Ju­gend oh­ne Gott

Blu-ray Magazin - - Blockbuster - MK

In ei­ner leis­tungs­ge­steu­er­ten Zu­kunft sind Geld und phy­si­sche so­wie psy­chi­sche Sta­bi­li­tät die Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen für ei­ne er­folg­rei­che Kar­rie­re. Um an ei­ner der re­nom­mier­tes­ten in­ter­na­tio­na­len Eli­te-Uni­ver­si­tä­ten ein Sti­pen­di­um zu be­kom­men, müs­sen sich die Schü­ler ei­ner Klas­se in ei­nem Out­door-Camp be­wäh­ren. Als ein Mord ge­schieht, ge­rät die Si­tua­ti­on au­ßer Kon­trol­le.

Frei nach dem Buch „Ju­gend oh­ne Gott“, das 1937 von Ödön von Ho­váth ge­schrie­ben wur­de, in­sze­niert Alain Gs­po­ner ei­ne gar nicht so un­rea­lis­ti­sche Dys­to­pie. Da­bei greift er den ein­fluss­rei­chen Fak­tor So­ci­al Me­dia auf. So­ci­al Me­dia-Platt­for­men und die Wich­tig­keit der Stel­lung in der so­zia­len Hier­ar­chie ver­set­zen die Schü­ler ei­ner Eli­te-Schu­le in ei­nen un­barm­her­zi­gen Wett­be­werb mit­ein­an­der. Es geht um Leis­tung, um Er­geb­nis­se so­wie um Ge­winn. Wer ver­sagt, wird aus­sor­tiert. Alain Gs­po­ner, der den Schwer­punkt im Film zur Buch­vor­la­ge ver­än­dern und her­aus­fin­den woll­te, wel­cher Aspekt die heu­ti­ge Ju­gend an­spricht, hat mit dem The­ma ins Schwar­ze ge­trof­fen. Zu Be­ginn ge­hört dem Thril­ler die vol­le Auf­merk­sam­keit des Zu­schau­ers, was sich aber lei­der im Ver­lauf än­dert. Die Hand­lung ist zu hek­tisch und stol­pert über die ein oder an­de­re Un­ge­nau­ig­keit. Für die Vor­stel­lung der Cha­rak­te­re bleibt fast kei­ne Zeit, wo­durch die em­pa­thi­sche Wahr­neh­mung des Zu­schau­ers un­ge­wollt blo­ckiert wird. So­mit er­schei­nen die Mo­ti­va­tio­nen, mit de­nen das Han­deln der Fi­gu­ren er­klärt und ge­recht­fer­tigt wird, ge­gen En­de nicht ganz nach­voll­zieh­bar und ver­lie­ren ih­re Durch­schlags­kraft. Scha­de ei­gent­lich, denn ei­ne denk­wür­di­ge Aus­sa­ge hat der Thril­ler al­le­mal.

Fah­ri Yar­dim als Leh­rer und Jan­nik Schü­mann als Ti­tus. Men­sch­lich­keit und ech­te Iden­ti­fi­ka­ti­on kommt hier sel­ten vor

Iris Ber­bens Platz im Film­ge­fü­ge ist der der Di­rek­to­rin

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