Meg

Blu-ray Magazin - - Blockbuster - MAR­TIN GLEIT­S­MANN

Das Wort „Li­te­ra­tur­ver­fil­mung“hat ei­nen se­riö­sen Klang. Aber na­tür­lich kann die Ver­fil­mung nur so gut sein, wie die Li­te­ra­tur, auf der sie ba­siert, und im Fal­le von „Meg“ist die 1997er Ro­man­vor­la­ge von Ste­ven Al­ten ein gro­ßer Ei­mer li­te­ra­ri­scher Grüt­ze. Dem Er­folg des Bu­ches war das nicht ab­träg­lich, in­zwi­schen hat es sei­ne sieb­te Fort­set­zung be­kom­men. Und auch die lang über­fäl­li­ge Ver­fil­mung des Best­sel­lers er­wies sich als mo­de­ra­ter Ki­no-Hit. Das „Meg“steht für „Me­ga­lodon“, ei­ne ur­zeit­li­che Rie­sen­hai-Spe­zi­es. Aber of­fen­bar hat­te nicht je­des Ex­em­plar die­ser ge­frä­ßi­gen Tief­see-Raub­tie­re die Nach­richt von der Evo­lu­ti­on be­kom­men, in Bäl­de doch mal aus­zu­ster­ben. Min­des­tens eins ist näm­lich noch le­ben­dig und ziem­lich an­ge­säu­ert, von ei­nem vor­wit­zi­gen Tauch­boot in sei­nem prä­his­to­ri­schen Schlum­mer ge­stört zu wer­den. Das Ur­zeit-Mons­ter greift den High-Tech-Stö­ren­fried fol­ge­rich­tig an. An Bord der Un­ter­was­ser-For­schungs­sta­ti­on „Ma­na One“zeigt man sich höchst be­sorgt, als man den Kon­takt zum Tauch­boot ver­liert. Nach ei­ni­gen Dis­kus­sio­nen wird be­schlos­sen, Jo­nas Tay­lor (Ja­son Stat­ham) zu en­ga­gie­ren, um das Boot und sei­ne Be­sat­zung zu ret­ten. Tay­lor ist ehe­ma­li­ger Spe­zia­list für ris­kan­te Seeret­tun­gen und war einst bei ei­nem Ein­satz selbst mit solch ei­nem Rie­sen­mons­ter zu­sam­men ge­trof­fen, dem er nur knapp ent­kam. Eher wi­der­wil­lig lässt sich Tay­lor über­zeu­gen. Doch auf der „Ma­na One“an­ge­kom­men, schrei­tet er so­fort zur Tat. Die Ber­gung des Tauch­boot-Teams wird nicht sei­ne ein­zi­ge Her­aus­for­de­rung blei­ben, denn der Hai ist auf den Ge­schmack ge­kom­men. Man muss si­cher kein Hell­se­her sein, um schon vor dem An­se­hen von „Meg“vor­her­sa­gen zu kön­nen, dass hier kein ernst­zu­neh­men­der Sci­ence-Fic­tion-Film á la „Ju­ras­sic Park“auf sein Pu­bli­kum war­tet.

Ge­ho­be­ner Mons­ter-Trash

Nein, „Meg“ist für all je­ne Leu­te ge­dacht, die ein­fach ger­ne Fil­me mit Rie­sen­mons­tern se­hen, aber die bil­li­gen Gen­re-Ver­tre­ter á la „Shark­t­opus“, „Me­gas­hark“oder „Me­ga Pi­ran­ha“leid sind. Jon Tur­tel­taub, Re­gis­seur der „Ver­mächt­nis der Tem­pel­rit­ter“-Fil­me mit Ni­co­las Ca­ge, geht bei sei­ner Ins­ze­nie­rung in die Vol­len und bie­tet von Ein­stieg bis En­de Mons­ter-Ac­tion satt. Mit ei­nem fet­ten Bud­get in der Hin­ter­hand, muss er we­der bei Quan­ti­tät noch Qua­li­tät der Hai-Atta­cken spa­ren, so­dass Fans der­ar­ti­ger Fil­me durch­aus auf ih­re Kos­ten kom­men. Ja, die Hand­lung ist ein­falls­los, die Cha­rak­te­re platt, die Darstel­ler un­ter­for­dert und die an­ge­deu­te­te Be­zie­hung zwi­schen Ja­son Stat­hams und Li Bing­bings Fi­gu­ren ge­küns­telt. Ja, der Ein­fluss chi­ne­si­scher In­ves­to­ren ist un­an­ge­nehm spür­bar. Ja, statt Span­nung setzt „Meg“lie­ber auf Spek­ta­kel, doch im­mer­hin gibt es at­trak­ti­ves Spek­ta­kel. Tat­säch­lich ist der fauls­te Kom­pro­miss, den „Meg“ein­geht, das für die Ju­gend­frei­ga­be ge­op­fer­te Film­blut. Im­mer­hin macht „Meg“auch oh­ne Blut­bad Spaß. Am meis­ten in 3D, das im Ki­no wirk­lich groß­ar­tig aus­fiel.

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