Faul sein für die Ge­sund­heit

Bietigheimer Zeitung - - Sport -

oh­ne zu schwit­zen. Das ist ge­nau jetzt, wo es end­lich auf die null Grad zu­geht, wie­der mög­lich. Man zie­he sich im Zwie­bel-Look drei- bis vier­la­gig an, schwin­ge sich auf ein han­dels­üb­li­ches E-Bi­ke, stel­le den Mo­tor auf ei­ne sanf­te Un­ter­stüt­zung ein und rad­le ge­ra­de so schnell, dass sich An­stren­gung und ge­fühl­te Tem­pe­ra­tur aus­glei­chen. Wer auf die­se Wei­se min­des­tens ei­ne hal­be St­un­de un­ter­wegs war, dem ist da­nach woh­lig warm. All­zu oft kehrt sich das won­ni­ge Ge­fühl aber ins Ge­gen­teil um, plötz­lich sitzt der All­wet­ter­sport­ler ein­ge­mummt auf dem So­fa und schlot­tert am gan­zen Kör­per. War­um ist das so?

Da das Im­mun­sys­tem nach kör­per­li­cher An­stren­gung erst ein­mal da­mit be­schäf­tigt ist, zer­stör­te Zel­len ab­zu­trans­por­tie­ren, fei­ne Ris­se im Mus­kel­ge­we­be so­wie ver­schlis­se­ne Ge­we­be­teil­chen zu re­pa­rie­ren und zu er­set­zen, fällt der Or­ga­nis­mus in ein Loch. In die­ser Zeit, die je nach Trai­nings­in­ten­si­tät ei­ni­ge St­un­den bis hin zu Ta­gen dau­ern kann, ist der Kör­per be­son­ders an­fäl­lig für Krank­heits­er­re­ger. Die­ser „Open Win­dow E ect“ist ge­fürch­tet bei al­len Leis­tungs­sport­lern, ins­be­son­de­re Lang­läu­fern und Bi­ath­le­ten, die in der Käl­te Aus­dau­er­sport be­trei­ben.

Was da­ge­gen hilft? Warm ein­pa­cken, viel trin­ken, gut es­sen. Und erst ein­mal ei­ne Sport­pau­se ein­le­gen. Al­so faul sein, ganz oh­ne schlech­tes Ge­wis­sen. Da­für friert man doch ger­ne mal ein paar St­un­den.

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