Die Angst vor dem wei­ßen Blatt

Bramscher Nachrichten - - FILM - Von To­bi­as Sun­der­diek

OS­NA­BRÜCK. Es starrt sie an. For­dert sie. Zurrt an ih­ren Ner­ven. Das wei­ße Blatt. Nach­dem die Pa­ri­ser Schrift­stel­le­rin Dél­phi­ne (Ema­nu­el­le Seig­ner) ei­nen enorm er­folg­rei­chen Best­sel­ler ge­schrie­ben hat, er­war­tet al­le Welt ei­nen eben­so bril­lan­ten Nach­fol­ge­ro­man. Al­le drän­gen: Die Le­ser, der Ver­lag, die Lek­to­rin. Doch Dél­phi­ne hat ei­ne Schreib­blo­cka­de. Doch der neu­es­te Thril­ler von Re­gie-Le­gen­de Ro­man Polan­ski stei­gert die Angst vor dem wei­ßen Blatt noch um ei­ni­ges. Dél­phi­ne be­geg­net ei­nes Ta­ges ei­ne jun­ge Frau (Eva Gre­en). Die­se nennt sich „El­le“(fran­zö­sisch für „sie“) und ar­bei­tet als Ghost­wri­te­rin. El­le or­ga­ni­siert Dél­phi­nes All­tag, wird zur Freun­din. Doch dann meh­ren sich Zei­chen, dass hin­ter El­les kat­zen­äu­gi­ger Fas­sa­de tie­fe Ab­grün­de lau­ern.

„Nach ei­ner wah­ren Ge­schich­te“ist ei­ner je­ner dop­pel­bö­di­gen Span­nungs­fil­me, die zwar mit ei­ner Über­ra­schung en­den, im Nach­hin­ein aber in je­der Sze­ne Sinn ma­chen. Re­gis­seur Ro­man Polan­ski hat ei­nen viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Ro­man von Dél­phi­ne (!) de Vi­gan ver­filmt, des­sen Plot an an­de­re Au­to­ren und Fil­me den­ken lässt. Et­wa an Ste­phen King („Mi­se­ry“), und an François Ozons „Swim­ming Pool“. Ent­stan­den ist da­bei ei­ne li­te­ra­risch-ci­nes­ti­sche Schnit­zel­jagd.

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