Pis­to­ri­us bremst CDU bei An­ker­zen­tren

Mi­nis­ter be­zeich­net Pla­nun­gen des Bun­des als va­ge

Bramscher Nachrichten - - NORDWEST - Fo­to: dpa

Die vom Bund ge­plan­ten Asyl- und Ab­schie­be­zen­tren be­schäf­ti­gen nun auch den Land­tag. Die CDU ist da­für, dass Nie­der­sach­sen min­des­tens ei­nes der so­ge­nann­ten An­ker­zen­tren über­nimmt. In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us (SPD) will lie­ber ab­war­ten, bis mehr De­tails be­kannt sind.

dpa HAN­NO­VER. Die Ko­ali­ti­ons­part­ner der nie­der­säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung ha­ben un­ter­schied­li­che Po­si­tio­nen zur Ein­rich­tung der vom Bund ge­plan­ten Asyl- und Ab­schie­be­zen­tren im Land. Wäh­rend sich die CDU-Land­tags­frak­ti­on ges­tern da­für aus­sprach, dass Nie­der­sach­sen min­des­tens ei­nes der so­ge­nann­ten An­ker­zen­tren über­neh­men sol­le, ver­wies In­nen­mi­nis­ter Bo­ris Pis­to­ri­us (SPD) er­neut auf feh­len­de Pla­nung und Kon­zep­te des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters. Die FDP for­der­te die Lan­des­re­gie­rung auf, in der Sa­che mehr Ei­gen­in­itia­ti­ve zu zei­gen.

SPD und Uni­on hat­ten sich in ih­ren Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen in Ber­lin dar­auf ge­ei­nigt, Zen­tren zur Auf­nah­me von Schutz­su­chen­den ein­zu­rich­ten. Dort sol­len auch Asyl­ver­fah­ren statt­fin­den. Wer nicht an­er­kannt wird, soll di­rekt von dort aus ab­ge­scho­ben wer­den. Für die Pi­lot­pha­se der ge­plan­ten Zen­tren hat­ten sich im ers­ten An­lauf Bay­ern und Nord­rheinWest­fa­len ge­mel­det.

„Schnel­ler ab­schie­ben“

Der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Dirk To­e­pffer möch­te, dass sich auch Nie­der­sach­sen an die­ser Dis­kus­si­on be­tei­ligt. Wich­tig sei ein Schul­ter­schluss von Bund und Län­dern, sag­te To­e­pffer. „Wir ha­ben ein gro­ßes In­ter­es­se dar­an, dass min­des­tens ei­nes die­ser An­ker­zen­tren in Nie­der­sach­sen er­rich­tet wird.“Es ge­be der­zeit ei­ne un­be­frie­di­gen­de Rück­kehr­si­tua­ti­on, die Zahl der aus­rei­se­pflich­ti­gen Aus­län­der stei­ge. Ziel müs­se es da­her sein, dass Aus­län­der oh­ne Blei­be­per­spek­ti­ve künf­tig schnel­ler und in grö­ße­rer Zahl das Land ver­las­sen.

Pis­to­ri­us be­ton­te, wenn die vom Bund ge­plan­ten An­ker­zen­tren ei­ne schnel­le­re Be­ar­bei­tung von Asyl­ver­fah­ren leis­ten könn­ten, sei er auch für ih­re Ein­rich­tung. Die Plä­ne des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums da­zu sei­en aber bis­lang va­ge. Über den Wahrheitsgehalt von Pres­se­be­rich­ten kön­ne er nur spe­ku­lie­ren, da Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) die Län­der nicht aus­rei­chend in­for­mie­re.

Am Vor­tag hat­te Pis­to­ri­us im Land­tag ge­sagt, grund­sätz­lich wür­den die Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen in Bad Fal­ling­bos­tel und Bram­sche heu­te schon ei­ne Viel­zahl der Auf­ga­ben mög­li­cher An­ker­zen­tren über­neh­men.

Der FDP-Frak­ti­ons­chef Ste­fan Birk­ner for­der­te SPD und CDU auf, ih­re Dif­fe­ren­zen bei dem The­ma An­ker­zen­tren bei­zu­le­gen und zu han­deln. „Die Lan­des­re­gie­rung soll ei­nen ei­ge­nen Vor­schlag ma­chen, statt im­mer nur auf den Bund zu zei­gen und zu war­ten, dass et­was pas­siert.“

Dis­kus­si­on um An­ker­zen­tren: mehr da­zu auf noz.de/po­li­tik

Sieht den Bund ge­for­dert: Bo­ris Pis­to­ri­us.

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