Re­tro

Dou­glas Adams Kult­werk von 1979 hat seit sei­nem Er­schei­nen in Sa­chen Hu­mor und krea­ti­ven Ide­en­reich­tum Ge­ne­ra­tio­nen ge­prägt und ist ei­nes der pro­mi­nen­tes­ten Aus­hän­ge­schil­der von skur­ri­lem bri­ti­schen Witz.

Blu-ray Magazin - - Service - FE­LIX RIT­TER

Per An­hal­ter durch die Ga­la­xis, Das Ur­teil von Nürnberg, Men At Work, We­ge des Ruhms

Kö­mo­die, Sci­ence-Fic­tion OT: The Hitch Hi­kers Gui­de To The Ga­la­xy L: GB, US J: 1981 V: Uni­ver­sum B: 2.40:1 T: DTS-HD 2.0 (Mo­no), DTS-HD MA 5.1 R: Alan Bell, Garth Jen­nings D: Si­mon Jo­nes, Da­vid Di­xon, San­dra Di­ck­in­son LZ: 200 min FSK: 12 W-Co­ver: k. A. VÖ: 30.11.18 × 2 Ex­tras: 8/10

Seit­dem wis­sen wir, war­um wir im Wel­tall drin­gendst ein Hand­tuch brau­chen und dass die ul­ti­ma­ti­ve Ant­wort auf die Fra­ge nach dem Le­ben, dem Uni­ver­sum und dem gan­zen Rest ein­fach nur 42 lau­tet. Vie­le Ide­en von Adams ha­ben Ein­zug in un­ser heu­ti­ges, all­täg­li­ches Le­ben ge­fun­den. So gibt es tat­säch­lich ei­nen On­li­ne-Über­set­zungs­dienst, der nach dem Ba­bel­fisch aus „Per An­hal­ter durch die Ga­la­xis“be­nannt wur­de – ei­nem sym­bio­ti­schen We­sen, das sich ans Hirn sei­nes Wir­tes an­kop­pelt und mit­tels te­le­pa­thi­scher Ener­gie al­le Spra­chen di­rekt für ihn über­setzt. Als Hör­spiel fürs Ra­dio be­gon­nen, wur­den Adams Ro­ma­ne 1981 von der BBC als Fern­seh­se­rie pro­du­ziert. Die Ge­schich­te be­ginnt mit dem En­g­län­der Ar­thur Dent (Si­mon Jo­nes), des­sen Haus für ei­ne Um­ge­hungs­stra­ße ab­ge­ris­sen wer­den soll – ei­ne zum Him­mel schrei­en­de Un­ge­rech­tig­keit, ge­neh­migt und aus­ge­führt von kalt­schnäu­zi­gen Bü­ro­kra­ten. Welch Iro­nie, dass we­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter auch die ge­sam­te Er­de ei­ner ga­lak­ti­schen Hy­per­raum-Um­ge­hungs­rou­te wei­chen muss. Ar­thur Dents Freund Ford Pre­fect (Da­vid Di­xon), der sich prak­ti­scher­wei­se als ein auf der Er­de ge­stran­de­ter Au­ßer­ir­di­scher ent­puppt, kann sie bei­de ge­ra­de noch recht­zei­tig vor dem Tod ret­ten, in­dem er sich zu­sam­men mit Ar­thur an Bord des vogo­ni­schen Ab­riss-Raum­schiffs schleust. Von da an be­ginnt ei­ne ir­re Rei­se durch die Ga­la­xis und bis ans an­de­re En­de des Uni­ver­sums. Ar­thur und Ford be­geg­nen da­bei u.a. noch dem ga­lak­ti­schen, zwei­köp­fi­gen Schmal­spur­ga­no­ven/Prä­si­den­ten Za­phod Bee­b­le­brox (Mark Wing-Da­vey), dem de­pres­si­ven Ro­bo­ter Mar­vin und der aben­teu­er­lus­ti­gen Ma­the­ma­ti­ke­rin und Astro­phy­si­ke­rin Tril­li­an (San­dra Di­ck­in­son), die ne­ben Ar­thur die ein­zi­ge mensch­li­che Über­le­ben­de der zer­stör­ten Er­de ist.

Zeit­los ge­al­ter­ter Spaß

Die fast 40 Jah­re al­te BBC-Se­rie ge­nießt mitt­ler­wei­le fast ge­nau­so viel Kult­sta­tus wie Adams Ro­ma­ne und be­sticht trotz der an­ti­quier­ten Mit­tel und der da­ma­lig arg be­grenz­ten Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen auch heu­te noch. Das fan­ta­sie­voll tra­shi­ge De­sign der Sets und Ko­s­tü­me be­sitzt im­mer noch viel Charme und vor al­lem die Dia­lo­ge und Adams Tex­te, die re­gel­mä­ßig vom Er­zäh­ler ori­gi­nal­ge­treu re­zi­tiert wer­den, ma­chen ei­ne Men­ge Spaß. Ne­ben den an­ge­staub­ten Pro­duk­ti­ons­mit­teln, die mitt­ler­wei­le eben­so zum Kult­sta­tus da­zu ge­hö­ren, stel­len sich dann doch ein paar Din­ge als nicht mehr ganz zeit­los her­aus. Al­len vor­an die Dar­stel­lung von Tril­li­an, die aus heu­ti­ger Sicht ein sehr kli­schee­haf­tes und ten­den­zi­ell chau­vi­nis­ti­sches Frau­en­bild ver­mit­telt. An­sons­ten aber bleibt der Zau­ber der Se­rie meist un­ge­bro­chen. Tech­nisch kön­nen die Mög­lich­kei­ten der Blu-ray kaum aus­ge­schöpft wer­den, aber ein paar Re­stau­ra­tio­nen wur­den am 1.33:1 Bild vor­ge­nom­men. So kann der tie­fe Schwarz­wert im­mer noch über­zeu­gen und auch die di­gi­tal über­ar­bei­te­ten, vi­su­ell prä­sen­tier­ten Ein­trä­ge des Rat­ge­bers wir­ken et­was schär­fer und kla­rer. Wer die­se in hoch­wer­ti­ger Schär­fe be­stau­nen möch­te, soll­te sich den HD-Zu­sam­men­schnitt der neu ein­ge­scan­ten Ani­ma­tio­nen auf der bei­lie­gen­den Bo­nus-Disc an­schau­en. Ins­ge­samt ist das Bild al­so ziem­lich an­ti­quiert und bie­tet kaum ei­nen Mehr­wert zur frü­he­ren DVD-Ver­si­on. Der Sound klingt meist flach und leicht hal­lend, ist hier­für aber auch nicht kriegs­ent­schei­dend, zu­mal die Syn­chro­ni­sa­ti­on gut ver­ständ­lich ist. Der haupt­säch­li­che Grund, war­um man sich un­be­dingt für die neue Blu-ray-Ver­si­on ent­schei­den soll­te, ist die Ori­gi­nal-Lauf­zeit der sechs Fol­gen, die nun statt der da­mals fürs deut­sche Fern­se­hen ge­kürz­ten Epi­so­den (ca. 23 Mi­nu­ten) rund 33 bis 35 Mi­nu­ten pro Epi­so­de be­trägt. Hier be­kommt der Samm­ler al­so end­lich das voll­stän­di­ge Pro­dukt, so wie es im eng­li­schen Fern­se­hen lief.

Ori­gi­nal-Län­ge mit Wer­muts­trop­fen

Die „zu­sätz­li­chen Sze­nen“lau­fen deutsch un­ter­ti­telt in der eng­li­schen Ton­spur, wäh­rend al­les an­de­re wie ge­wohnt deutsch syn­chro­ni­siert ist. Der Nach­teil da­von ist, dass je­de Epi­so­de da­durch meh­re­re Ton­spur­wech­sel be­inhal­tet und man­che Sze­nen so­wohl deut­sche als auch eng­li­sche Dia­lo­ge be­sit­zen – im ste­ti­gen Wech­sel. Hier hat Uni­ver­sum Film nicht wei­ter in­ves­tiert, so­dass man mit dem Deutsch-Eng­li­schen-Sze­nen-Misch­masch le­ben muss. Auch bei der Gestal­tung des Bo­nus­ma­te­ri­als hat Uni­ver­sum ge­spart. Die­se Aus­sa­ge er­scheint an­ge­sichts der mo­nu­men­ta­len Mas­se an Ex­tras, die die bei­den Schei­ben bie­ten, selt­sam. Schließ­lich gibt es über fünf­ein­halb St­un­den (!) zu­sätz­li­ches Ma­te­ri­al, das je­den Fan Luft­sprün­ge ma­chen las­sen wird. Zahl­rei­che In­ter­views, Bli­cke hin­ter die Ku­lis­sen, Out­ta­kes, ge­lösch­te Sze­nen, zu­sätz­li­che Kurz­fil­me und so wei­ter las­sen kei­ne Wün­sche of­fen. Wo al­so wur­de nun ge­spart? An der deut­schen Über­set­zung na­tür­lich, denn es gibt kei­ner­lei Un­ter­ti­tel. Die neue Edi­ti­on lässt sich al­so all je­nen ans Herz le­gen, die kei­ne Scheu vor der eng­li­schen Spra­che ha­ben und den bri­ti­schen Hu­mor samt sym­pa­thi­schen Trash-Fak­tors ge­nau­so lie­ben, wie wir.

Hal­lo Mar­vin! Der tra­shi­ge Charme ge­hört maß­geb­lich zum Kult­fak­tor da­zu Man soll ja be­quem rei­sen, aber Ar­thur Dents (Si­mon Jo­nes) Mor­gen­man­tel ist schon sehr le­ger Za­phod Bee­b­le­brox (Mark Wing-Da­vey) hat viel Per­sön­lich­keit. Die dop­pel­te Men­ge qua­si

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