Justi­ce Le­ague 3D

Block­bus­ter

Blu-ray Magazin - - Aktuelles - FAL­KO THEU­NER

In An­be­tracht des lan­gen und stei­ni­gen We­ges, den DCs gro­ßes Klas­sen­tref­fen hin­ter sich hat (dar­un­ter Zack Sny­ders Rück­zug von dem Pro­jekt), ist das ers­te Lein­wand-Aben­teu­er der „Justi­ce Le­ague“über­ra­schen­der­wei­se doch recht gut ge­lun­gen. Ge­wiss ist es jetzt kein Meis­ter­werk und ei­nen In­no­va­ti­ons­preis wird der ge­rad­li­nig er­zähl­te Su­per­hel­den­film auch nie ge­win­nen, den­noch be­sitzt die Zu­sam­men­kunft von Bat­man, Won­der Wo­man, Aqua­man, Cy­borg, Flash und Su­per­man (ja, er ist wie­der zu­rück) al­le Zu­ta­ten, um über die zwei St­un­den Lauf­zeit gut zu un­ter­hal­ten. Da wä­re ein au­ßer­ir­di­scher Bö­se­wicht, des­sen enor­me Kraft, ge­speist aus sei­ner über­mäch­ti­gen Axt, ein or­dent­li­ches Ge­gen­ge­wicht zu all den Ta­len­ten, Kräf­ten und Fä­hig­kei­ten der Justi­ce Le­ague bil­det. Zu­ge­ge­ben, so wie Step­pen­wolf in die­sem Film dar­ge­stellt wird, ist er als Bö­se­wicht völ­lig aus­tausch­bar und spielt ei­gent­lich bloß die Rol­le des cha­rak­ter­lo­sen Stich­wort­ge­bers und Mo­ti­va­tors, da­mit Bat­man, Won­der Wo­man und Co. or­dent­lich aus­tei­len kön­nen. Aber so rich­tig geht es in der Hand­lung doch ei­gent­lich nur um die Zu­sam­men­kunft der be­lieb­ten DC-Hel­den, und die mach wirk­lich viel Spaß. Sämt­li­che Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten der Prot­ago­nis­ten wer­den ge­nutzt, um die klei­nen Spitz­fin­dig­kei­ten und Rei­be­rei­en, aber auch die Sym­pa­thi­en im Team her­aus­zu­ar­bei­ten. So jam­mert Bat­man (Ben Af­f­leck) über ers­te Al­te­rungs­er­schei­nun­gen und sei­ne feh­len­den Su­per­kräf­te, Won­der Wo­man (Gal Ga­dot) grü­belt über ih­re Füh­rungs­qua­li­tä­ten, Aqua­man (Ja­son Mo­moa) lässt den Surf-Du­de raus­hän­gen und scheut sich vor Ver­ant­wor­tung, der ver­ein­sam­te Flash (Ez­ra Mil­ler) hat end­lich An­schluss ge­fun­den, wäh­rend Cy­borg (Ray Fis­her) der ein­zi­ge wirk­lich emo­ti­ons­ar­me Cha­rak­ter ist, ob­wohl sei­ne Hil­fe be­züg­lich der drei ge­such­ten Mut­ter­bo­xen (MacGuf­fin zur Wel­te­r­obe­rung) von un­schätz­ba­rem Wert ist. Auch Su­per­man (Hen­ry Ca­vill) ist für ein paar hu­mo­ris­ti­sche Spit­zen zu ha­ben, ganz un­ab­hän­gig vom CGI-über­spiel­ten DeBARTel im Pro­log. Denkt man al­ler­dings an die düs­te­ren Zu­kunfts­vi­sio­nen Bru­ce Way­nes in „Bat­man V Su­per­man“, dann hät­te Clark Kents Rol­le in die­sem Film noch weit­aus dra­ma­ti­scher aus­fal­len kön­nen. Das Zu­sam­men­spiel die­ser un­ter­schied­li­chen Cha­rak­te­re ist al­so der ei­gent­li­che Star des Films, denn ein­zig da­von ge­hen Hu­mor und Dra­ma aus.

Un­ter­hal­tung nach Lehr­buch

Der Ver­gleich zu Mar­vels „Aven­gers“darf hier­bei na­tür­lich nicht feh­len, wo­bei das Er­geb­nis grob übers Knie ge­bro­chen lau­tet: Ir­gend­wie wir­ken DCs Hel­den im­mer noch ein biss­chen stei­fer und un­be­hol­fe­ner als die Kum­pel und Kum­pe­linen der we­sent­lich lo­cke­re­ren Mar­vel-Ban­de. Da wir für den Test die 3D-Blu-ray zu­ge­schickt be­kom­men ha­ben, konn­ten wir uns von der tat­säch­lich sehr an­spre­chen­den 3D-Kon­ver­tie­rung über­zeu­gen. Wäh­rend die räum­li­che Tie­fe den gan­zen Film über na­tür­lich wirkt, gibt es in vie­len Si­tua­tio­nen be­son­ders schö­ne ste­reo­sko­pi­sche Se­quen­zen zu be­wun­dern: An­ge­fan­gen bei plas­tisch im Raum schwe­ben­den Schnee­flo­cken, Un­ter­was­ser-Bläs­chen und Feu­er­fun­ken, über en­ge Schäch­te als Ort so manch spek­ta­ku­lä­rer Aus­ein­an­der­set­zung, bis hin zum dy­na­misch durch den Raum sau­sen­den CGI-Ge­wehr­ku­geln, ei­nem von Bar­ry Al­len mit­ten im Heim­ki­no ge­schnapp­ten Bat­terang oder auch zu den sa­gen­haf­ten Clo­se-Ups der Su­per­hel­den­ge­sich­ter, die er­leuch­tet von Flashs Blit­zen so de­tail­liert und plas­tisch wir­ken, dass der Zu­schau­er sei­ne Hand nach ih­nen aus­stre­cken könn­te. Wäh­rend der ex­trem ho­he Kon­trast mit den da­durch her­vor­ge­ru­fe­nen Dun­kel­flä­chen im 2D-Mo­dus für eher fla­che, co­mi­car­ti­ge Bil­der sorgt, un­ter­stüt­zen die har­ten Kan­ten im Zu­sam­men­spiel mit der ho­hen Schär­fe den ste­reo­sko­pi­schen Ef­fekt noch zu­sätz­lich. In der Hül­le der 3D-Ver­si­on be­fin­det sich aus­schließ­lich die 3D-Disc, wes­halb Käu­fer die­ser Ver­si­on zwar das plas­tischs­te Fil­m­er­leb­nis ha­ben dürf­ten, je­doch auf die Ex­tras der Stan­dard-Ver­si­on so­wie auf den Dol­by-At­mos-Sound ver­zich­ten müs­sen. Da­für punk­tet der her­vor­ra­gen­de DTS-HD MA-5.1-Au­dio­mix mit tol­len Ef­fek­ten und ei­ner bom­bas­tisch-düs­te­ren Mu­sik.

Bat­man (Ben Af­f­leck) und Aqua­man (Ja­son Mo­moa) üben die Sa­che mit dem Te­am­work

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