Bäu­me statt Au­tos auf dem Ar­sen­al­platz

Bietigheimer Zeitung - - Kreis Ludwigsbur­g - Micha­el Bosch

Stadt­pla­nung Wett­be­werb zur Um­ge­stal­tung von Ar­senal- und Schil­ler­platz ist ent­schie­den.

Wer schon ein­mal im Sü­den Frank­reichs war, kennt die Plät­ze. Un­ter gro­ßen Laub­bäu­men lässt sich auf kie­si­gem Un­ter­grund her­vor­ra­gend Boule spie­len. Bän­ke im Schat­ten la­den zum Ver­wei­len ein. Wenn es nach den Stadt­pla­nern geht, schmückt sich Lud­wigs­burg bald mit ei­nem sol­chen Platz. Die Ju­ry hat den Ent­wurf der Fir­ma Mann Land­schafts­ar­chi­tek­tur aus Ful­da zum Sie­ger des Groß­pro­jekts ZIEL (Zen­tra­le In­nen­stadt­ent­wick­lung) ge­kürt. Auf dem Ar­sen­al­platz, wo frü­her Sol­da­ten pa­trouil­lier­ten, soll ein „grü­ner Sa­lon“ent­ste­hen.

Fuß­gän­ger in die Stadt lei­ten

Ver­setzt ste­hen­de chi­ne­si­sche Blaug­lo­cken­bäu­me lei­ten die Fuß­gän­ger in Rich­tung In­nen­stadt. Ei­ne Kaf­fee­bar, Sitz­bän­ke und mo­bi­le Stüh­le, Trink­brun­nen und Spiel­mög­lich­kei­ten sol­len da­zu ein­la­den, zu ver­wei­len. „Der Sie­ger­ent­wurf gibt Ant­wor­ten auf die öko­lo­gi­schen Fra­gen und bie­tet ei­ne his­to­ri­sche An­bin­dung“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Knecht bei der Prä­sen­ta­ti­on.

Auf ei­ne gro­ße Ra­sen­flä­che, auch die war in ei­ni­gen der ins­ge­samt 22 Ar­bei­ten vor­ge­se­hen, hat­te das Preis­ge­richt kei­nen Wert ge­legt. Die Be­fürch­tung: Im Som­mer se­he brau­nes Gras un­at­trak­tiv aus, zu­dem wer­de Ra­sen schnell zer­tram­pelt. Und die Fuß­gän­ger sol­len sich frei be­we­gen kön­nen.

Knecht und die Preis­rich­ter wür­di­gen auch, dass das Staats­ar­chiv-Ge­bäu­de, das mit ei­nem Band aus Pflas­ter­stei­nen vom ei­gent­li­chen Platz ab­ge­trennt wird, bes­ser zur Gel­tung kom­me. Fried­helm Ter­früch­te, der Vor­sit­zen­de des Preis­ge­richts, be­tont, dass mit dem Wett­be­werb nur ein gro­ber Rah­men vor­ge­ge­ben sei. Ver­bes­se­rungs­be­darf sieht die Ju­ry zum Bei­spiel noch bei den Vor­schlä­gen zum Schil­ler­platz. Hier sind ein Brun­nen und lan­ge Bän­ke vor­ge­se­hen, die Schil­ler­sta­tue soll ver­setzt wer­den.

Die we­sent­li­chen Zie­le des Wett­be­werbs sei­en aber er­füllt. Mehr Auf­ent­halts­qua­li­tät, über­sicht­li­che­re Weg­ver­bin­dun­gen vom Ar­sen­al­platz zur Fuß­gän­ger­zo­ne – und we­ni­ger Au­to­ver­kehr. Denn über die Ar­sen­al­stra­ße und den Schil­ler­platz dür­fen künf­tig nur noch Bus­se fah­ren. An­sons­ten ist die Stra­ße Fuß­gän­gern und Rad­fah­rern vor­be­hal­ten. In ei­ner ers­ten Bau­pha­se sol­len 50 der 143 Stell­plät­ze auf dem Ar­sen­al­platz blei­ben, ge­nau­so wie die 100 Park­plät­ze auf dem Zeug­haus­platz. Ir­gend­wann wer­den auch sie ab­ge­schafft. Au­to­fah­rer müs­sen nach Ab­schluss des Pro­jekts das Park­haus auf dem neu ge­plan­ten Re­ge­le-Are­al an­steu­ern oder in der eben­falls neu ge­plan­ten Tief­ga­ra­ge un­ter dem Zeug­haus­platz par­ken.

Zwei neue Baustei­ne vor­ge­se­hen

Dar­über, auf dem frei wer­den­den Platz, sind zwei neue Stadt­bau­stei­ne vor­ge­se­hen. „Da kön­nen neue Krea­tiv­räu­me ent­ste­hen, für Jung und Alt“, zeich­net Knecht ei­ne va­ge Zu­kunft. Si­cher ist, dass es an der Wil­helms- und Schil­ler­stra­ße nach der Um­ge­stal­tung nur noch Park­plät­ze für Geh­be­hin­der­te, Ta­xis und Car­sha­ring-An­ge­bo­te so­wie für Kurz­zeit­par­ker gibt. Knecht ist es wich­tig, den Be­reich rund um den Ar­sen­al­platz nicht „aus­zu­stan­zen“, son­dern ihn als Teil der ge­sam­ten Stadt­ent­wick­lung zu be­grei­fen. Bür­ger­meis­te­rin Ga­b­rie­le Nie­ßen schätzt, dass al­lein die wei­te­ren Pla­nun­gen ein „hal­bes bis drei­vier­tel Jahr“in An­spruch neh­men wer­den. Und dann muss noch der Ge­mein­de­rat zu­stim­men. Vor 2023 wer­de sich wohl nichts än­dern. OB Mat­thi­as Knecht spricht so­gar von ei­nem Zei­t­raum von sechs bis sie­ben Jah­ren. Auf ei­ne kon­kre­te Jah­res­zahl will er sich aber nicht fest­le­gen.

Vi­sua­li­sie­rung: Mann

Der Sie­ger­ent­wurf von „Mann Land­scha Baum­feld statt des Park­plat­zes vor. sar­chi­tek­tur“sieht ein

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