Se­rie

Blu-ray Magazin - - Service - FALKO THEUNER

Ak­te X (11. Staf­fel), Doc­tor Who (4. Staf­fel), The Royals (4. Staf­fel), The Fall (3. Staf­fel), Mid­ni­ght Sun (1. Staf­fel), Broad­church (3. Staf­fel), Agents Of Shield (3. Staf­fel), Six (2. Staf­fel), Zu­rück in die Ver­gan­gen­heit

Aus der Su­che nach der Wahr­heit, die schon in den 1990ern eng mit Fox Mul­ders ver­schwun­de­ner Schwes­ter zu­sam­men­hing, ist ei­ne Su­che nach dem ge­mein­sa­men Sohn ge­wor­den. Auch bei Mul­der und Scul­ly geht nun­mal nichts über die Fa­mi­lie … zu­min­dest bis das nächs­te Mys­te­ri­um vor der Tür steht.

Ähn­lich wie die zehn­te Staf­fel ist auch die elf­te von zwei Epi­so­den um­schlos­sen, die die per­sön­li­che (Ver­schwö­rungs-)Ge­schich­te un­ser al­ler Lieb­lings-FBI-Agen­ten wei­ter er­zäh­len. Bei­de Epi­so­den wur­den von Se­ri­en­schöp­fer Chris Car­ter ge­schrie­ben und re­gie­tech­nisch um­ge­setzt, der al­ler­dings ei­ne eher durch­wach­se­ne Hand­lungs­ar­che für die an­sons­ten sehr gu­te Staf­fel ge­schaf­fen hat. In schnitt- und re­gie­tech­nisch holp­ri­ger Art wird der Zu­schau­er Zeu­ge von Da­na Scul­lys (Gil­li­an An­der­son) Welt­un­ter­gangs-Vi­sio­nen, in de­nen der dau­er­rau­chen­de „Krebs­kan­di­dat“(Wil­li­am B. Da­vis) ei­nen töd­li­chen Vi­rus auf die Mensch­heit los­lässt, um den na­tür­li­chen Ur­sprungs­zu­stand der Welt wie­der her­zu­stel­len. Da sie auch Fox Mul­ders (Da­vid Duchov­ny) Tod dar­in vor­her­sieht, er­scheint ihr ein­zig das Auf­fin­den ih­res ge­mein­sa­men Soh­nes Wil­li­am ei­ne brauch­ba­re Lö­sung zu sein, um die Lie­be ih­res Le­bens zu ret­ten und even­tu­ell so­gar die Mensch­heit vor dem Un­ter­gang zu be­wah­ren. So­wohl für den „Krebs­kan­di­da­ten“als auch für des­sen nicht min­der omi­nö­se Geg­ner scheint der Jun­ge ei­ne wich­ti­ge Rol­le zu spie­len, wes­halb ne­ben Mul­der und Scul­ly auch noch zwei wei­te­re Par­tei­en Wil­li­am ver­fol­gen. Er selbst scheint zu­dem mit sei­nen vi­sio­nä­ren Kräf­ten zu ha­dern, was da­zu führt, dass er gar sein ei­ge­nes Le­ben in Fra­ge stellt.

Bril­lan­ter Kern

Un­ab­hän­gig von die­ser dürf­ti­gen Rah­men­hand­lung gestal­ten sich die acht Ein­zel-Epi­so­den da­zwi­schen aus­ge­spro­chen span­nend, in­tel­li­gent, mys­te­ri­ös, gru­se­lig und un­ter­halt­sam. Und ge­nau das ist es, was Zu­schau­er von „Ak­te X“er­war­ten bzw. was die elf­te ne­ben dem grö­ße­ren Um­fang von zehn statt nur sechs Epi­so­den von der vor­an­ge­gan­ge­nen Staf­fel un­ter­schei­det. Wenn in der zwei­ten Epi­so­de das fern­seh­mü­de FBI-Duo von ei­ner geis­ter­haf­ten Han­dy-Bot­schaft des ver­stor­be­nen „Ein­sa­men Schüt­zen“Lan­gly (De­an Hag­lund) ge­weckt wird und sich die Couch­po­ta­toes von ei­nem zum nächs­ten Au­gen­blick in ei­nem wes­tern­ar­ti­gen Schuss­wech­sel mit un­be­kann­ten Mi­li­tärs be­fin­den, ist die Skep­sis des Zu­schau­ers erst ein­mal groß, in wel­che Rich­tung sich die Hand­lung ent­wi­ckeln könn­te. Al­ler­dings stellt sich die Sze­ne statt­des­sen als Start­schuss für ein paar wirk­lich groß­ar­ti­ge Epi­so­den her­aus, die we­der Fans noch Neu­ein­stei­ger ver­pas­sen soll­ten. Im Lau­fe Ih­rer Er­mitt­lun­gen kom­mu­ni­zie­ren Mul­der und Scul­ly via Vi­deo­te­le­fo­nie im­mer häu­fi­ger mit ih­rem Freund, der in schein­ba­rer Dau­er­schlei­fe die selt­sa­me Fra­ge stellt, ob er noch lebt. Da­bei hebt die An­we­sen­heit Da­na Scul­lys sicht­lich sei­ne Stim­mung, was ge­mäß dem Tu­ring-Test be­weist, dass es sich um den ech­ten Lan­gly han­deln muss … oder?

Ein Ge­fühl der 1990er

In den dar­auf fol­gen­den Epi­so­den be­kom­men es die Er­mitt­ler un­ter an­de­rem mit Dop­pel­gän­gern, al­ter­na­ti­ver His­to­rie, omi­nö­sen Mons­ter-Il­lu­sio­nen, künst­li­cher In­tel­li­genz, He­xe­rei und ei­nem or­gan­schmug­geln­den Kult zu tun, der ir­gend­wie an Vic­tor Tooms er­in­nert. Da­bei fin­det die Se­rie zu ih­rer al­ten Stär­ke zu­rück, in­dem sie Mys­te­riö­ses im au­then­ti­schen Flair in­sze­niert, aber auch Hu­mor und Skur­ri­li­tät zu­lässt. Sorg­te die deut­sche Syn­chron­stim­me von Da­vid Duchov­ny in der Ver­gan­gen­heit im­mer wie­der für hef­ti­gen Zünd­stoff in Fan-De­bat­ten, so scheint auch nach ei­nem Ki­no­film mit Jo­han­nes Be­renz so­wie den sechs Epi­so­den der zehn­ten Staf­fel mit Sven Ger­hardt das Kriegs­beil nicht be­gra­ben zu sein. Doch kann man es den Fans ver­übeln? Nach neun Jah­ren bzw. 177 Epi­so­den mit der mar­kan­ten Stim­me von Ben­ja­min Völz er­scheint es nun­mal wie ein Sa­kri­leg, an­de­re Stim­men aus Mul­ders Mund er­klin­gen zu las­sen. Das ist fast so, als wür­de man Duchov­ny durch Ro­bert Patrick aus­tau­schen wol­len. Zu­gleich setzt aber auch lang­sam ein Pro­zess der Ge­wöh­nung ein, der bis auf die durch­wach­se­nen Dia­lo­ge der ers­ten und letz­ten Epi­so­de tat­säch­lich ganz gut greift. Gä­be es al­so noch ei­ne wei­te­re Staf­fel, was die Hand­lung des Staf­fel-Fi­na­les durch­aus zu­lie­ße, dann wä­re dies viel­leicht auch ein ge­sun­der Schritt für die Eta­b­lie­rung von Ger­hardts Stim­me in die­ser Rol­le.

Auch wenn Chris Car­ter be­reits In­ter­es­se an Staf­fel 12 zeig­te, so ver­si­cher­te Gil­li­an An­der­son, dass sie in kei­ner wei­te­ren Staf­fel mehr mit­spie­len wür­de. Wäh­rend Gil­li­an An­der­sons Schwan­ger­schaft kam „Ak­te X“in der zwei­ten Staf­fel auch mal oh­ne Scul­ly klar, die in­ner­halb der Hand­lung ent­führt und mys­te­riö­sen Ex­pe­ri­men­ten aus­ge­setzt war. Doch ganz oh­ne Scul­ly wür­de der Se­rie ein wei­te­res Kult­ele­ment ge­nom­men wer­den. Da­her soll­ten Fans die vor­lie­gen­de Staf­fel um­so mehr ge­nie­ßen, da es un­klar ist, wie es mit den „X-Fi­les“nun wei­ter­ge­hen wird. Die neu­en Fol­gen ma­chen je­den­falls Spaß und soll­ten auf kei­nen Fall ver­passt wer­den.

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