Licht

Blu-ray Magazin - - Anspruch - FT

Wien im 18. Jahr­hun­dert: Die jun­ge Ma­ria The­re­sia Pa­ra­dis (Ma­ria Dra­gus) spielt auf bril­lan­te Wei­se Pia­no, mal kon­trol­liert und prä­zi­se, mal zu­rück­hal­tend lei­den­schaft­lich. An­statt ih­rem Spiel zu ver­fal­len sind die Bli­cke je­doch auf ih­re Au­gen ge­rich­tet, die wie zwei von­ein­an­der un­ab­hän­gi­ge Le­be­we­sen wild und ei­gen­stän­dig in al­le Rich­tun­gen zu­cken. Seit ih­rer Kind­heit ist die Künst­le­rin blind und kei­ne der bis­her ver­such­ten me­di­zi­ni­schen The­ra­pi­en hat an­ge­schla­gen. Erst als sie zu Dr. Franz An­ton Mes­mer (De­vid Strie­sow) ge­bracht wird, des­sen Me­tho­de der ani­ma­li­sche Ma­gne­tis­mus ist, zeich­net sich ei­ne Bes­se­rung ih­res Zu­stan­des ab. Wäh­rend die ei­nen Ma­ri­as be­gin­nen­de Ge­ne­sung als Wun­der be­trach­ten, muss Mes­mer auch viel un­gläu­bi­ge Kri­tik ein­ste­cken. Stets zwi­schen Recht­fer­ti­gung vor der Öf­fent­lich­keit und der auf Fas­zi­na­ti­on be­ru­hen­den Be­zie­hung zwi­schen Mes­mer und Pa­ra­dis wan­delt sich auch der Ge­sund­heits­zu­stand der ta­len­tier­ten Frau, die im­mer mehr neue Fa­cet­ten ih­rer Sin­ne für sich ent­de­cken kann, da­bei aber auch von der Ge­sell­schaft aus­ge­bremst wird. Im Kern malt Re­gis­seu­rin Bar­ba­ra Al­bert ein sehr so­zi­al­kri­ti­sches Bild ei­ner Zeit, in der Frau­en als min­der­wer­tig be­trach­tet wer­den. Zu­gleich hält sie sich beim Kom­men­tie­ren des Mes­me­ris­mus förm­lich zu­rück, be­haup­tet we­der, er funk­tio­nie­re oder auch nicht. De­vid Strie­sow („Ich bin dann mal weg“) ver­leiht sei­nem Mes­mer al­lein schon durch ge­ziel­tes Schwei­gen, wenn es um die Her­ab­wür­di­gung des weib­li­chen Ge­schlechts oder die ge­for­der­te Be­weis­füh­rung zur Funk­tio­na­li­tät sei­ner Me­tho­den geht, viel In­tel­li­genz. Die größ­te schau­spie­le­ri­sche Glanz­leis­tung, die de­fi­ni­tiv ge­ehrt wer­den soll­te, voll­bringt al­ler­dings Ma­ria Dra­gus.

Ma­ria Dra­gus, auch be­kannt aus „Das wei­ße Band“und „Draus­sen ist Som­mer“, ver­leiht ih­rer Rol­le vie­le span­nen­de Fa­cet­ten

In Schwei­gen ge­hüllt: De­vid Strie­sow als An­ton Mes­mer

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