh­nen. In ei­nem Er­leb­nis­land setz­te man früh auf un­ter­schied­li­che An­ge­bo­te, ganz nach dem Prin­zip „mehr als nur Mö­bel“. Ein Bis­tro lud zum Es­sen ein, für die Klei­nen gab es Spiel­an­ge­bo­te und ein Kin­der­ki­no. Da­zu wur­den den Kun­den im­mer wie­der neue At­trak­tio­nen ge­bo­ten. Kin­der­fes­te, Rock­kon­zer­te, Kunst­hand­werk, Son­der­schau­en und Bal­lon­starts. Die­ses Prin­zip ver­folgt Hof­meis­ter bis heu­te, aus­ge­rich­tet auf den Trend zu mehr Events und Er­leb­nis­ein­kauf.

1990 stand ei­ne Ver­kaufs­flä­che von 26 000 Qua­drat­me­tern zur Ver­fü­gung, Hof­meis­ter hat­te da­mit das größ­te Ein­rich­tungs­an­ge­bot un­ter ei­nem Dach im Groß­raum Stutt­gart.

In Bie­tig­heim sei es ra­sant vor­wärts ge­gan­gen, aber wie es bei ei­nem schwä­bi­schen Un­ter­neh­men ist – im­mer in über­schau­ba­ren Schrit­ten, sag­te Her­mann Hof­meis­ter im Mai 1992 beim Fest­akt des Un­ter­neh­mens zum 100-jäh­ri­gen Be­ste­hen.

Als Ge­schäfts­füh­rer hat­te Man­fred Hof­meis­ter die Be­rei­che des Ver­triebs zu ver­ant­wor­ten. Er pfleg­te die Nä­he zu den Kun­den und leg­te auch ei­nen be­son­de­ren Wert auf die Be­treu­ung der Mit­ar­bei­ter. Er be­stimm­te als Ge­sell­schaf­ter die Fir­men­ent­wick­lung wei­ter mit, bis er 2007 mit sei­nem Bru­der Hel­mut Hof­meis­ter die Ver­ant­wor­tung des Un­ter­neh­mens in die Hän­de von Frank Hof­meis­ter, Sohn des Ver­stor­be­nen, leg­te, der das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men in vier­ter Ge­ne­ra­ti­on führt.

Die Be­er­di­gung von Man­fred Hof­meis­ter fin­det am Mon­tag, 2. De­zem­ber, um 13 Uhr auf dem Fried­hof St. Pe­ter in Bie­tig­heim statt.

Fo­tos: Wer­ner Kuhn­le, Hof­meis­ter

Die mar­kan­ten Ge­bäu­de von Hof­meis­ter in Bie­tig­heim-Bis­sin­gen auf ei­ner Lu die bei­den Ge­bäu­de. auf­nah­me. Ei­ne Brü­cke ver­bin­det

Be­ginn 1892 mit ei­ner Werk­statt in Kirch­heim am Neckar.

Man­fred Hof­meis­ter starb mit 84 Jah­ren.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.