La­dy Bird

Blu-ray Magazin - - Anspruch -

Die­sen viel­fach no­mi­nier­ten Film nur als „Co­m­ing Of Age“zu be­zeich­nen, wä­re ei­ne Un­ter­trei­bung, auch wenn das Er­wach­sen­wer­den das zen­tra­le The­ma von „La­dy Bird“ist. Da­mit kratzt man aber ge­ra­de ein­mal an der Ober­flä­che, denn zu­gleich wer­den auch The­men wie Re­li­gi­on, De­pres­si­on, Klas­sen­un­ter­schie­de, Kunst und mehr an­ge­spro­chen. Doch es sind vor al­lem die schril­len und glaub­wür­di­gen Fi­gu­ren, die dem Film zu­gleich sei­ne Rea­li­täts­nä­he, aber auch sei­ne Ver­schro­ben­heit er­mög­li­chen. Klar, es geht um Schu­le und da­mit auch um coo­le Kids und we­ni­ger coo­le Kids. Doch es steckt mehr da­hin­ter. Und das bes­te Bei­spiel da­für ist Haupt­fi­gur Chris­ti­ne (Sao­ir­se Ro­n­an), die von al­len nur „La­dy Bird“(Ma­ri­en­kä­fer) ge­nannt wer­den möch­te. Denn sie glaubt, sie ha­be gro­ße Am­bi­tio­nen ei­ne Künst­le­rin zu wer­den und will ihr klei­nes Kaff da­für so schnell wie mög­lich ver­las­sen. Von Kunst hat sie aber nur be­dingt Ah­nung. Sie mag eher die Idee, ei­ne Künst­le­rin zu sein. Ih­re Mut­ter (Lau­rie Met­calf) will nur ihr Bes­tes und zieht ih­re Toch­ter des­halb re­gel­mä­ßig her­un­ter. Gre­ta Ger­wig pro­du­ziert hier teils ei­ne Bio­gra­fie ih­rer ei­ge­nen Er­leb­nis­se und hilft ge­ra­de da­durch, den Film so nach­voll­zieh­bar zu ma­chen. Nie­mand ist hier per­fekt. Und wenn et­was gut läuft, muss es zwangs­läu­fig auch wie­der schlecht lau­fen. Das kann schon ein­mal be­drü­ckend sein. Doch ge­ra­de das stän­di­ge Auf und Ab in Chris­ti­nes Le­ben, egal ob in Freund­schaft, Lie­bes­kum­mer oder eben der schwie­ri­gen Fa­mi­li­en­ban­de, macht „La­dy Bird“zu ei­nem enorm ge­lun­ge­nen, span­nen­den und manch­mal auch lus­ti­gen Dra­ma.

Dan­ny O’Neill (Lu­cas Hed­ges) und Chris­ti­ne (Sao­ir­se Ro­n­an) – „La­dy Bird“ist der ers­te Film, bei dem In­die-Star Gre­ta Ger­wig al­lein Re­gie führ­te

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