Bam­bi als Su­per­food

Bietigheimer Zeitung - - Südwestums­chau - Ma­xi­mi­li­an Hal­ler

Açai sein? Oder viel­leicht doch lie­ber ei­ne Hand­voll Chia-Sa­men in den Pro­te­in-Pud­ding? „Su­per­food“ist aus den Su­per­markt­re­ga­len in Deutsch­land kaum noch weg­zu­den­ken. Klei­ne Bee­ren, Sa­men und Pul­ver sol­len die Mensch­heit jün­ger, schlan­ker und schö­ner ma­chen. Gleich­zei­tig wächst die Kri­tik. Oft­mals wer­den die ver­meint­li­chen Wun­der-Nah­rungs­mit­tel tau­sen­de Ki­lo­me­ter weit trans­por­tiert, um am En­de in den Mä­gen deut­scher Ver­brau­cher zu lan­den.

Dass das auch an­ders geht, weiß Forst­mi­nis­ter Pe­ter Hauk. In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung wirbt er für die nah­rungs­mit­tel­tech­ni­schen Vor­zü­ge von re­gio­na­lem Wild. Bam­bi und Co., so Hauk, wach­sen art­ge­recht und selbst­be­stimmt auf, er­fah­ren we­der Le­bend­trans­port noch Schlacht­stress und zeich­nen sich oben­drein auch noch durch ei­nen ho­hen Ge­halt an Ei­weiß, Ome­ga-3-Fett­säu­ren und Mi­ne­ral­stof­fen aus.

„Un­se­re Jä­ger sor­gen der­zeit für gu­tes Fleisch aus hei­mi­schen Wäl­dern, jetzt in der Ad­vents­zeit, aber auch zu Weih­nach­ten ein Le­cker­bis­sen“, fin­det der Forst­mi­nis­ter. Im Üb­ri­gen sei der Jä­ger von heu­te bes­tens in Sa­chen Le­bens­mit­tel­hy­gie­ne aus­ge­bil­det; der Ver­zehr von Wild sei da­her ab­so­lut un­be­denk­lich.

Zu­ge­ge­ben, der doch et­was stren­ge Wild­bret-Ge­schmack ist nicht je­der­manns Sa­che. Ei­ne Per­son wird das Wild­schwein am Weih­nachts­tisch aber auf je­den Fall über­zeu­gen kön­nen – ein ge­wis­ser gal­li­scher Lie­fe­rant von Hin­kel­stei­nen, der als Kind in ei­nen Kes­sel voll Zau­ber­trank ge­fal­len ist.

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