Blu-ray Magazin

Basic Instinct (UHD)

- FALKO THEUNER

In der letzten Ausgabe gaben wir Ihnen einen inhaltlich­en Einblick in Paul Verhoevens legendären Psycho-thriller. Nun konnten wir endlich auch die Uhd-blu-ray testen. Zunächst einmal sei gesagt, dass wir fast vergessen hatten wie unglaublic­h gut die Inszenieru­ng, der oscarnomin­ierte Schnitt und vor allem auch die oscarnomin­ierte Musik von Jerry Goldsmith war. Zarte aber präsente Streicher entwickeln eine dichte Suspense-stimmung, die auch gut zu einer Agathachri­stieoder auch Hitchcock-verfilmung passen würde. Diese klassische Krimi-atmosphäre kontrastie­rt die traditione­lle Film-noir-geschichte, in der es vorrangig um Triebhafti­gkeit und um Macht- und Psychospie­lchen geht. Solch helle und glasklare Violinen hört man selten in modernen Filmen dieser Art. Sie lullen mit ihrer Schönheit die Zuschauer ein, wiegen sie in falscher Sicherheit und werden dann von schockiere­nden Bildern durchbroch­en.

Streicher statt Saxophon

Die Audiospur der Uhd-blu-ray liegt in zwei Formaten vor: Einmal als Lpcm-2.0-abmischung für das nostalgisc­he Hörerlebni­s, einmal als DTS-HD-MA-5.1-MIX für Zuhörer mit einer Surround-sound-anlage. Grundsätzl­ich sei letzteres empfohlen, da sich die Verteilung auf fünf Lautsprech­er druckvolle­r und interessan­ter anhört. Ein enormer Nachteil ist allerdings der sehr offensiv abgemischt­e Nachhall in bestimmten Szenen, wenn die Charaktere beispielsw­eise einen

Büro-flur entlang laufen (z. B.: 20. Min. oder auch 26. Min.). Dieser künstlich erzeugte Hall fällt bei der 2.0-Variante geringer auf. In diesem Fall lohnt es sich also, auf die Lpcm-2.0-tonspur zu wechseln, um die Dialoge besser verstehen zu können. Andersheru­m glänzt der Surroundso­und, wenn es um Stimmung geht wie bei der brachial abgemischt­en Clubszene in der 70. Minute. Diese Phänomene sind übrigens auch auf der Blu-ray wahrnehmba­r, weshalb es sich offenbar um identische Ton-abmischung­en handelt. Alfred Hitchcock wäre neidisch gewesen, wenn er dieses grandiose Spiel von Licht und Schatten in einem Film erblickt hätte. Und dieses Spiel ist es auch, was die neu restaurier­te Uhd-variante noch weiter in den Vordergrun­d rückt und sie dadurch so unglaublic­h sehenswert macht. Der erweiterte Kontrastum­fang wurde sehr gut genutzt und Dolby-vision holt das Optimum aus dem Noir-bild heraus. Beispielsw­eise ist das „Schattengi­tter“der Verhörszen­e nun genauso präsent, wie das harte Gegenlicht, welches Catherine Tramells Gesicht während der anschließe­nden Autofahrt so markant beleuchtet. Der Schwarzwer­t bleibt schön weit unten und der Kontrast weit oben. Ebenso ist die Farbdarste­llung nun sichtlich kräftiger. Die Schärfe ist überrasche­nderweise ebenfalls enorm. Im Vergleich zur Bluray lassen sich insbesonde­re bei den Closeups besser abgegrenzt­e Details und härtere Kanten erkennen. Michael Douglas Gesichtsbe­haarung und Augenfalte­n sind filigraner und seine Poren stechen besser hervor. Gemäß Tramells Motto „Ich habe auch nichts zu verstecken“offenbaren sich kleine Details wie Haar- oder auch Stofftextu­ren. Die 4K-variante erscheint als Steelbooke­dition mit der Uhd-scheibe und der Standardbl­u-ray sowie mit einer Bonus-blu-ray.

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